Arbeitslosengeld I: Was gilt nach dem Ende der 58er-Regelung?

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Auch kurz vor der Rente müssen sich Arbeitslose noch der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen.

Bislang konnten sich Arbeitslose ab 58 Jahren aus der Arbeitsvermittlung ausklinken und erhielten dennoch weiterhin ALG I. Diese Regelung nach § 428 SGB III gilt weiterhin für Altfälle, die 1949 und früher geboren wurden und Ende 2007 bereits arbeitslos waren. Wer jedoch ab 2008 arbeitslos wird, muss sich auch dann voll der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellen, wenn er 58 oder älter ist. Das damit zusammenhängende Thema "Zwangsverrentung" spielt bei ALG I keine Rolle, da es lediglich ALG-II-Bezieher betrifft.

Diese Verfügbarkeitsforderung sollten Sie ernst nehmen – es handelt sich nicht nur um eine Formalie. Sie können künftig noch weniger als bislang damit rechnen, dass Sie als älterer Arbeitsloser von den Ämtern weitgehend in Ruhe gelassen werden. Für Sie gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen (jüngeren) Arbeitslosen. So müssen Sie beispielsweise jede zumutbare Arbeitsstelle annehmen. Und als zumutbar gilt vieles: So gibt es auch für ältere Arbeitslose keinen Berufs- und Qualifikationsschutz.

Selbst wenn Sie Ihren erlernten Beruf 30 Jahre oder länger ausgeübt haben, können Sie nicht darauf bestehen, nur Arbeitsstellen, die Ihrer Qualifikation entsprechen, angeboten zu bekommen. Zudem müssen Sie sich auch die Vermittlung in Stellen gefallen lassen, die weit schlechter dotiert sind als diejenige, die Sie zuletzt innegehabt haben. Schon in den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist die Vermittlung in eine – gemessen am früheren Job – 20 % schlechter bezahlte Stelle möglich.

Ab dem vierten Monat sind sogar Abschläge von 30 % hinzunehmen. Und ab dem Beginn des siebten Monats ist eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das zu erzielende Arbeitseinkommen nach Abzug der Werbungskosten niedriger ist als das Ihnen gezahlte Arbeitslosengeld I. Wenn Sie zumutbare Stellen ablehnen, droht Ihnen zumindest eine zeitweise Sperre des Arbeitslosengelds I.

Weiterhin müssen Sie aktiv eine neue Arbeitsstelle suchen und Ihre Aktivitäten auf Anforderung auch belegen. Weitere Informationen zu Ihren Pflichten als Arbeitsloser finden Sie im Merkblatt für Arbeitslose, das Sie in der Regel bei der Arbeitslosmeldung erhalten.

Geldtipp
Genauso wie die Arbeitsagentur Sie fordern kann, sollten auch Sie die Agentur fordern. Deren Leistungen stehen Ihnen ebenso wie Jüngeren zu. Darüber hinaus gibt es einige Ansprüche, die nur Älteren zustehen – etwa die Entgeltsicherung.

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