Arbeitsagentur gewährt drei Wochen Urlaub oder auch mehr

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Arbeitslose dürfen – mit Genehmigung der Arbeitsagentur – bis zu drei Wochen pro Kalenderjahr in Urlaub fahren. Wer länger weg will, kann noch drei Wochen Mehrurlaub bekommen – dann allerdings ohne Arbeitslosengeld.

Wer z.B. jetzt im Juli arbeitslos wird, darf in der Regel im Jahr 2009 noch drei Wochen wegfahren, auch wenn er während seiner Beschäftigungszeit in der ersten Jahreshälfte schon Urlaub hatte.

Die Geldzahlungen von der Agentur laufen in dieser Zeit weiter. Wer länger weg will, kann noch drei Wochen Mehrurlaub bekommen – allerdings dann ohne Arbeitslosengeld.

Neu ist seit 1.1.2009: Der Urlaub kann nun auch in den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit von der Agentur bewilligt werden. Dabei soll aber jeweils „einzelfallbezogen“ entschieden werden, ob ein Urlaub einer beruflichen Eingliederung im Wege stehen könnte.

Geldtipp
Wenn Sie z. B. schulpflichtige Kinder haben und bereits vor der Arbeitslosigkeit einen Familienurlaub in den Schulferien Ihrer Kinder festgemacht haben, sollten Sie dies Ihrem Vermittler bei der Agentur sofort mitteilen. Dabei sollten Sie auch vorrechnen, wie hoch die Rücktrittskosten von der Reise wären – am besten mit einem Beleg des Reisebüros. Allerdings haben Sie auch in diesem Fall keinen Rechtsanspruch auf die Gewährung von Urlaub.

Die Agenturen sagen zwar meist "ja" zum Urlaub – allerdings erst sehr spät. Oft kommt die Zustimmung erst zwei Wochen vor Urlaubsantritt. Vorher sei nicht absehbar, ob während der Urlaubszeit Vermittlungschancen bestünden.

Geldtipp
Die Chancen, Urlaub bewilligt zu bekommen, steigen rapide, wenn Sie belegen können, dass Sie mit großer Sicherheit bald eine neue Stelle antreten.

Unmittelbar nach einem angemeldeten Urlaub müssen Arbeitslose damit rechnen, dass sie kurzfristig zur Vorsprache bei der Arbeitsagentur aufgefordert werden. Wer dieser Aufforderung nicht nachkommt, dem wird das Arbeitslosengeld so lange gestrichen, bis er bei der Agentur erscheint.

Wenn die Arbeitsagentur den Urlaub ablehnt

Falls die Arbeitsagentur "nein" zum Urlaubsantrag sagt, kann man sich für die Zeit des Urlaubs von der Agentur abmelden. Dann muss man aber für diesen Zeitraum auf ALG I verzichten.

In einem solchen Fall sollte man sich unbedingt bei seiner Krankenkasse erkundigen, ob und wie der Krankenversicherungsschutz auch während der Urlaubszeit aufrechterhalten bleiben kann. Wer einen gesetzlich krankenversicherten Ehepartner hat, ist über diesen kostenlos familienversichert. Unverheiratete müssen sich gegebenenfalls freiwillig krankenversichern.

Nach dem Urlaubsende kann man sich bei der Arbeitsagentur wieder arbeitslos melden und erneut ALG I beantragen. Dann muss man jedoch auf die Frage gefasst sein, warum man sich zwischenzeitlich abgemeldet hat. Bei solchen kurzen Abmeldungen vermuten die Arbeitsagenturen nämlich schnell, dass man die offizielle Arbeitslosigkeit nur unterbrochen hat, um die Annahme eines Arbeitsangebots zu vereiteln. In diesem Fall würde der Anspruch auf ALG I-Anspruch um bis zu vier Wochen gekürzt.

Geldtipp
Diese Vermutung können die Betroffenen entkräften, indem sie belegen, dass sie sich nur wegen eines lange geplanten Familienurlaubs abgemeldet haben. Denn das gilt als »wichtiger Grund« für die Abmeldung.

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