Arbeitslosenversicherung: Viele Neuerungen zum Jahreswechsel

 - 

Zum Jahreswechsel 2010/2011 gab es zahlreiche Änderungen bei der Arbeitslosenversicherung, die insbesondere ältere Arbeitnehmer betreffen. In erster Linie geht es dabei darum, dass bislang bereits bestehende Instrumente verlängert wurden.

Die Regelungen zur sogenannten Entgeltsicherung, durch die Lohneinbußen von Arbeitnehmern ab 50 in ihrem neuen Job abgefedert werden sollen, wurden bis Ende 2011 verlängert.

Auch die Regelungen zum Eingliederungszuschuss für Ältere gelten nun für alle Beschäftigungsverhältnisse, die bis Ende 2011 begründet werden.

Bis Ende 2011 können Arbeitslose darüber hinaus von den Arbeitsagenturen noch Vermittlungsgutscheine zur Inanspruchnahme der Dienste von privaten Job-Maklern erhalten.

Auch die Sonderregeln für die Kurzarbeit wurden verlängert. Viele Regeln zur Kurzarbeit - etwa die vollständige bzw. teilweise Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeiter durch die Arbeitsagentur - gelten nun bis Ende März 2012. Bis dahin kann Kurzarbeit von den Betrieben auch unter erleichterten Bedingungen in Anspruch genommen werden.

Eine weitere entscheidende Neuerung betrifft die freiwillige Arbeitslosenversicherung, die inzwischen "Pflichtversicherung auf Antrag" heißt. Diese wurde 2006 versuchsweise und bis Ende 2010 befristet für Selbstständige und Auslandsbeschäftigte eingeführt sowie - bereits damals auf Dauer - für pflegende Angehörige. Nun wurde die anfängliche Befristung aufgehoben. Zudem wurden zahlreiche Detailregelungen geändert. Insbesondere wurden die Beiträge für Selbstständige und Auslandsbeschäftigte drastisch angehoben.

Wichtig für Ältere ist zudem eine Klarstellung, die die Bundesagentur für Arbeit inzwischen vorgenommen hat: Wer für die Angehörigenpflege eine Auszeit vom Job nimmt, kann - bei Verfügbarkeit - grundsätzlich ALG I erhalten. Das gilt, obwohl das Beschäftigungsverhältnis während der Pflegezeit - allerdings ohne dass Lohn fließt - fortbesteht.

Weitere News zum Thema

  • So wird die Urlaubsplanung nicht zum Streitfall

    [] (verpd) Prinzipiell hat jeder Arbeitnehmer ein Anrecht auf einen Urlaub. Doch wann der Urlaub konkret genommen wird, ist nicht immer nur allein eine Entscheidung des Arbeitnehmers. Welche rechtlichen Vorgaben es in Bezug auf den Urlaub gibt und zu beachten sind. mehr

  • Jeder fünfte Deutsche ist von Ausgrenzung und Armut bedroht

    [] (verpd) In Deutschland ist die Bedrohung von Armut und sozialer Ausgrenzung in den Jahren 2008 bis 2015 nahezu unverändert hoch, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Jeweils rund 20 Prozent der Bevölkerung sind seit Jahren davon betroffen. Im vergangenen Jahr galt dies nach Berechnungen auf europäischer Ebene in Deutschland für 16,1 Millionen Menschen. mehr

  • Elterngeld: Verluste gelten als Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit

    [] Auch Verluste aus einer selbstständigen Tätigkeit sind Einkommen im Sinne des Elterngeldrechts und können zur Verschiebung des Bemessungszeitraums für das Elterngeld führen. Das hat der 10. Senat des Bundesozialgerichts heute entscheiden und das entgegenstehende Urteil des Landessozialgerichts Hamburg aufgehoben (Az. B 10 EG 5/15). mehr

  • Jobkündigung wegen fremdenfeindlicher Hetze

    [] (verpd) Ausländerfeindliche Hetze im Onlinenetzwerk Facebook kann selbst bei langjährig Beschäftigten, die sich am Arbeitsplatz bislang korrekt verhalten haben, eine fristlose Kündigung seitens des Arbeitgebers rechtfertigen. Das gilt insbesondere dann, wenn dabei der Name des Arbeitgebers erwähnt wird, so das Arbeitsgericht Gelsenkirchen in einem Urteil (Az. 5 Ca 1444/15). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.