Kindergeld: Auch bei gutem Verdienst der Kinder kann Anspruch bestehen

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Viele Azubis oder Schüler haben ihre Ausbildung beendet und beginnen im Herbst ein Studium. Falls sie in der Wartezeit einen sehr gut bezahlten Job finden, können ihre Eltern dennoch Kindergeld erhalten: Zwar nicht für die Wartezeit, wohl aber für den Rest des Jahres.

Das geht aus einem Urteil des Finanzgerichts Münster vom 31.3.2009 hervor (Az. 1 K 4425/08 Kg). Dabei ging es um eine junge Frau, die Ende Juni 2007 ihre Ausbildung zur Versicherungskauffrau beendet und im Oktober 2007 mit ihrem Studium begonnen hatte. In den drei Monaten dazwischen war sie in ihrem erlernten Beruf vollzeitig beschäftigt und verdiente so gut, dass ihre Einkünfte während des gesamten Jahres 2007 hierdurch über den für das Kindergeld geltenden Jahresgrenzbetrag von 7.680 Euro gehoben wurden.

Nur so hoch dürfen die Jahreseinkünfte von Kindern nach dem Abzug von Werbungskosten und Sozialversicherungsbeiträgen "eigentlich" sein, wenn der Anspruch auf Kindergeld nicht verloren gehen soll. Deshalb verweigerte die zuständige Familienkasse der betroffenen Familie für das gesamte Jahr 2007 Kindergeld.

Falsch – sagte das zuständige Finanzgericht und argumentierte: In den Monaten zwischen den beiden Ausbildungsabschnitten bestand wegen des hohen Verdiensts des Kindes und wegen dessen Vollzeiterwerbstätigkeit kein Anspruch auf Kindergeld. Deshalb muss dann aber auch das Einkommen, das die Ausbildungsabsolventin in dieser Zeit erzielt hat, bei der Prüfung des Anspruchs auf Kindergeld unter den Tisch fallen.

Anspruch auf Kindergeld bestand deshalb hier für insgesamt neun Monate (Januar bis Juni und Oktober bis Dezember). In diesem Zeitraum werden dem Kind 9/12 des Jahresgrenzbetrags von 7.680 Euro zugestanden. Das sind 5.760 Euro. So viel hatte die junge Frau in diesem Zeitraum nicht verdient, deshalb gestand das Finanzgericht ihren Eltern für diese Zeit Kindergeld zu. Dabei ließ es allerdings eine Revision beim Bundesfinanzhof zu (Az. III R 36/09).

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