Dax-Analyse: Erorberung der 10.000 in dieser Woche?

 - 

Vollzieht der Dax-Kurs den direkten Durchmarsch über 10.000 Punkte oder konsolidiert er vorher unter 9700 Punkten?

Die Dax-Entwicklung am kleinen Verfallstag von Terminkontrakten am Freitag der vorigen Woche könnte ein Modell liefern für den großen Verfallstag von Terminkontrakten am Freitag, dem 21.3.2014. Bis 13:00 Uhr stieg der Kurs um rund 70 Punkte auf ein neues Allzeithoch von 9789,89 Punkten, um kurz nach dem Verfallstermin (13:00 Uhr) schlagartig um mehr als 80 Punkte zu fallen (Tagestief bei 9709,14 um 14:13 Uhr).

Rocco Gräfe, technischer Analyst bei Godmode-Trader.de, schreibt dazu am Freitag, dem 17.1.2014, um 21:15 Uhr in seinem "DAX-Wochenausblick": "Die kleine Rallye-Pause vom 2. Januar ist ganz klar vorbei. Das weisen neue Hochs oberhalb 9621 nach. Der DAX hat neue Jahreshochs bei 9790 erreicht. Das Ziel des neu angelaufenen Rallye-Abschnitts von 9380 kann indes rein analytisch mit 10000/10050 beziffert werden. Ein Zwischenziel war bei 9777/9800 zu finden und wurde am Freitag erreicht. Bevor es also zum Zielangriff auf 10000/10050 kommt, kann es bis zur Wochenmitte kleinere Rücksetzer bis 9625/9635 oder 9535/9550 geben. Aber auch der direkte Durchmarsch, ohne weitere Pause ist möglich. 10000/10050 ok, dies ist aber "nur" der sehr kurzfristige Abschnitt der nächsten Tage. Alternative: Die Wiederaufnahme einer neuen Korrektur tritt hingegen unterhalb von 9370 ein. Dann wären wahrscheinlich 9225 und ggf. 9000 die Ziele. Mittelfristig ist etwas viel Größeres im Gange. Durch den Ausbruch über die langjährige Horizontalbarriere bei 8150 hat sich ein theoretisches Kursziel bei 10970 bis Mitte Mai generiert, welches ich bis Mitte Mai auf dem Zettel habe. 10970 ist zugleich mein seit 1.11. vertretenes Jahresziel. Solange dürften die Überhitzungssignale, die derzeit so oft zitiert werden, noch ins Leere laufen. Alternative: Das Jahresziel 10970 ist gefährdet, falls der DAX mögliche Konsoliderungen nicht bei 9000 oder spätestens bei 8560/8600 beendet. Konkret unterhalb von 8100 gibt es keine Chancen mehr, dass sich der Bullenmarkt fortsetzt. Zusatz: Primär lese, höre und sehe ich immer nur Warnungen! Solange das so bleibt, dürfte es eigentlich weiter steigen, nicht schnell, aber stetig! Täglich 13 Punkte, dann wäre das Ziel 10970 bis Mitte Mai erreicht."

Wirtschaftsredakteur Dyrk Scherff kommentiert in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 19.1.2014: "Es fehlen nur noch 2,6 Prozent. Dann hat der Dax die historische Marke von 10.000 Punkten geschafft. Das kann schon in der kommenden Woche passieren." Als Grund für den jüngsten Dax-Schub führt Scherff die Aussicht auf mehr Wachstum in den Industrieländern an, die von der Weltbank verkündet wurde. Allerdings rät er Anlegern, erst nach der vom ihm erwarteten Korrektur des Dax-Kurses in deutsche Premium-Aktien zu investieren. "Ein Einstieg in deutsche Aktien ist auf diesem Niveau riskant. Gerade nahe bedeutender runder Indexstände wie aktuell der Marke von 10.000 Punkten werden einige verkaufen. Das könnte eine Korrektur auslösen. Dies wäre dann ein besserer Kaufzeitpunkt als jetzt."

Die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe) erwartet für den heutigen Börsentag marktbewegende Konjunkturdaten aus China: "Eine Reihe von Konjukturdaten aus China steht am Montag zur Veröffentlichung an. So werden Zahlen zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal und zur Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen im Dezember erwartet. In Paderborn hält Wincor Nixdorf seine Hauptversammlung. Dies ist zugleich der Auftakt für die Dividendensaison in Deutschland. 1,48 € je Aktie sollen an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Dies entspricht einer Dividendenrendite von 2,7 Prozent. Am Abend spricht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf dem Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn."

