Besserer Überblick über die Bonität von Emittenten mit Hilfe von Credit Spreads

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Lange Zeit galten die Credit Ratings von führenden Rating-Agenturen wie z.B. Standard & Poor's oder Moody’s als maßgeblich, um das Emittentenrisiko von Zertifikaten einschätzen zu können. In der Finanzkrise erwiesen sich diese Ratings jedoch als zu statisch, um die Anleger rechtzeitig vor ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten einzelner Emittenten zu warnen.

Eine schnelle Möglichkeit Emittentenrisiken besser einzuschätzen, bieten sogenannte Credit Spreads. Der in Basispunkten angegebene Wert stellt die Höhe der Versicherungsprämie dar, die Großanleger zahlen müssen, um sich gegen Zahlungsausfall des betreffenden Schuldners (Emittenten) abzusichern. Eine Credit Spreads von z.B. 160 Basispunkten bedeutet, dass zur Absicherung von einer Mio. Euro 16.000 Euro pro Jahr zu zahlen sind. Eine geringe Risikoprämie spricht für eine hohe Bonität und umgekehrt. Diese Prämien können zeitnäher und genauer als gewöhnliche Ratings Aufschlüsse über die Bonität geben.

Der Derivateverband (deutscher-derivate-verband.de) und die Ratingagentur Scope (scope-zertifikate.de) veröffentlicht täglich auf ihrer Homepage die aktuellen Credit Spreads. Scope rät Anlegern zur Zurückhaltung, falls ein Zertifikateemittent ein Credit Spread von über 400 Basispunkten aufweist. Risikoscheue Anleger sollten jedoch besser schon ab 200 Basispunkten den betreffenden Emittenten meiden.

Tipp
Unabhängig von Ratings und Credit Spreads gilt für alle Zertifikate, dass das Ausfallrisiko über verschiedene Emittenten gestreut werden sollte. Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Zertifikate, sondern für alle Finanzinstrumente, die ein Ausfallrisiko beinhalten. Dazu gehören z.B. auch traditionelle Anleihen von Banken oder Unternehmen. Die alte Weisheit der Risikostreuung, dass nicht alle Eier in denselben Korb gehören, gilt nach wie vor.

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