Für Immobilieneigentümer in Nöten: Lastenzuschuss kann helfen

 - 

Wenig bekannt ist, dass es auch staatliche Zuschüsse für Besitzer eines Hauses oder einer Eigentumswohnung gibt. Diese nennen sich Lastenzuschuss.

Diese Leistung ist nicht etwa in einem Konjunkturpaket enthalten, sondern seit jeher im Wohngeldgesetz verankert. Denn dieses Gesetz sieht neben dem klassischen Wohngeld für Mieter auch für Eigentümer eine Unterstützung vor, sofern diese ihre Wohnung oder ihr Haus selbst bewohnen und in finanzielle Nöte geraten. Hierauf besteht bei Bedürftigkeit ein Rechtsanspruch.

Auch Tilgung wird bezuschusst

Die Höhe des Lastenzuschusses hängt – neben der Größe des Haushalts und der Höhe des Einkommens – von den finanziellen Belastungen durch das Wohneigentum ab. Besonders wichtig dabei: Bei dieser Leistung werden sowohl Zinsen und auch die Tilgung des Darlehens, das zum Erwerb, zum Bau oder zur Modernisierung der Immobilie dient, als auch die Bewirtschaftungskosten berücksichtigt.

Gerade wenn Ihre Immobilie nur noch in geringem Maße verschuldet ist und nur noch geringe Zinsen anfallen, kann es in Hinblick auf den Lastenzuschuss sinnvoll sein, spätestens bei der Vereinbarung einer Anschlussfinanzierung den Tilgungssatz zu erhöhen. Schließlich erhöht sich in diesem Fall ggf. auch der Lastenzuschuss. Die Tilgungsrate sollte allerdings nicht in unvernünftige Höhen gesteigert werden, also in einem Rahmen bleiben, den Sie ggf. auch ohne Lastenzuschuss schultern könnten. Ansonsten kann ggf. ein Antrag auf Lastenzuschuss als missbräuchlich abgelehnt werden.

Nach Paragraf 13, Absatz 2 der Wohngeldverordnung sind als Instandhaltungs- und Betriebskosten 20,00 € je Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr sowie die entrichtete Grundsteuer anzusetzen. Die monatliche Belastung zählt allerdings in jedem Fall nur bis zu bestimmten Obergrenzen. Sie gleichen denen, die auch für Mieter in vergleichbarer Situation gelten. In Frankfurt am Main sind beispielsweise für eine vierköpfige Familie Belastungen in Höhe von maximal 879,00 € zuschussfähig.

Zwar prüfen die Wohngeldämter die Bedürftigkeit der Antragsteller. Dabei geht es allerdings – ganz anders als beim Arbeitslosengeld II – in der Regel nur um das Einkommen der Betroffenen und nicht um deren Vermögen. Ein Antrag auf den Lastenzuschuss kann allerdings nach § 21 des Wohngeldgesetzes abgelehnt werden soweit die Inanspruchnahme missbräuchlich wäre, insbesondere wegen erheblichen Vermögens. Nähere Regelungen hierzu finden sich in den Verwaltungsrichtlinien. Danach ist erhebliches Vermögen vorhanden, wenn die Summe des verwertbaren Vermögens der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder folgende Beträge übersteigt: 60.000,00 € für das erste und 30.000,00 € für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied. Eine vierköpfige Familie dürfte damit Rücklagen in Höhe von bis zu 150.000,00 € besitzen – und könnte dennoch den Lastenzuschuss erhalten.

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.