Riester-Rente: Fondssparpläne trotzen Turbulenzen

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Die Riester-Rente ist mit 12 Mio. Abschlüssen nach wie vor das erfolgreichste vom Staat geförderte Modell der privaten Altersvorsorge. Auch die Finanzkrise hat nichts daran geändert. Wer sich das geschenkte Geld vom Staat entgehen lässt, könnte sich im Ruhestand darüber ärgern.

Allein im letzten Quartal 2008 haben sich nochmals 700.000 Anleger für eine private Vorsorge in Form einer Riester-Rente entschieden. Im Jahr 2008 wurden damit insgesamt 2,2 Mio. Verträge neu abgeschlossen.

Der Staat lässt sich diese private Absicherung seiner Bürger jedes Jahr einiges an finanzieller Förderung kosten. So gibt es eine staatliche Grundzulage von bis zu 154 Euro pro Riester-Vertrag sowie bis zu 185 Euro für jedes vor dem 1.1.2008 geborene Kind und bis zu 300 Euro für jedes nach dem 31.12.2007 geborene Kind. Außerdem gibt es einmalig einen Früheinsteiger-Bonus für unter 25-Jährige. Bei gutem Einkommen kommen zusätzliche Steuervorteile hinzu.

Umschichtung zur Unzeit?

In den vergangenen Wochen hat mancher Riester-Sparer sich aber dann doch geärgert. Infolge der allgemeinen Verunsicherung an den Finanzmärkten sind nämlich einige Anbieter dazu übergegangen, bei bestehenden fondsbasierten Riester-Verträgen ihre Aktienfondsanteile in sichere Rentenfondsanteile umzuwandeln, so z. B. Union-Investment von den Volks- und Raiffeisenbanken.
Die Anbieter bekamen kalte Füße angesichts der schwindelerregenden Abstürze an den Aktienmärkten. Die Anleger werden durch dieses Anlageverhalten jedoch eher Geld einbüßen. Für die Anleger bedeutet die Umschichtung nämlich, dass aus den bisherigen Buchverlusten ihrer Riester-Sparpläne plötzlich reale Verluste beim Sparkapital wurden. Für die Riester-Sparer mit einer fondsbasierten Anlagestrategie bringt die Änderung der Anlagestrategie zu Anleihen zwar aktuell ein Gefühl von mehr Sicherheit, gleichzeitig werden aber eben Chancen für die Zukunft möglicherweise vorschnell verschenkt.

Denn gerade bei fallenden Märkten würden sie vom bekannten Cost-Average-Effekt profitieren: Wer als Anleger monatlich einen bestimmten Betrag in einen Fonds investiert, der erhält bei gefallenen Kursen für seinen fixen Betrag auch mehr Anteile am Fonds. Hat ein Anleger also einen Fondssparplan über monatlich 100 Euro vereinbart, dann erhält er für 100 Euro beispielhaft einen Fondsanteil. Steht der Fondskurs aber nur noch bei 25 Euro, bekommt der Anleger schon vier Anteile für den gleichen Betrag.

Steigen die Kurse an der Börse wieder, sind diese Anteile dann auch mehr wert. Bei einer längeren Laufzeit lassen sich somit auch Verlustphasen an der Börse gut überbrücken und können mitunter sogar in eine höhere Rendite umschlagen. Sind die Riester-Fondsanteile jedoch erst einmal in Anleihen umgewandelt, geht der Effekt verloren. Gerade bei kürzeren Verträgen, die demnächst auslaufen, ist es daher nicht ausgeschlossen, dass sich die Kursverluste in einer geringeren Rendite als erwartet bemerkbar machen.

Tipp
Eine Änderung der Anlagestrategie sollten Sie nicht akzeptieren und ggf. den Anbieter wechseln; den alten Sparplan aber nicht kündigen, sondern nur stilllegen. Auch bei Riester-Fondssparplänen gibt es eine Kapitalgarantie, die für die eingezahlten Beiträge und die Zulagen gilt. Die Einzahlungen gehen also nicht verloren und die Zulagen sichern eine (kleine) Mindestrendite, die durch Steuervorteile u. U. noch aufgebessert werden. Diese Anlageform eignet sich vor allem für jüngere Sparer mit einem langen Anlagehorizont. Sie können vorübergehende Schwächeperioden an den Aktienmärkten besser verkraften. Fondssparpläne versprechen auf lange Sicht bessere Renditechancen für die Altersversorgung als eine Rentenversicherung oder ein Banksparplan. Diese bieten dagegen mehr Sicherheit.

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