Börse: Bei Kursrückschlägen die Nerven bewahren

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Nach den Turbulenzen an den Börsen in diesem Jahr dürften sich viele Anleger die Frage stellen, ob ein Engagement in Aktien derzeit nicht zu risikoreich ist. Doch heftigere Schwankungen an den Aktienmärkten sind völlig normal.

Viele Anleger, die die Folgen der Finanzkrise 2008 an den Börsen miterlebten, lassen sich jedoch von starken Kursrückgängen verunsichern. Dahinter steht die Angst vor massiven Vermögensverlusten. Die Anleger sind jedoch gut beraten, gerade nach starken Kurseinbrüchen die Nerven zu behalten und nicht vorschnell ihre Positionen zu verkaufen.

Eine aktuelle Studie der Sutor Bank macht deutlich, wie wichtig es ist, seiner Anlagestrategie treu zu bleiben. Die ersten Wochen des Jahres 2016 waren an den Kapitalmärkten für Anleger eine große Enttäuschung. Viele Anleger reagierten panisch und warfen ihre Papiere auf den Markt. Ein Fehler, wie eine Auswertung der Sutor Bank zeigt: Die 15 besten Börsentage trugen seit Einführung des DAX 1987 fast die Hälfte zur Gesamtrendite des DAX bei. Die meisten der besten Börsentage lagen in stürmischen Zeiten.

DAX ohne die 15 besten Börsentage erzielt nur die Hälfte der Rendite des DAX seit Gründung

Seit Gründung des DAX Ende Dezember 1987 (Start bei 1000 Indexpunkten) erzielte der DAX insgesamt bis Februar 2016 eine jährliche Wertentwicklung von 8,33 %. Ohne die 15 besten Börsentage während dieser Zeitspanne käme der DAX jedoch nur auf eine Rendite von 4,09 %. Wer diese 15 Tage oder auch nur einige Tage davon verpasst hat, verzichtete so auf einen erheblichen Performanceanteil.

Wer beispielsweise die sechs besten Tage des DAX verpasste, erzielte seit 1987 eine jährliche Rendite von 6,30 % – zwei Prozentpunkte weniger als der DAX-Anstieg über alle Tage.

Die 15 besten Börsentage des DAX vom 30.12.1987 bis zum 24.2.2016

Nr.

Tag

Wertentwicklung

1

13.10.2008

11,40 %

2

28.10.2008

11,00 %

3

24.11.2008

10,34 %

4

29.07.2002

7,85 %

5

08.12.2008

7,63 %

6

02.01.2003

7,34 %

7

11.10.2002

7,23 %

8

06.08.2002

7,08 %

9

15.10.2002

6,95 %

10

17.01.1991

6,94 %

11

13.03.2003

6,87 %

12

24.09.2001

6,64 %

13

17.10.1989

6,48 %

14

01.10.1990

6,43 %

15

05.01.1988

6,41 %

Aus der Übersicht ist klar erkennbar, dass die besten Börsentage vor allem in stürmischen Marktzeiten liegen. Demnach lagen die drei besten DAX-Börsentage im Oktober und November 2008 – unmittelbar zur Zeit der Lehman-Pleite und der nachfolgenden Finanzkrise, in deren Verlauf es zu hohen Verwerfungen an den Aktienmärkten kam. Im Juli 2002 hielt der Enron-Skandal und der Vorgriff auf die militärische US-Intervention im Irak die Märkte in Atem (Platz 4), 2002 befanden sich die Märkte noch in den Nachwehen der geplatzten Internetblase (Plätze 7 bis 9), im Januar 1991 gab es im Zuge der militärischen Befreiung Kuwaits Kurssprünge (Platz 10).

Ähnlich die Situation beim amerikanischen Börsenindex S & P 500: ohne die besten 15 Börsentage nur die Hälfte der Rendite

Der marktbreite amerikanische Börsenindex S & P 500 bietet ein ähnliches Bild wie beim DAX: Auch hier erzielt der Index ohne die 15 besten Tage nur die Hälfte der Rendite gegenüber dem Index über alle Tage. Liegt die Rendite des S & P 500 seit 1987 bei jährlich 7,58 %, sind das ohne die 15 besten Tage nur 4,05 % pro Jahr.

