Dax-Analyse: Achtung, abwärts

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Nach dem Donner droht der freie Fall. Die gestrigen Verkaufssignale deuten auf eine längere Kurskonsolidierung. Erfolgt die Bodenbildung über 9000 Punkten, könnte die 10000-Punkte-Marke erneut angesteuert werden. Anderenfalls wächst sich die Konsolidierung zu einer massiven Kurskorrektur aus.

Der Donnerstag bewahrheitete seinen Namen: Am Nachmittag donnerte der Dax-Kurs um 100 Punkte in die Tiefe. Die nach dem Allzeithoch vom Dienstag bei 9794,05 Punkten vorliegende Überkauftheit wurde in zwei Tagen um fast 200 Punkte abgebaut (Tagestief 9596,49 Punkte um 17:04 Uhr). Bestünde zusätzlicher Konsolidierungsbedarf, böten sich Unterstützungen bei 9520 und 9400/9380 Punkten an. Nach einer in der nächsten Woche zu erwartenden Bodenbildung oberhalb von 9000 wäre der Weg frei für einen erneuten Gipfelsturm.

Bei einem vorbörslichen Kursstand von über 9650 Punkten prognostiziert der technische Analyst Rocco Gräfe von Godmode-trader.de in seinem "Dax daily" für den heutigen Handel: "Der DAX endete gestern bei 9631. Ob das Anlaufen zum 1. Korrekturziel 9625/9635 reicht, wird sich heute bei 9672 zeigen. Bleibt der DAX unter 9672, so droht nochmal Gefahr für den Re-Test von 9600 oder das Anlaufen von 9540. Steigt der DAX über 9705 und 9800, so wäre Platz bis 10000. Unterhalb von 9370 bestätigt sich sogar eine angelaufene Korrektur größeren Ausmaßes, z.B. mit Zielen bei 9225, 9000 oder 8600."

Daniel Mohr kommentiert in der F.A.Z. unter der Überschrift "Vor dem Vola-Schock", den Aktienmärkten stehe ein "turbulentes Jahr" bevor: "Die Wohlfühlwochen an den Aktienbörsen dürften bald ein Ende finden." Er zitiert Andreas Hürkamp, Leiter der Aktienstrategie der Commerzbank, der zunächst mit einer Seitwärtsbewegung am Markt rechne, innerhalb derer der Dax auch auf mehr als 10.000 Punkte steigen könne. Doch er dürfte "womöglich im Spätsommer oder im Herbst auf weniger als 9000 Punkte zurückfallen".

Andrea Cünnen begründet im Handelsblatt die gestrige Bremsbewegung der Börsen mit dem enttäuschenden Einkaufsmanagerindex aus China. ""Für Zurückhaltung sorgten neben der schwachen Entwicklung an der Wall Street Daten aus China. Dort fiel der Einkaufsmanagerindex der Industrie auf 49,6 Zähler und damit erstmals seit einem halben Jahr unter die Schwelle von 50 Punkten." Vor einem Einbruch der chinesischen Wirtschaft brauchten sich Investoren aber nicht zu fürchten, schreibt sie und zitiert den NordLB-Analysten Frederik Kunze: "Peking scheint den Reformkurs allmählich in Fahrt zu bringen."

Der Dax-Kurs im Tagesverlauf (Stand 14:45 Uhr)

Am Freitag setzte sich die Konsolidierung des Dax-Kurses fort. Nach einer Eröffnung bei 9646,65 Punkten ging es für 13 Minuten leicht aufwärts bis 9664,24 Punkte. Dreieinhalb Stunden lang folgte eine scharfe Abwärtsbewegung von minus 174 Punkten auf 9490,26 Punkte (12:43 Uhr). Um 14:45 Uhr stand der Dax-Kurs bei rund 9535 Punkten. Für den Nachmittagshandel sind weitere Kursverluste nicht auszuschließen.

Quellen

Dax daily vom 24.1.2014,

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.1.2014,

Handelsblatt vom 24.1.2014.

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Offenlegung gemäß § 34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist weder in den Deutschen Aktienindex noch in eine der 30 darin indexierten Aktiengesellschaften investiert.

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