Endstation Armenhaus? Die Grundsicherung hilft

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Wer arm, alt oder krank ist, hat Anspruch auf staatliche Hilfe.

Wer kennt sie nicht: Berichte über Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und am Ende mit leeren Händen dastehen? Meist handelt es sich um Geringverdienerinnen, die nur niedrige Beträge in die Rentenkasse eingezahlt haben. In vielen Fällen reicht die gesetzliche Rente nicht, um den Lebensabend zu bestreiten. Diese Frauen fühlen sich von der Politik vernachlässigt. Doch es gibt eine Lösung.

Geldtipp
Bedürftige Alters- und Erwerbsminderungsrentner können seit 2003 eine sogenannte Grundsicherung beantragen.

Anspruch auf Grundsicherung haben Personen, die bereits vollständig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind und ihren Lebensunterhalt nicht ohne fremde Hilfe bestreiten können. Vermögen und Einkünfte des Antragstellers müssen unter bestimmten Grenzwerten liegen.
Entscheidend: Die Kinder der Antragsteller werden, anders als bei der Sozialhilfe, nicht als Unterhaltspflichtige belastet. Sie müssen ihr Einkommen nicht offenlegen, außer wenn das Einkommen über 100.000 Euro im Jahr liegt.

Beispiel: Eine Rentnerin, Anfang 60, hat 43 Jahre lang als Bedienung gearbeitet. Dann streikte der Körper. Einige Zeit kam sie mit Altersteilzeit über die Runden. Danach wurde sie erwerbsunfähig. Ihre gesetzliche Rente beträgt 788 Euro. Mit der Betriebsrente von Euro 72 ergibt das eine Gesamtrente von Euro 860 pro Monat. Abzüglich Miete von Euro 591 verbleiben Euro 269, von denen Strom, Telefon und eine Hausratversicherung zu bezahlen sind – abgesehen von den Lebensmittel- und Krankheitskosten. Sie hat Anspruch auf eine zusätzliche Grundsicherung von Euro 132,97 pro Monat.

Grundsicherung wird von den Sozial- oder Grundsicherungsämtern in der Regel für zwölf Monate bewilligt. Danach muss ein Folgeantrag gestellt werden. Etwa 700.000 Menschen beziehen derzeit Grundsicherungsleistungen. Tatsächlich hätten aber viel mehr Rentner Anspruch auf diese Unterstützung.

Geldtipp
Lassen Sie auf alle Fälle prüfen, ob Sie anspruchsberechtigt sind. Zumal das Vermögen Ihrer Angehörigen keine Rolle spielt. Falscher Stolz schadet nur Ihrem eigenen Portemonnaie!

Altersarmut vermeiden

Die Gefahr der Altersarmut droht selbst in einem reichen Land wie Deutschland. Trotzdem sorgen manche viel zu spät für ihr Alter vor.

Geldtipp
Für die jüngere Generation heißt es nach einem deutschen Sprichwort: "Junges Blut, spar dein Gut, Armut im Alter wehe tut." Informieren Sie sich über die gesetzliche und private Altersvorsorge. Dazu gehören neben den Riester- und Rürup-Verträgen auch das Eigenheim oder Bank- und Fondssparpläne – entsprechend den individuellen finanziellen Verhältnissen.

Vor allem Frauen sollten darauf achten, dass sie nicht zu kurz kommen. Denn die Babypause rächt sich im Ruhestand. Die für die Kindererziehungszeit gutgeschriebenen Rentenentgeltpunkte gleichen den Einkommensausfall keinesfalls aus. Eine Teilzeitbeschäftigung während der Kindergarten- und Schulzeit führt ebenfalls nicht zu wesentlich höheren Rentenbeiträgen. Durch die in der Regel hohe Steuerklasse bleibt nur wenig für die Altersvorsorge übrig.

Frauen sollten sich daher von ihrem Partner bei ihrer individuellen Altersvorsorge finanziell unterstützen lassen. Als Ausgleich sollten sie sich von ihrem Partner unter Umständen auch Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung übertragen lassen (sog. Rentensplitting). Eine Prüfung der Rentierlichkeit ist unabdingbar. Falls diese nicht gegeben ist, sollte ein finanzieller Ausgleich in anderer Form erfolgen.

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