Wohngeld 2016: Mehr Geld für Mieter und Wohnungseigentümer

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Nach sieben mageren Jahren wird der staatliche Zuschuss zu den Wohnkosten – Wohngeld für Mieter, Lastenzuschuss für Eigentümer – an die Steigerung der Einkommen und Wohnkosten angepasst.

Neu ist auch: Künftig soll das Wohngeld in zweijährigem Turnus angepasst werden (nachdem seit der letzten Anpassung im Jahr 2009 sieben Jahre vergangen sind). Die durchschnittliche Erhöhung für einen Haushalt mit zwei Personen wird auf 71,00 € geschätzt. 2-Personen-Haushalte, denen zuletzt im Schnitt monatlich 115,00 € Wohngeld bewilligt wurde, werden künftig durchschnittlich 186,00 € monatlich erhalten.

Die letzte Wohngelderhöhung war zum 1.1.2009 erfolgt. Seitdem sind die Mieten insbesondere in den Großstädten und den Ballungsräumen erheblich gestiegen. Der jüngste Wohngeld- und Mietenbericht, der vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, stellte fest, dass allein 2014 die Angebotsmieten in Berlin um 9,1 %, in Stuttgart um 6,8 % und in Wolfsburg gar um 19,1 % gestiegen sind. In vielen Ballungsräumen, Groß- und Universitätsstädten sind weiterhin deutliche Mietsteigerungen zu verzeichnen. Dennoch ist die Zahl der Wohngeldempfänger aufgrund der ausgebliebenen Anpassung des Wohngeldgesetzes deutlich zurückgegangen: von einer Million im Jahr 2009 auf zuletzt rund 550000. Von der jüngsten Reform sollen nach den Berechnungen der Bundesregierung rund 870000 Haushalte profitieren. 320000 davon erhalten nun erstmals Wohngeld.

Etwas höhere Einkommen profitieren

Durch die jüngste Anhebung der Fördergrenzen beim Wohngeld rutschen nun wieder zum Teil auch Haushalte mit einem mittleren Einkommen in den Wohngeld-Anspruch hinein. So können nun auch 3-Personen-Haushalte von Arbeitnehmern mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 2.450,00 € zumindest einen kleinen Mietzuschuss erhalten. Dies gilt allerdings nur in Regionen mit dem höchsten Mietniveau. Bislang fiel das Wohngeld bereits bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von mehr als 2.150,00 € komplett weg.

Kindergeld gilt beim Wohngeld nicht als anrechenbares Einkommen. Durch den Kindergeld-Bezug wird der Anspruch auf Wohngeld also nicht gemindert.

Die Berechnung des Wohngelds ist nach wie vor äußerst kompliziert. Die folgende Tabelle liefert Ihnen Orientierungswerte, bis zu welchem Einkommen sich für sie ein Wohngeldantrag unter Umständen lohnen kann. Klar ist jedenfalls: Wenn Ihr Einkommen über den ausgedruckten Werten liegt, haben Sie wahrscheinlich keinen Anspruch auf den staatlichen Mietzuschuss. Allerdings: Wenn Sie außergewöhnlich hohe Werbungskosten haben, alleinerziehend oder schwerbehindert sind, darf Ihr Einkommen noch etwas höher sein.

Eine Chance auf Wohngeld besteht je nach der Personenzahl im Haushalt in Regionen mit dem höchsten Mietniveau bis zu einem Bruttogehalt (ohne Kindergeld) unter ...

Personenzahl im Haushalt

Maximalmiete

bei Arbeitnehmern

bei Rentnern

1

522,00 €

1.535,00 €

1.130,00 €

2

633,00 €

2.060,00 €

1.545,00 €

3

753,00 €

2.475,00 €

1.865,00 €

4

879,00 €

3.170,00 €

2.410,00 €

5

1.004,00 €

3.590,00 €

2.735,00 €

Gute Wohngeldrechner finden Sie im Internet, wenn Sie in einer Suchmaschine So viel Wohngeld steht Ihnen zu eingeben.

