So holen Sie sich die Abwrackprämie

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Wer sein altes Auto verschrotten und sich ein neues Fahrzeug liefern lässt, bekommt vom Staat 2.500 Euro Prämie gezahlt. Dieses Angebot gilt jedoch nur noch so lange, bis sich 2 Mio. Abwrackwillige gemeldet haben. Damit Sie bei den Formalitäten keine Fehler machen, geben wir Ihnen dazu wichtige Hinweise.

Am 14.1.2009 beschloss das Bundeskabinett die Einführung einer "Umweltprämie" für den Neukauf eines Pkw in Höhe von 2.500 €, die am 20.2.2009 im Rahmen des Konjunkturpakets II konkretisiert wurde und sich seitdem zum Konsumrenner entwickelte. Anträge auf Gewährung einer Umweltprämie ("Abwrackprämie") konnten schon seit 27.1.2009 gestellt werden. Die Bestimmungen zum Erwerb der Umweltprämie stehen in der "Richtlinie zur Förderung des Absatzes von Personenkraftwagen". Diese wurde am 17.3. 2009 noch einmal geändert.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Prämie erhalten nur Privatpersonen, die einen Personenkraftwagen, der mindestens neun Jahr alt ist, verschrotten lassen und gleichzeitig ein neues Auto anschaffen. Der Halter des Altfahrzeugs und des Neuwagens müssen identisch sein. Fahrzeuge, die auf einen Gewerbebetrieb zugelassen sind, sind ausgeschlossen. Der Erwerb und die Zulassung des Neuwagens muss zwischen dem 14.1.2009 und dem 31.12.2009 liegen. Der Altwagen muss bis 31.12.2009 verschrottet werden, was durch den Verwertungsnachweis eines anerkannten Demontagebetriebs nachgewiesen werden muss. Der Stichtag für die Neunjahresfrist des Altwagens ist seit der Richtlinienänderung am 17.3.2009 nicht mehr der 14.1.2000. Nun muss die Erstzulassung mindestens neun Jahre vor dem Tag der Verschrottung liegen.

Für welche Autos gibt es die Umweltprämie?

Förderfähig ist der Erwerb jedes neuen Pkw, "der hinsichtlich seiner Schadstoffklasse mindestens die Anforderungen von Euro 4 erfüllt". Der Neuwagen muss gekauft oder geleast worden sein. Er muss zum ersten Mal zugelassen sein oder "längstens ein Jahr einmalig auf einen Kfz-Hersteller, dessen Vertriebsorganisationen oder dessen Werksangehörigen" oder einen Kfz-Händler bzw. eine Automobilleasinggesellschaft zugelassen gewesen sein (sogenannter Jahreswagen). Als Personenkraftwagen zählen auch Wohnmobile und Geländewagen.

Welche Anträge werden berücksichtigt?

Die Bundesregierung hatte zunächst 1,5 Mrd. € als Obergrenze für die Zahlung der Umweltprämie beschlossen, einschließlich der Verwaltungskosten für die Bearbeitung der Anträge. Das entspricht einer Antragstellerzahl von maximal 600.000. Auf der Seite des BAFA können Sie prüfen, wie viele Anträge bereits gestellt wurden. Am 6.4.2009 lagen bereits rd. 1,2 Mio. (Reservierungs-)Anträge vor. Die Bundesregierung hat sich inzwischen auf eine Aufstockung des Etats auf 5 Mrd. € verständigt. Maximal 2 Mio. Abwrackwillige können also von dieser Prämie profitieren.

Wo kann der Antrag eingereicht werden?

Der Antrag muss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Das kann seit 30.3.2009 nur noch elektronisch über das Internet erfolgen. Der Antrag dient zunächst nur der Reservierung einer Umweltprämie. Dem Antrag muss zwingend als Anlage eine Kopie des Kauf- oder Leasingvertrages im PDF-Format beigefügt sein. Alle anderen erforderlichen Unterlagen werden später nachgereicht. Im Gegensatz zum vor dem 30.3.2009 geltenden Verfahren kann jetzt schon ein Antrag gestellt werden und damit vor allem eine Reservierung der Umweltprämie vorgenommen werden, wenn der Neuwagen gekauft, aber noch nicht geliefert und der alte Wagen noch nicht verschrottet wurde. Den Antrag mit dem Antragsformular "UMP-Neu" findet man auf der Internetseite des BAFA unter www.bafa.de oder direkt unter www.ump.bafa.de.

