Neues Vermittlungsbudget für die Jobsuche

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Jede Bewerbung ein Gewinn: Arbeitsamt zahlt Zuschuss.

Wer einen Job sucht, muss erst einmal einiges zahlen: für Bewerbungsfotos, Mappen, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen (oft in einer anderen Stadt) und vieles mehr. Deshalb fördern die Arbeitsagenturen die Jobsuche. Seit Anfang dieses Jahres gibt es dafür ein sogenanntes Vermittlungsbudget.

Schon bisher finanzierten die Agenturen Kosten für Bewerbungsunterlagen oder Vorstellungsgespräche sowie Umzüge zum neuen Job oder die Kinderbetreuung während einer Weiterbildung. Mehr denn je gilt nun aber: Gefördert wird nur, wer seine Rechte kennt und offensiv bei der Arbeitsagentur auftritt. Zum 1.1.2009 wurden nämlich etliche konkrete Regelungen zu den sogenannten Bewerbungs- und Mobilitätshilfen im Arbeitslosenrecht gestrichen und durch das Vermittlungsbudget ersetzt.

Über dieses Budget können die örtlichen Arbeitsagenturen und ihre Vermittler nun freier als früher verfügen. Damit sind dann auch Dinge finanzierbar, bei deren Finanzierung sich die Agenturen früher schwergetan haben, weil sie in keinen konkreten Haushaltstopf passten. So sind jetzt auch Ausgaben fürs persönliche Outfit drin – etwa für einen Friseurbesuch oder für eine angemessene Kleidung, wenn ansonsten etwa eine Bewerbung für einen bestimmten Job chancenlos wäre. Solche Maßnahmen werden in Dortmund z. B. unter dem Stichwort "Unterstützung der Persönlichkeit" gefördert. Hierfür ist eine Förderung in Höhe von maximal 150 Euro pro Arbeitslosen vorgesehen. Andernorts kann es aber ganz andere Regelungen geben, denn die örtlichen Arbeitsagenturen haben viel Spielraum, um die nun bewusst unkonkreten Vorgaben des Gesetzgebers auszufüllen.

Viele Arbeitsagenturen orientieren sich bei den Bewerbungs- und Mobilitätshilfen jedoch an den bisherigen gesetzlichen Regeln. So wurden bislang – und häufig auch künftig – bis 260 Euro pro Jahr und 5 Euro pauschal pro nachgewiesener Bewerbung erstattet. Weiterhin hatten die Ämter bislang auf Antrag die Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen erstattet, wenn das einladende Unternehmen diese nicht übernahm. Auch die Kosten für Übernachtungen konnten erstattet werden, wenn etwa zu später Stunde kein Zug mehr vom Bewerbungsort zurückfuhr oder andere Umstände zur Übernachtung zwangen.

Wer dann eine Stelle gefunden hat, aber in eine andere Stadt umziehen muss, kann eine Trennungskostenbeihilfe (bis zu 260 Euro pro Monat nach altem Recht) bei doppelter Haushaltsführung oder auch eine Umzugskostenbeihilfe (bisher bis zu 4.500 Euro) beantragen. All das ist im Grundsatz auch weiterhin möglich. In dem ein oder anderen Fall ist jetzt auch noch mehr drin.

Geldtipp
Damit die Kosten übernommen werden, ist nach wie vor wichtig: Der Bewerber muss vorab einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.

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