Auslandsurlaub: Wann eine Warnweste vorgeschrieben ist

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(verpd) Seit knapp zwei Jahren gibt es nun auch in Deutschland eine Warnwestenpflicht. Doch was hierzulande gilt, ist in anderen Ländern ganz anders. Das fängt bei der Anzahl der mitzuführenden Warnwesten an, geht über die Kfz-Art, die mit einer Warnweste ausgestattet sein muss weiter, und reicht bis hin zu den unterschiedlichsten Vorschriften, in welchen Situationen Kfz-Insassen Warnwesten tragen müssen.

Laut Studien wird der Träger einer Warnweste deutlich schneller und besser von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen als ohne eine solche. Das ist auch der Grund, warum sich das Unfallrisiko erheblich vermindert, wenn ein Verkehrsteilnehmer, der beispielsweise aufgrund eines Unfalles oder einer Panne sein Fahrzeug verlässt und auf die Straße geht, eine Warnweste trägt.

Offiziell einsetzbare Warnwesten für Pkw und andere Kfz, die der europäischen Norm EN ISO 20471 entsprechen, sind in unterschiedlichen Größen in den Farben Orange-Rot, Orange oder Gelb erhältlich und haben zwei reflektierende Streifen im unteren Bereich der Rück- und Vorderseite.

Mitführ- und/oder Tragepflicht

In Deutschland muss seit 1.7.2014 jeweils mindestens eine solche Warnweste in allen hierzulande zugelassenen Pkw, Lkw, Zug- und Sattelzugmaschinen sowie Bussen vorhanden sein. In den meisten EU-Ländern ist jedoch nicht nur das Mitführen, sondern auch das Tragen einer Warnweste bei einer Panne oder einem Unfall vorgeschrieben, wenn der Kfz-Fahrer und/oder -Insasse das Fahrzeug verlässt.

In Ländern wie in Belgien, Bulgarien, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Montenegro, Österreich, Portugal, Norwegen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Serbien, Spanien, Tschechien und Ungarn gibt es bereits eine entsprechende Tragepflicht.

In einigen Ländern wie in Deutschland und Belgien ist nur eine Warnweste pro Pkw vorgeschrieben. In anderen Ländern wie Bulgarien, Italien, Frankreich oder Tschechien müssen jedoch alle Insassen, die nach einer Panne oder einem Unfall aus dem Auto steigen, eine Warnweste tragen. Folglich sind hier für alle Insassen Warnwesten mitzuführen.

Warnwestenpflicht für Motorradfahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger

Während die Mitführ- und/oder Tragepflicht in einigen Ländern wie in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien nicht für Motorradfahrer gilt, ist dies in Belgien, Bulgarien, Kroatien, Luxemburg, Slowakei und Ungarn anders.

In manchen Ländern gibt es unter bestimmten Bedingungen sogar eine Warnwesten-Tragepflicht für Radfahrer und/oder Fußgänger. So muss in Ungarn jeder Fußgänger und Radfahrer, der außerhalb einer Ortschaft unterwegs ist, eine Warnweste tragen.

Nachts und bei schlechten Witterungsverhältnissen auch am Tage gilt die Tragepflicht in Frankreich für Radfahrer und in Luxemburg für Fußgänger auf Landstraßen.

Die Missachtung der Mitführ- oder Tragepflicht kann teuer werden

Wer keine Warnweste in seinem Fahrzeug dabeihat, obwohl eine Mitführpflicht besteht beziehungsweise, wer gegen die Tragepflicht verstößt, muss je nach Land mit einer Geldstrafe rechnen. In Belgien kann das Missachten der Tragepflicht zum Beispiel ein Bußgeld von über 1.300 € nach sich ziehen.

Zudem gilt: Wäre ein Unfall durch das Tragen einer Warnweste zu verhindern gewesen, muss der Verletzte, der gegen eine bestehende Tragepflicht verstoßen hat, unter Umständen sogar mit einer Mitschuld und somit einer Kürzung seiner Schadenersatz-Ansprüche gegenüber dem Unfallgegner rechnen. Grundsätzlich empfehlen Experten aus Sicherheitsgründen, nicht nur eine Warnweste mitzuführen, sondern so viele dabeizuhaben, wie Pkw-Sitzplätze vorhanden sind.

Wichtig ist zudem, dass die Warnwesten für die Insassen griffbereit sind, also beispielsweise in den Seitenablagen der Autotüren und nicht im Kofferraum verstaut werden. In Montenegro muss die Warnweste für den Autofahrer während der Fahrt sogar über die Rückenlehne des Fahrersitzes gezogen sein, damit er sie im Falle des Falles sofort zur Hand hat. Prinzipiell sollte jeder Kfz-Insasse eine Warnweste beim Aussteigen nach einer Panne oder einem Unfall tragen, um sein eigenes Unfallrisiko zu minimieren.

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