Besonderes Plus in Hamburg, Düsseldorf und Köln

Besonders profitieren Mieter in einer Reihe von Großstädten, in denen durch die ebenfalls zum 1.1.2016 neu erfolgte Einordung in (höhere) Mietenstufen nun höhere Mieten als förderungsfähig gelten. So rutschten Hamburg, Düsseldorf, Freiburg, Köln und Mainz nun von Mietenstufe V in die höchste Stufe VI. In diesen Städten galt bislang für einen 2-Personen-Haushalt eine Miete von maximal 468,00 € als förderungsfähig. Künftig steigt diese Grenze auf 633,00 €. Zur Erklärung: Auch Haushalte, deren Miete diese Grenze übersteigt, können zwar Wohngeld erhalten. Bei der Berechnung der Höhe wird allerdings nur die Miete bis zum anerkannten Höchstbetrag berücksichtigt. München, Stuttgart und Frankfurt sind wie bisher in Mietenstufe VI eingruppiert, Berlin dagegen nach wie vor in Stufe IV. Im Gegenzug wurden allerdings auch zahlreiche Gemeinden herabgestuft. Dies gilt etwa für die Städte Hannover (von V auf IV) und Leipzig (von III auf II).

Der Antrag auf das nach neuen Regeln berechnete Wohngeld kann bereits ab November 2015 gestellt werden. Wird der Antrag bis zum 31.1.2016 gestellt, so wird – rückwirkend – im Falle einer Bewilligung ab Januar 2015 gezahlt. Wenn der Bewilligungszeitraum des alten Wohngeldbescheids erst 2016 endet, beispielsweise im Mai, so muss Anfang 2016 kein neuer Wohngeldantrag gestellt werden. Die zuständige Wohngeldstelle erlässt automatisch für den restlichen Bewilligungszeitraum einen neuen Bescheid. Endet der Bewilligungszeitraum, so muss – wie bisher – ein neuer Wohngeldantrag gestellt werden. Dabei muss das aktuelle Einkommen und die aktuelle Miete nachgewiesen werden.

Bruttokaltmiete im Schnitt 7,10 €

Für den Wohngeld- und Mietenbericht hat die Bundesregierung auch die aktuelle Bruttokaltmiete erheben lassen, d.h. die Summe aus der Nettokaltmiete und den umlagefähigen kalten Betriebskosten, wie z.B. Wasser, Abwasser und Müllabfuhr. Diese betrug 2014 im Bundesdurchschnitt 7,10 € je Quadratmeter und Monat. Bezogen auf eine durchschnittliche Wohnfläche von 70 Quadratmeter entspricht dies einem Betrag von knapp 500,00 €. 2014 betrugen die warmen Nebenkosten (Kosten für Heizung und Warmwasser) 1,50 € je Quadratmeter und Monat. Im Vergleich zum letzten Berichtszeitraum (warme Nebenkosten von 1,14 € pro Quadratmeter und Monat für 2010) stiegen die warmen Nebenkosten deutlich an. Damit erhöhte sich ihr Anteil an der Warmmiete von 15 % auf 17 %.

Bis zu welcher Höhe werden Miete/Belastung berücksichtigt?

Anzahl Haushaltsmitglieder

Mietenstufen

I

II

III

IV

V

VI

1

312,00 €

351,00 €

390,00 €

434,00 €

482,00 €

522,00 €

2

378,00 €

425,00 €

473,00 €

526,00 €

584,00 €

633,00 €

3

450,00 €

506,00 €

563,00 €

626,00 €

695,00 €

753,00 €

4

525,00 €

591,00 €

656,00 €

730,00 €

811,00 €

879,00 €

5

600,00 €

675,00 €

750,00 €

834,00 €

927,00 €

1.004,00 €

Mehrbetrag pro weiteres Mitglied

71,00 €

81,00 €

91,00 €

101,00 €

111,00 €

126,00 €

für Gemeinden mit dem höchsten Mietniveau; bei höherer Miete liegt maximal dieser Betrag der Berechnung des Wohngelds zugrunde

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