Unterstützung für Alleinerziehende

 - 

(verpd) Für viele Alleinerziehende ist ihre Situation nicht selten ein finanzieller Drahtseilakt. Zudem müssen sie oftmals mit diversen Schwierigkeiten hinsichtlich des Sorge- und Umgangsrechts bis hin zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kindererziehung kämpfen. Es gibt jedoch diverse Unterstützungsangebote von staatlichen oder gemeinnützigen Institutionen.

Aktuell gibt es rund 1,6 Millionen Alleinerziehende, das sind 20 Prozent aller Familien. Etwas 90 Prozent davon sind Frauen. Mehr als zwei Millionen minderjährige Kinder leben laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) hierzulande in einer sogenannten Ein-Eltern-Familie.

Neben den alltäglichen Problemen von der Kindererziehung bis hin zur Kinderbetreuung, die Alleinerziehende meist alleine meistern müssen, kommen häufig auch finanzielle Sorgen dazu, wie der diesjährige Bericht zur Armutsentwicklung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband - Gesamtverbands e.V. (Paritätischer Wohlfahrtsverband) zeigt.

Hohes Armutsrisiko für Alleinerziehende

Laut dem Bericht waren 201441,9 Prozent der Alleinerziehenden von Armut betroffen – Tendenz steigend. Im Vergleich dazu: Im Durchschnitt beträgt die Armutsquote der Gesamtbevölkerung 15,6 Prozent, die von Singles 25,6 Prozent und die von Familien mit zwei Erwachsenen und einem Kind sechs Prozent beziehungsweise bis zu 24,6 Prozent mit drei oder mehr Kindern.

Die Gründe für das höhere Armutsrisiko für Alleinerziehende sehen Experten unter anderem in den schlechteren Chancen für Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt sowie den fehlenden Kinderbetreuungs-Möglichkeiten.

Als arm gelten Personen, die in einem Haushalt mit einem Gesamteinkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) aller Haushalte leben. 2014 lag die Armutsschwelle beispielsweise für einen Alleinerziehenden mit einem unter 14-jährigen Kind bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 1.192 €.

Finanzielle Hilfen

Es gibt jedoch diverse staatliche Hilfen, um Alleinerziehende zu unterstützen, die Kindererziehung, die Organisation des Alltags und die Berufstätigkeit miteinander zu vereinbaren sowie finanzielle Notlagen zu vermeiden.

Staatliche finanzielle Unterstützung gibt es beispielsweise mit dem Elterngeld, dem Kindergeld für Alleinerziehende, dem Kinderzuschlag, dem Unterhaltsvorschuss, der Sozialhilfe oder auch in Form von diversen steuerlichen Entlastungen. Nähere Einzelheiten dazu bietet das Webportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren und Frauen und Jugend (BMFSFJ) www.familien-wegweiser.de.

Zudem bietet das BMFSFJ die aktualisierte 240-seitige Broschüre „Alleinerziehend – Tipps und Informationen“ zum Bestellen oder Herunterladen an. Neben Erklärungen zu den staatlichen finanziellen Hilfen enthält der Ratgeber zahlreiche Tipps und Informationen zur Bewältigung von typischen Problemen, mit denen Alleinerziehende oft konfrontiert werden, sowie Erläuterungen zu Rechtsthemen, zum Beispiel zum Sorgerecht und Unterhalt. Genannt werden zudem Adressen diverser Anlaufstellen für eine persönliche Beratung.

Beratung per Internet, Telefon und mit einem persönlichen Gespräch

Persönliche Hilfen und Beratungen bieten zum Beispiel das Jugendamt sowie die Träger von freien Erziehungs- und Familienberatungs-Stellen wie die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, die Diakonie Deutschland und das Rote Kreuz an. Eine weitere Anlaufstelle ist beispielsweise das vom BMFSFJ geförderte Elterntelefon der Nummer gegen Kummer e.V., das unter der Rufnummer 0800 1110550 zu erreichen ist.

Hilfe bei der Suche nach ortsnahen Anlaufstellen für eine Krisen-, Sucht-, Schulden- oder auch Lebensberatung bietet der Online-Beratungsführer im Webportal der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V. (DAJEB). Zudem gibt es eine Onlinesuche nach Erziehungs- und Familienberatungs-Stellen von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Weitere News zum Thema

  • Verbesserte Hilfen für Alleinerziehende

    [] (verpd) Für viele Alleinerziehende ist die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kindererziehung oft schwierig, so dass es häufig auch zu finanziellen Problemen kommen kann. Zahlt der unterhaltspflichtige Elternteil zudem den Unterhalt nicht oder nicht rechtzeitig, sind schnell finanzielle Engpässe möglich. Daher gewährt der Gesetzgeber neben den bereits bestehenden finanziellen Hilfen seit dem 1. Juli 2017 eine Ausweitung des sogenannten Unterhaltsvorschusses. mehr

  • Weniger Hartz IV bei Erhalt von Elterngeld

    [] Linke Tasche rein – rechte Tasche raus. Nach diesem Prinzip funktioniert die Zahlung von Elterngeld an Familien, die Arbeitslosengeld II (ALG II) beziehen. Die Betroffenen erhalten zwar Elterngeld, aber entsprechend weniger ALG II. mehr

  • Elternzeit: Verschiebung gefährdet Arbeitslosengeldanspruch

    [] Eltern können einen Teil der insgesamt dreijährigen gesetzlichen Elternzeit auf einen Zeitpunkt nach dem dritten Lebensjahr des Kindes verschieben. Inzwischen ist das sogar für zwei Jahre möglich. Doch damit riskieren sie ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.