Arbeitslosengeld II kann seit 1.1.2007 schneller gekürzt werden

 - 

Langzeitarbeitslose müssen mit härteren Sanktionen rechnen, wenn sie eine angemessene Arbeitsstelle ablehnen. Denn das Arbeitslosengeld II kann seit Jahresbeginn bei sogenannten Pflichtverletzungen schneller gekürzt werden als bisher.

Die Regelleistung kann nach der zweiten Pflichtverletzung um 60 Prozent abgesenkt werden. Wiederholt sich das Fehlverhalten, beispielsweise durch die erneute Ablehnung einer nach Ansicht der Behörde zumutbaren Arbeit, wird nicht nur der Regelsatz komplett für drei Monate gestrichen, sondern es entfallen auch die Leistungen für Unterkunft und Heizung.

Eine wiederholte Pflichtverletzung liegt vor, wenn ALG-II-Empfänger innerhalb eines Jahres, nachdem die erste Kürzung ausgesprochen wurde, erneut ihren Pflichten nicht nachkommen. Nur in Ausnahmefällen kann dann die Minderung des ALG II ab der dritten Pflichtverletzung auf 60 Prozent begrenzt werden.

Für ALG-II-Empfänger unter 25 Jahren sind die Regeln noch schärfer. Sie verlieren den kompletten Leistungsanspruch bereits bei der zweiten Pflichtverletzung für drei Monate. Nur in Ausnahmefällen würden die Leistungen für Unterkunft und Heizung in vollem Umfang weiter gezahlt.

Unser Geldtipp
Was unter "angemessener" Arbeit zu verstehen ist, hängt von Ausbildungsgang und Berufsweg sowie der Interpretation des Sachbearbeiters ab. Im Einzelfall kann es sich durchaus lohnen, auf ein passenderes Arbeitsangebot zu warten als sich mit dem ersten, möglicherweise wesentlich schlechter bezahlten Angebot zufrieden zu geben.

Weitere News zum Thema

  • So wird die Urlaubsplanung nicht zum Streitfall

    [] (verpd) Prinzipiell hat jeder Arbeitnehmer ein Anrecht auf einen Urlaub. Doch wann der Urlaub konkret genommen wird, ist nicht immer nur allein eine Entscheidung des Arbeitnehmers. Welche rechtlichen Vorgaben es in Bezug auf den Urlaub gibt und zu beachten sind. mehr

  • Jeder fünfte Deutsche ist von Ausgrenzung und Armut bedroht

    [] (verpd) In Deutschland ist die Bedrohung von Armut und sozialer Ausgrenzung in den Jahren 2008 bis 2015 nahezu unverändert hoch, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Jeweils rund 20 Prozent der Bevölkerung sind seit Jahren davon betroffen. Im vergangenen Jahr galt dies nach Berechnungen auf europäischer Ebene in Deutschland für 16,1 Millionen Menschen. mehr

  • Elterngeld: Verluste gelten als Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit

    [] Auch Verluste aus einer selbstständigen Tätigkeit sind Einkommen im Sinne des Elterngeldrechts und können zur Verschiebung des Bemessungszeitraums für das Elterngeld führen. Das hat der 10. Senat des Bundesozialgerichts heute entscheiden und das entgegenstehende Urteil des Landessozialgerichts Hamburg aufgehoben (Az. B 10 EG 5/15). mehr

  • Jobkündigung wegen fremdenfeindlicher Hetze

    [] (verpd) Ausländerfeindliche Hetze im Onlinenetzwerk Facebook kann selbst bei langjährig Beschäftigten, die sich am Arbeitsplatz bislang korrekt verhalten haben, eine fristlose Kündigung seitens des Arbeitgebers rechtfertigen. Das gilt insbesondere dann, wenn dabei der Name des Arbeitgebers erwähnt wird, so das Arbeitsgericht Gelsenkirchen in einem Urteil (Az. 5 Ca 1444/15). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.