Rente aufstocken durch Wohngeld

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Die Rente steigt kaum - dafür aber vielfach die Mieten. Immer mehr Rentner haben deshalb Anspruch auf Wohngeld bzw. als Eigentümer auf den Lastenzuschuss, der nach ganz ähnlichen Regeln funktioniert. Nach dem letzten Wohngeld- und Mietenbericht der Bundesregierung sind rund 45 Prozent der Haushalte, die Wohngeld erhalten, Rentnerhaushalte. Wohngeld und Lastenzuschuss sind also heute bereits klassische Leistungen für Rentner.

Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur monatlichen Miete oder - in Form des Lastenzuschusses - zu den Belastungen eines selbst bewohnten Eigenheims. Es wird - bei Bedürftigkeit - zumeist für einen Zeitraum von zwölf Monaten bewilligt und kann dann immer wieder erneut beantragt und somit zeitlich unbegrenzt bezogen werden.

Ob und wie viel staatlichen Wohnzuschuss es gibt, hängt von drei Bedingungen ab:
  • der Größe des Haushalts;
  • dem Mietniveau am Wohnort und
  • dem Haushaltseinkommen.

Ein Antrag auf Wohngeld oder Lastenzuschuss kann sich für einen alleinstehenden Rentner bis zu einer Monatsrente in Höhe von 956 Euro lohnen, sofern er kein zusätzliches Alterseinkommen hat. Dieser Betrag gilt für Regionen mit hohem Mietniveau, beispielsweise in Stuttgart, Tübingen, München und Frankfurt. In ländlichen Gegenden mit sehr niedrigem Mietniveau lohnt sich ein Wohngeldantrag noch, wenn die gesetzliche Rente nicht höher als 867 Euro ist.

Beispiel

Ein alleinstehender Rentner aus München, der für seine Wohnung eine Kaltmiete (einschließlich Nebenkosten, aber ohne Heizung) in Höhe von 410 Euro monatlich zahlt, hat bei einer gesetzlichen Rente von 956 Euro Anspruch auf monatlich 10 Euro Wohngeld, bei einer Rente von 900 Euro könnte er bereits 39 Euro Wohngeld erhalten.

Höhere Grenzen bei Behinderung und Pflegebedürftigkeit

Wer schwerbehindert ist, für den kann sich der Wohngeldantrag auch bei höherem Einkommen noch auszahlen. In einigen Fällen können nämlich bestimmte Pauschalbeträge von der Rente abgesetzt werden:
  • 125 Euro monatlich für ein Haushaltsmitglied, das 100 Prozent schwerbehindert ist,
  • 125 Euro für ein pflegebedürftiges Haushaltsmitglied (mindestens Pflegestufe 1) mit einem Grad der Behinderung ab 80 Prozent,
  • 100 Euro monatlich für ein pflegebedürftiges Haushaltsmitglied mit einem Grad der Behinderung ab 50 Prozent.
Das Wohngeld ist eine Leistung mit niedrigen Hürden: So prüfen die Ämter nicht, ob das Auto oder die Größe und Ausstattung der Wohnung angemessen sind. Auch nach Ersparnissen und Vermögen wird in den meisten - regional unterschiedlichen - Wohngeldanträgen nicht gefragt. "Erhebliches Vermögen" steht allerdings - so die Wohngeldbroschüre des Bundesbauministers - einem Wohngeldanspruch entgegen. Dessen Höhe wird von der Rechtsprechung unterschiedlich eingestuft, es handelt sich aber regelmäßig um Beträge in sechsstelliger Größenordnung.

Tipp
Stellen Sie den Wohngeldantrag sofort, wenn Sie meinen, dass Sie die Anspruchskriterien erfüllen. Wohngeld wird nämlich erst ab dem Monat der Antragstellung gezahlt - und nicht rückwirkend.

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