Altersarmut in Deutschland nimmt zu

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(verpd) Die Zahl der Grundsicherungsbezieher hat auch im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Nach den jüngsten statistischen Daten bezogen in Deutschland Ende 2015 rund 1,04 (Vorjahr: 1,00) Millionen Menschen Leistungen aus der Grundsicherung. Überdurchschnittlich nahm dabei die Zahl der auf Grundsicherung angewiesenen Menschen zu, die die Regelaltersgrenze zum Rentenbezug erreicht haben.

In Deutschland haben finanziell Bedürftige, die die Regelaltersgrenze – also das Alter, das notwendig ist, um eine Regelaltersrente zu bekommen, sofern alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind –, erreicht haben, Anspruch auf eine sogenannte Grundsicherung. Das gilt auch für Volljährige, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, und sich deswegen in einer materiellen Notlage befinden.

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Die Grundsicherung enthält alle Leistungen, die auch nach dem Sozialhilferecht gezahlt werden, und soll sicherstellen, dass Bedürftige zumindest ihren notwendigen Lebensunterhalt sowie die Aufwendungen für eine angemessene Unterkunft begleichen können. Die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist 2015 um 3,5 Prozent auf 1,038 Millionen Personen angestiegen, wie jüngst vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Daten zeigen. Im Vergleich zu 2003 hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt.

Immer mehr Rentner müssen vom Staat unterstützt werden

Die Zahl der erwachsenen Bezieher bis zur Altersgrenze für eine gesetzliche Regelaltersrente stieg im vergangenen Jahr nur vergleichsweise gering um rund 2,4 Prozent beziehungsweise um 11.538 Bezieher auf 501.887 Personen an. Deutlich stärker wuchs die Zahl der Personen, die die Regelaltersgrenze zum Rentenbezug erreicht haben und eine Grundsicherung erhalten – und zwar um 4,7 Prozent beziehungsweise um 23.923 Personen auf insgesamt 536.121 Grundsicherungs-Bezieher.

Dabei ist zu bedenken, dass sich die Altersgrenze 2015 um einen Monat auf 65 Jahre und vier Monate erhöht hat. Auf Grundsicherung im Rentenalter sind insbesondere Frauen angewiesen. Ihre Zahl stieg laut Destatis im vergangenen Jahr auf 322.032 Personen. 2014 waren es noch 312.388 weibliche Grundsicherungs-Empfänger. Bei den Männern bezogen Ende 2015 214.089 Bedürftige eine Grundsicherung. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahr 199.810 männliche Grundsicherungs-Empfänger.

Für mehr finanzielle Sicherheit

In der Gruppe der ab 18-Jährigen bis zur Altersgrenze 65 Jahre und vier Monate gab es mehr männliche Bezieher von Grundsicherung, nämlich 283.557 Personen, als weibliche Grundsicherungs-Empfänger (218.330 Frauen).

Wer im Alter oder im Falle einer Erwerbsminderung nicht von der Sozialhilfe beziehungsweise einer Grundsicherung abhängig sein will, sollte so früh wie möglich privat vorsorgen.

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