Aktien: Selten war es leichter, den Index zu schlagen

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Wer eine der bekanntesten Börsenregeln beachtete, konnte in diesem Jahr mit Aktien hohe Gewinne erzielen.

Sie lautet vereinfacht: Kaufe im September und verkaufe im Mai. Genauer: Sell in may and go away, but remember to be back in september. Historischer Hintergrund: Im 19. Jahrhundert zogen in England viele Betuchte im Mai ihr Geld aus der Aktienbörse, um es bei Pferderennen im Sommer setzen zu können.

Zurück zu einem Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Am 6.1.2015 konnte man bei 9.383 Dax-Punkten in Aktien oder Aktienzertifikate der 30 größten deutschen Unternehmen einsteigen und am 29.5.2015 bei 11.704 Dax-Punkten aussteigen (+2.311 Dax-Punkte = +24,6 %). Am 30.9.2015 konnte man bei 9.597 Dax-Punkten zurückkommen und bis vergangenen Freitag (Schlusskurs 11.120 Dax-Punkte) fürs Erste weitere +1.523 Dax-Punkte als Gewinn verbuchen (+15,9 %).

Wer das Glück hatte, beim Tief des Jahres 2014 eingestiegen (8.355 Dax-Punkte am 16.10.2014) und beim Hoch des Jahres 2015 ausgestiegen zu sein (12.391 Dax-Punkte am 10.4.2015 = +4.036 Dax-Punkte in gut sechs Monaten), im Sommerloch in Puts investiert gewesen zu sein (-3.053 Dax-Punkte in viereinhalb Monaten) und zum Wiedereinstieg das Tief des Jahres 2015 bei 9.338 Dax-Punkten am 24.8.2015 (bisher rund +1.800 Dax-Punkte in drei Monaten) erwischt zu haben, konnte noch weitaus besser abschneiden und von Kursbewegungen im Umfang von fast 9.000 Dax-Punkten innerhalb von rund 13 Monaten profitieren.

Kein hohler Spruch, sondern Massenpsychologie

Das perfekte Timing beim Kaufen und Verkaufen garantiert das oben zitierte Anlegerlatein selbstverständlich nicht, aber eine gewisse Saisonalität lässt sich an der Börse durchaus feststellen.

Der Blick auf die vergangenen 30 Börsenjahre zeigt, dass an der legendären Börsenweisheit etwas Wahres dran sein könnte – vor allem wohl deshalb, weil sie überaus bekannt ist und sich deshalb viele Aktionäre an ihr orientieren.

Die Wintermonate schneiden tendenziell besser ab als die Sommermonate. In der Regel sind der Sommer von einer eher durchwachsenen Börsentendenz geprägt. Besonders kritisch ist die Börsenlage in den Monaten August und September, in denen man am besten Urlaub macht und der Börse fernbleibt.

Meist ab Oktober beginnt mit den letzten drei Monaten des Jahres eine sehr gute Börsenphase, in welcher jeder Monat stärker als der vorausgegangene ausfällt. Der Dezember brachte in 24 von 30 Fällen einen Kurszuwachs von durchschnittlich 1,95 %. Das macht ihn zum besten Börsenmonat des Jahres.

Das Börsenjahr 2015 bestätigt überaus eindrucksvoll die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser börslichen Saisonregel. Die oben dargestellten Kursbewegungen sind erfolgt, weil zahlreiche Anleger ab dem 10.4.2015 ihre Aktien verkauft und ab dem 24.8.2015 neue Aktien gekauft haben. Diese Aus- und Einstiegstermine werden bei den Marktteilnehmern in den kommenden Jahren aus guter Erfahrung wieder Beachtung finden.

Der Rückblick auf die Kursentwicklung legt nahe, in der seit Anfang Oktober ansteigenden Börsenphase nach den zu erwartenden obligatorischen Rücksetzern sukzessive Aktien zu kaufen und die derart aufgebauten Aktienpositionen im Frühjahr nach Höchstkursen gestaffelt wieder zu verkaufen. Geldwerte Tipps zur Erträgnisbesteuerung lesen Sie in unserem Ratgeber Abgeltungsteuer: So versteuern Sie Ihre Kapitalanlagen.

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