Grundsicherung: Steigende finanzielle Hilfe für Bedürftige

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Wer über 65 Jahre alt und über weniger als rd. 700 Euro monatlich verfügt, kann Grundsicherung beanspruchen (SGB XII). Gleiches gilt für Erwerbsgeminderte über 18 Jahren. Der Staat gewährt diese Finanzhilfe, ohne auf das Einkommen oder Vermögen der Kinder oder Eltern des Bedürftigen zurückzugreifen, sofern deren Jahreseinkommen unter 100.000 Euro liegt.

Grundsicherung erhielten zum Jahresende 2009 rd. 314.000 Personen (Vorjahr: 325.000) in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, ging damit die Anzahl der Hilfebedürftigen gegenüber 2008 um 3,4 Prozent zurück. Hilfen zum Lebensunterhalt erhielten rd. 164.000 Männer und 150.000 Frauen.

Bundesweit bezogen im Jahr 2009 3,8 von 1000 Einwohnern laufende Hilfen zum Lebensunterhalt. In Bremen war der Anteil der Empfänger mit 5,7 Personen je 1000 Einwohner am höchsten, in Baden-Württemberg mit 1,3 Personen je 1000 Einwohner am niedrigsten.

Hilfe für Heimbewohner und Einpersonen-Haushalte

Sieben von zehn Leistungsberechtigten (70,5 Prozent) waren den Angaben zufolge in Einrichtungen wie Wohn- oder Pflegeheimen untergebracht. Die außerhalb von Einrichtungen lebenden Hilfebezieher waren überwiegend Einpersonen-Haushalten zuzurechnen.

Mit knapp 40 Jahren waren die Leistungsbezieher außerhalb von Einrichtungen im Durchschnitt deutlich jünger als die innerhalb von Einrichtungen mit rund 53 Jahren.

Steigende Aufwendungen

Im Jahr 2009 gaben die Kommunen und die überörtlichen Sozialhilfeträger für die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt 999 Mio. Euro aus. Trotz gesunkener Empfängerzahl stiegen die Ausgaben damit um 12,5 Prozent.

Etwa 55 Prozent der Ausgaben wurden für Leistungsberechtigte in Einrichtungen und knapp 45 Prozent für Hilfebezieher außerhalb von Einrichtungen verwendet.

Tipp
Die Grundsicherung richtet sich u.a. an Behinderte und pflegebedürftige Personen, die in Einrichtungen leben und dort Eingliederungshilfe für behinderte Menschen oder Hilfe zur Pflege beziehen. Außerhalb von Einrichtungen kommt die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt etwa für vorübergehend Erwerbsunfähige, längerfristig Erkrankte, Erwerbsminderungsrentner sowie Altersrentner mit niedriger Rente in Betracht. Empfehlenswert ist es, den Antrag auf Grundsicherung zu stellen, sobald ein Bedarf entsteht, weil die Leistungen frühestens ab dem Tag der Antragstellung gezahlt werden und nicht rückwirkend.

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