Welche Daten werden für den Online-Antrag abgefragt?

Sie müssen angeben: Ihren Namen und Ihre Adresse sowie eine E-Mail-Adresse zwecks Eingangsbestätigung (das muss nicht Ihre eigene sein), die Fahrzeug-Identifikationsnummer, Hersteller und Fahrzeugtyp Ihres Altwagens, das Datum des Kaufvertrags, Hersteller und Fahrzeugtyp sowie die Emissionsklasse des Neuwagens. Die Fahrzeug-Identifikationsnummer können Sie dem Fahrzeugbrief Ihres Altwagens entnehmen. Der Hersteller (z. B. VW, Ford) und der Fahrzeugtyp (Golf, Fusion) müssen im Antragsformular aus einer vorgegebenen Liste ausgewählt werden. Folgen Sie ansonsten den Anweisungen im Formular. Die PDF-Datei wird erst zum Schluss angefügt. Wenn die Übertragung der Daten geklappt hat, bekommen Sie online umgehend eine Eingangsbestätigung. Die eigentlichen Reservierungsbescheide per E-Mail werden erst zwei Wochen später versendet.

Welche Dokumente müssen später nachgereicht werden?

Die vorgenommene Reservierung gilt für sechs Monate. Mit dem Reservierungsbescheid erhält jeder Antragsteller ein "Verwendungsnachweisformular", mit dem spätestens zum 31.1.2010 folgende Nachweise – dann in schriftlicher Form – vorzulegen sind:
  • Verwendungsnachweisformular mit der verbindlichen Erklärung eines anerkannten Demontagebetriebs, dass das Altfahrzeug verschrottet wird;
  • Verwertungsnachweis (nach § 15 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung) des anerkannten Demontagebetriebs;
  • Nachweis der Außerbetriebsetzung des Altwagens durch Kopie des Fahrzeugscheins mit dem Vermerk der Zulassungsbehörde über die Außerbetriebsetzung und zusätzlich das Original des entwerteten Fahrzeugbriefs;
  • Nachweis der Zulassung des Neuwagens auf den Antragsteller/die Antragstellerin durch Kopien von Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief;
  • zusätzlich bei Jahreswagen von Werksangehörigen eine Bescheinigung des Kfz-Herstellers, dass der Pkw zum Zeitpunkt des Kaufs auf einen Werksangehörigen zugelassen war.
Wie bekommen Sie das Geld?

Die Auszahlung der Umweltprämie erfolgt nach Prüfung der eingereichten Unterlagen durch das BAFA auf ein vom Antragsteller angegebenes Konto.

Haben die Autohändler etwas mit dem Verfahren zu tun?

Rechtlich gesehen gar nichts. Die Händler versuchen nur, mit dem Argument der Abwrackprämie ihren Umsatz anzukurbeln. Wenn Sie über den Preis verhandeln, kann es Ihnen unter Umständen sogar schaden, wenn der Händler weiß, dass Sie Ihren alten Wagen verschrotten möchten. Denn dann wird er sich unter Verweis auf die Prämie mit Rabatten ggf. knauseriger zeigen und dafür Ihnen noch großzügig anbieten, alle Formalitäten (auch das Erstellen der PDF-Datei des Kaufvertrags) für Sie zu übernehmen. Das kann mit Sicherheit aber – wenn Sie selbst mit der dafür notwendigen kostenlosen Computer-Software "Acrobat Reader" nicht umgehen können – ein Freund oder Verwandter für Sie übernehmen. Nehmen Sie die Verschrottung im Zweifelsfall selbst in die Hand.

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