Ehrenamt: Verbesserte steuerliche Förderung

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Wer ehrenamtlich eine Betreuung übernimmt, Vormund für ein Kind ist oder eine Pflegschaft übernimmt, kann seit 1.1.2011 höhere steuerfreie Aufwandsentschädigungen in Anspruch nehmen. Der Gesetzgeber hat diese ehrenamtlichen Tätigkeiten steuerlich denen von Übungsleitern gleichgestellt.

Aufgrund dieser Neuregelung sind Aufwandsentschädigungen für Betreuer (§ 1835a BGB) steuerfrei, soweit sie zusammen mit den steuerfreien Einnahmen im Sinne des § 3 Nr. 26 EStG (Übungsleiterpauschale) den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 Satz 1 EStG in Höhe von 256 Euro im Jahr nicht überschreiten (§ 3 Nr. 26b EStG).

Ist die Übungsleiterpauschale bereits "verbraucht", kommt für die Aufwendungen des Betreuers lediglich ein pauschaler Werbungskostenabzug in Höhe von 25  Prozent der Aufwandsentschädigungen (81 Euro) in Betracht.

Ehrenamtliche Betreuer erhalten derzeit eine jährliche pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 323 Euro, die für jede einzelne Betreuung, Vormundschaft und oder Pflegschaft gezahlt wird, wobei die Auslagen auch in Form von Einzelabrechnungen geltend gemacht werden können. Bei mittellosen Betreuten wird diese Entschädigung aus der Staatskasse abgerechnet und gezahlt.

Die Aufwandsentschädigungen gehören zu den sonstigen Einkünften im Sinne des § 22 Nr. 3 EStG und sind daher grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. Solche Einkünfte sind nach § 22 Abs. 3 Satz 2 EStG allerdings dann nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie – nach Abzug des ab 1.1.2011 neu eingeführten besonderen Freibetrages nach § 3 Nr. 26b EStG bis zur Höhe von 2.100 Euro – weniger als 265 Euro im Kalenderjahr (Freigrenze) betragen.

Wenn keine anderen steuerfreien Einkünfte im Rahmen der Übungsleiterpauschale vorliegen, können Betreuer ab 1.1.2011 bis zu sieben Betreuungen steuerfrei übernehmen.

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