Wirtschaftsredakteurin Susanne Metzger vom "Handelsblatt" konzentriert die Börsenlage zum Wochenbeginn auf die Frage: "Erreicht der Dax erstmals die magische Marke von 10.000 Punkten?" Sie zitiert allerdings skeptische Stimmen zum Anstieg des Dax-Kurses. Weiteres Aufwärtspotenzial sähen Experten nur dann, wenn die Unternehmen mit positiven Geschäftszahlen überraschten. "Aktien haben viel Positives vorweggenommen. Eine sichtbare Verbesserung der Ertrags- und Gewinnperspektiven ist daher dringend geboten", schrieben die Experten der Helaba.

Gabor Steingart, der Herausgeber des "Handelsblatt" warnt in seinem heutigen "Morning Briefing" um 6:03 Uhr: "Am Freitag gab es an der Wall Street die erste Sturmwarnung: Die Aktie der Deutschen Bank fiel um drei Prozent. Gestern am späten Abend schlug dann in Frankfurt der Blitz ein. In einer Ad-hoc-Meldung teilte Deutschlands größtes Geldhaus über das vierte Quartal 2013 mit: "Erträge im Konzern fielen gegenüber dem Vorjahr um 16 % (...) Verlust vor Steuern des Konzerns von 1,2 Milliarden Euro." Die Bankspitze ist heute in der Erklärungspflicht."

Analyst Rocco Gräfe prognostiziert in seinem "Dax-Tagesausblick" von 8:19 Uhr für heute eine Rallye-Pause: "Der DAX endete am Freitag bei 9743. Der Index hat neue Jahreshochs (>9621) erreicht. Das Ausbruchsziel 9777 wurde ebenfalls schon abgearbeitet. Die Tageskerzenkombination (vor allem im DAX-Future) weist auf eine ein- oder mehrtägige Rallye-Pause hin, ohne dass es vorher noch zu weiteren Hochs kommt. Das Abwärtsziel bis zur Wochenmitte kann demnach 9625 lauten, aber auch 9540, ohne dass der DAX zuvor nochmal über 9790 klettert. Danach geht es in der Hauptvariante weiter aufwärts bis ~10.000/10050. Alternativen: Oberhalb von 9800 wäre sofort 10.000/10.050 das Ziel. Unterhalb von 9370 bestätigt sich hingegen eine angelaufene Korrektur größeren Ausmaßes, z.B. mit Zielen bei 9225, 9000 oder 8600."

Kursentwicklung im Tagesverlauf

Nach einem Eröffnungskurs von 9713,20 Punkten fiel der Dax-Kurs innerhalb von acht Minuten um gut 40 Punkte (Verlaufstief 9672,32) und erholte sich bis Mittag um gut 60 Punkte (Verlaufshoch bei 9733,40).

Quellen

  • DAX-Wochenausblick vom 17.1.2014,

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 19.1.2014,

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.1.2014

  • Handelsblatt vom 20.1.2014,

  • Handelsblatt Morning Briefing vom 20.1.2014,.

  • BNP Paribas Dax daily vom 20.1.2014.

Offenlegung gemäß § 34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist weder in den Deutschen Aktienindex noch in eine der 30 darin indexierten Aktiengesellschaften investiert.

Weitere Dax-Analysen

10.000 Punkte in Reichweite (17.1.2014),

Nach neuem Allzeithoch weiterhin bullisch (16.1.2014).

Aktuelle Anlage-Empfehlungen erhalten Sie in den "Geldtipps konkret!".

Informationen zu Anlagestrategien und Anlagestilen

Weitere News zum Thema

  • Geldtipps-Blog: Aktien zur Altersvorsorge?

    [] (ms) Da die gesetzliche Rente sinkt, muss zusätzlich für den Ruhestand gespart werden. Rentenversicherungen sind dabei das Mittel der Wahl - am besten mit staatlicher Förderung. Da derzeit die Zinsen extrem mager ausfallen, liegt es nahe, alternativ mit Aktienfonds fürs Alter zu sparen. Doch ist das nicht viel zu riskant? mehr

  • Aktienrente: 20 Prozent Zulage vorgeschlagen

    [] Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat zusammen mit den Fondsgesellschaften Deka und Union Investment sowie der Privatbank Metzler eine Initiative ergriffen, um die Aktienkultur in Deutschland zu verbessern. Die aktienorientierte Altersvorsorge solle staatlich gefördert werden. mehr

  • Brexit: Risiko oder Chance?

    [] Nach dem EU-Referendum der Briten stehen die Zeichen an den Börsen auf Verkaufen. Doch bietet der Brexit auch eine Chance, die jeder Anleger nutzen kann. mehr

  • Börse: Bei Kursrückschlägen die Nerven bewahren

    [] Nach den Turbulenzen an den Börsen in diesem Jahr dürften sich viele Anleger die Frage stellen, ob ein Engagement in Aktien derzeit nicht zu risikoreich ist. Doch heftigere Schwankungen an den Aktienmärkten sind völlig normal. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.