Armutsrisiko verharrt auf hohem Niveau

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(verpd) Nach neuen amtlichen Erhebungen liegt das Armutsrisiko in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau.

Im Jahr 2013 galten 16,1 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet.

Das betrifft immerhin 13 Millionen Menschen – vor allem Alleinstehende und Frauen. Und nach weiteren statistischen Daten nahmen die Hilfen zum Lebensunterhalt 2013 so stark zu wie seit dem Jahr 2006 nicht mehr; über 370.000 Personen mussten finanziell unterstützt werden.

Fast jede sechste Person in Deutschland war 2013 armutsgefährdet. Dies geht aus den kürzlich vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Daten hervor, die auf aktuellen Erhebungen („Leben in Europa“ – EU-SILC) basieren.

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der Gesamtbevölkerung verfügen. Dieser Schwellenwert lag 2013 in Deutschland für eine allein lebende Person bei 979(2012: 980) Euro im Monat oder 11.749 € im Jahr. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren betrug der Grenzwert 2.056 € im Monat.

Mehr als jede dritte Alleinerziehende ist armutsgefährdet

Einer besonders hohen Armutsgefährdung sind nach den jetzt veröffentlichten Angaben des Statistischen Bundesamts Alleinerziehende ausgesetzt. Hier liegt die Quote mit 35,2 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent. Auch bei Alleinstehenden ist die Quote mit 31,9 (Frauen: 32,2, Männer 31,5) Prozent weiterhin überdurchschnittlich hoch.

Für Menschen im Rentenalter liegt die Armutsgefährdungsquote laut Destatis-Angaben bei 14,9 Prozent. Auch hier stellen sich über 65 Jahre alte Frauen mit einer Quote von 17,0 Prozent deutlich schlechter als die Männer (12,7 Prozent). Dass Arbeitslose besonders armutsgefährdet sind, dürfte nicht überraschen. Hier liegt die Quote bei 69,3 Prozent, während unter den Erwerbstätigen nur etwa jeder Zwölfte (8,6 Prozent) als armutsgefährdet gilt. Für die Nichterwerbstätigen wurde ein Gefährdungssatz von 24,3 Prozent errechnet.

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Anzahl der Hilfebezieher 2013 deutlich gestiegen

Nach weiteren Angaben von Destatis stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Bezieher von Hilfen zum Lebensunterhalt (nach dem 3. Kapital SGB XII) kräftig um 8,1 Prozent auf 370.275 Personen an. Im Jahr zuvor hatte der Zuwachs lediglich 3,3 Prozent betragen. Ein stärkerer Anstieg der Sozialhilfeempfänger war zuletzt im Jahr 2006 mit 11,9 Prozent gemessen worden.

Zwei Drittel der Leistungsempfänger (67 Prozent) lebten 2013 in Einrichtungen wie Wohn- oder Pflegeheimen. Bei den übrigen Empfängern handelt es sich zumeist um Einpersonenhaushalte. Im Berichtsjahr habe es laut Destatis im Vergleich zum Jahr 2005 rund 36 Prozent mehr Leistungsempfänger gegeben.

Individuelle Absicherung

Die Statistiken zeigen, dass viele Situationen dazu führen können, dass das Einkommen des Einzelnen unter die Armutsgrenze fällt. Bei fast jedem können beispielsweise diverse Risiken wie Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit oder Unfall erhebliche Einkommenseinbußen nach sich ziehen und damit zum Armutsrisiko werden.

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