Der Arero-Weltfonds: Mehrere Anlageklassen in einem Papier vereint

Wie die Studie der Sutor-Bank zeigt, macht ein hektisches Hin und Her an der Börse wenig Sinn. Eine gute und sehr praktikable Möglichkeit, die Schwankungen einzelner Anlageformen im Rahmen eines aktiv verwalteten Vermögens zu managen, ist das sog. Rebalancing. Dabei geht es darum, ein Portfolio z. B. in einen Aktien- und einen Anleihe-Anteil aufzuteilen und dann das ursprünglich festgelegte Verhältnis in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und ggf. wiederherzustellen. Dadurch wird vermieden, durch eine Aufwärtsphase an der Börse stärker in Aktien gewichtet zu sein als ursprünglich beabsichtigt, sodass die Gefahr verringert wird, beim nächsten Crash mit dem immens angewachsenen Aktienbestand in die Tiefe zu stürzen.

Doch es ist nicht jedermanns Sache, ein nach Anlageklassen und Ländern breit aufgestelltes Portfolio aufzubauen und zu überwachen. Die Idee, dies Privatanlegern mit einem einzigen Produkt möglichst gebührengünstig zu ermöglichen, hat Martin Weber, Professor für Finanzwirtschaft an der Uni Mannheim, in seinem ARERO – Der Weltfonds (WKN: DWS0R 4) umgesetzt. Dazu baut der Fonds bedeutende Indizes aus den Anlageklassen Aktien, Renten und Rohstoffe nach.

Aktien, Renten, Rohstoffe: Alles in einem Fonds verpackt

Die Bezeichnung ARERO steht für Aktien, Renten und Rohstoffe. Diese drei Anlageklassen werden vom Fonds abgedeckt. Die Anlagegelder werden zu 60 % in weltweite Aktien, zu 25 % in europäische Rentenpapiere und zu 15 % in Rohstoffe investiert. Der ARERO verfolgt einen passiven Investmentansatz. Das bedeutet, der Fonds partizipiert an der Wertentwicklung von Aktien, Renten und Rohstoffen über die Nachbildung breit gestreuter Indizes. Darüber hinaus findet kein weiteres aktives Fondsmanagement statt. Einer der Vorteile dieser Philosophie sind die geringen jährlichen Verwaltungskosten von nur 0,45 %.

Der Aktienanteil setzt sich aus vier verschiedenen MSCI-Indizes zusammen:

  • dem MSCI Europe,

  • dem MSCI Emerging Markets,

  • dem MSCI North America und

  • dem MSCI Pacific.

Die Gewichtungen innerhalb des fixen Aktienanteils von 60 % werden jährlich angepasst.

Die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere wird durch die Investition in den IBOXX Euro Sovereign Index repräsentiert, der die Renditen von etwa 2000 europäischen Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten und Bonitäten berücksichtigt. Das Anlagethema Rohstoffe wird durch die Wertentwicklung des Bloomberg Commodity Index Total Return 3 Month Forward abgebildet. Der etablierte Index deckt ein breites Anlagespektrum aus den Sektoren Energie, Edelmetalle, Industriemetalle sowie Agrargüter und Lebendvieh ab.

Swap-Geschäfte halten die Kosten gering

Ein weiterer Faktor sorgt dafür, dass die Gebühren beim ARERO niedrig bleiben: Die Nachbildung der Wertentwicklung der Indizes aus der ARERO-Strategie erfolgt mithilfe von Swaps. Swaps gelten als Derivate und sind Tauschgeschäfte, bei denen Zahlungsströme gegeneinander getauscht werden. Beim ARERO wird das Fondsvermögen größtenteils in variabel verzinslichen Anleihen angelegt.

Die Zinserträge aus den Anleihen werden dann gegen die Gesamtperformance der Indizes der ARERO-Strategie über das Swap-Geschäft getauscht. Dieses Vorgehen ist im Prinzip dasselbe wie bei einem synthetisch replizierenden ETF, mit dem Unterschied, dass ein ETF nur einen einzigen Index abbildet. Durch dieses Verfahren muss der Fonds nicht laufend die Zusammensetzung der einzelnen Indizes durch An- und Verkauf von Wertpapieren nachbauen. Das drückt die Transaktionskosten.

Prinzipiell besteht allerdings, wie bei einem synthetisch replizierenden ETF, ein Verlustrisiko im Falle einer Insolvenz des Swappartners. Doch der Vorteil der niedrigen Gebühren gegenüber anderen Mischfonds ist deutlich: Während bei internationalen Mischfonds Ausgabeaufschläge von 5 % und jährliche Verwaltungsgebühren zwischen 1 % und 2 % gängig sind, wird beim ARERO auf den Ausgabeaufschlag ganz verzichtet. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt lediglich 0,45 %. Die anfallenden Erträge werden nicht ausgeschüttet, sondern verbleiben im Fondsvermögen (thesauriert). Das an zahlreichen deutschen Börsenplätzen gehandelte Papier kann jederzeit ge- und verkauft werden.

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