ElterngeldPlus bringt noch mehr Flexibilität

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Für die Eltern von Kindern, die ab dem 1.7.2015 geboren werden, besteht die Möglichkeit, zwischen dem Bezug von dem bisherigen Elterngeld (Basiselterngeld) und dem Bezug von ElterngeldPlus zu wählen oder beides zu kombinieren.

Das Elterngeld macht es für Mütter und Väter einfacher, vorübergehend ganz oder auch nur teilweise auf eine Erwerbstätigkeit zu verzichten und so mehr Zeit für die Betreuung ihres Kindes zu haben. Das Elterngeld fängt einen Einkommenswegfall auf, wenn Eltern nach der Geburt für ihr Kind da sein wollen und ihre berufliche Arbeit unterbrechen oder einschränken.

Das Basiselterngeld wird an Väter und Mütter für maximal 14 Monate gezahlt. Beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen. Zwei weitere Monate gibt es, wenn sich auch der andere Elternteil an der Betreuung des Kindes beteiligt und den Eltern mindestens zwei Monate Erwerbseinkommen wegfällt.

Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich des wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

Das ElterngeldPlus erkennt die Pläne derjenigen an, die schon während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Mütter und Väter, die mit einer gewissen Stundenzahl ihrer Arbeit nachgehen wollen, haben dann die Möglichkeit, länger als bisher diese Leistung in Anspruch zu nehmen. Sie bekommen doppelt so lange Elterngeld (in maximal halber Höhe) und können so ihr Elterngeldbudget besser ausschöpfen. Aus einem bisherigen Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate.

Wenn beide, Mutter und Vater, sich entscheiden, gleichzeitig für vier Monate jeweils 25 bis 30 Stunden in der Woche zu arbeiten und sich damit auch die Zeit mit ihrem Nachwuchs zu teilen, gibt es einen zusätzlichen Partnerschaftsbonus in Form von vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten pro Elternteil.

In der Höhe orientiert sich das Elterngeld am laufenden durchschnittlich monatlich verfügbaren Erwerbseinkommen, welches der betreuende Elternteil im Jahr vor der Geburt hatte. Es beträgt mindestens 300 € und höchstens 1.800 € monatlich (im Elterngeld Plus-Bezug mindestens 150 € und höchstens 900 € monatlich).

Wichtige Informationen zum ElterngeldPlus erhalten Sie in unserem Dossier Elterngeld und Elternzeit: Finanzielle Hilfe für die ersten Lebensjahre

Anspruchsvoraussetzungen und Höhe des Elterngelds

Bei Voreinkommen zwischen 1.000 und 1.200 € ersetzt das Elterngeld das nach der Geburt wegfallende Einkommen zu 67 Prozent. Für Geringverdiener mit einem Einkommen unter 1.000 € vor der Geburt des Kindes steigt die Ersatzrate schrittweise auf bis zu 100 Prozent: je geringer das Einkommen, desto höher die Ersatzrate.

Für Nettoeinkommen ab 1.200 € und mehr vor der Geburt des Kindes sinkt die Ersatzrate des Elterngeldes moderat von 67 auf 65 Prozent (bei Voreinkommen von 1.240 € und mehr auf 65 Prozent, bei Voreinkommen von 1.220 € auf 66 Prozent).

Das Mindestelterngeld von 300 € erhalten alle, die nach der Geburt ihr Kind selbst betreuen und höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten, etwa auch Studierende, Hausfrauen und Hausmänner und Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben.

Mehrkindfamilien mit kleinen Kindern profitieren vom sogenannten Geschwisterbonus: Sie erhalten einen Zuschlag von 10 Prozent des sonst zustehenden Elterngelds, mindestens aber 75 €. Bei Mehrlingsgeburten wird ein Mehrlingszuschlag von 300 € für jedes weitere neugeborene Kind gezahlt.

Das Elterngeld ist steuerfrei. Allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt. Darüber hinaus sind Sie verpflichtet, für die Jahre, in denen Sie Elterngeld erhalten haben, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Bei Inanspruchnahme des ElterngeldPlus wird das einkommensabhängige Elterngeld auf die Hälfte des beim vollständigen Einkommenswegfall zustehenden Basiselterngelds begrenzt. Die Mindestbeträge werden halbiert.

Partnerschaftsbonus bringt ein Plus von 1.820 €

Durch das ElterngeldPlus werden Mütter, die in Teilzeit arbeiten, zuschussmäßig so gestellt, wie Mütter, die eine volle Auszeit nach der Geburt nehmen. Sie erhalten in 24 Monaten maximal 10.920 €.

Durch den Partnerschaftsbonus, der erteilt wird, wenn beide Elternteile mindestens vier Monate lang 25 bis 30 Wochenstunden in teilzeit arbeiten, sind maximal weitere 1.820 € drin, also insgesamt 12.740 €.

volle Auszeit nach der Geburt

Teilzeit und Elterngeld

Teilzeit und ElterngeldPlus

Teilzeit und ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus

Nettogehalt vor der Geburt

1.400 €

1.400 €

1.400 €

1.400 €

Nettogehalt nach der Geburt

0 €

400 €

400 €

400 €

Einkommensausfall

1.400 €

1.000 €

1.000 €

1.000 €

Elterngeld

910 €

325 €

ElterngeldPlus

455 €

455 €

Monatseinkommen

910 €

725 €

855 €

855 €

Bezugsdauer

12 Monate

24 Monate

24 Monate

28 Monate

Elterngeld insgesamt

10.920 €

7.800 €

10.920 €

12.740 €

Das Elterngeld wird beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag vollständig als Einkommen angerechnet – das betrifft auch den Mindestbetrag von 300 €. Ausnahme: Alle Elterngeldberechtigten, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag beziehen und die vor der Geburt ihres Kinds beziehungsweise ihrer Mehrlingskinder erwerbstätig waren, erhalten einen Elterngeldfreibetrag. Der Elterngeldfreibetrag entspricht dem Einkommen vor der Geburt, beträgt jedoch höchstens 300 €. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen anrechnungsfrei und steht damit zusätzlich zur Verfügung.

Der Elterngeldanspruch entfällt für Elternpaare, die im Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kinds gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 500.000 € hatten. Für Alleinerziehende entfällt der Anspruch ab mehr als 250.000 €. Einnahmen, die nicht im Inland versteuert werden oder die nicht inländischen Einnahmen gleichgestellt sind, werden nicht mehr bei der Elterngeldberechnung berücksichtigt. Insbesondere in der EU versteuerte Einnahmen sind den inländischen Einnahmen gleichgestellt und werden also weiterhin als Einkommen beim Elterngeld berücksichtigt.

Einkommensermittlung vereinfacht

Beim Elterngeld gibt es für Eltern, deren Kinder ab dem 1.1.2013 geboren sind, einige Änderungen: Vereinfachungen bei der Einkommensermittlung entlasten die Verwaltungen und gewährleisten eine schnellere Auszahlung. Die genauen Regelungen sind im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) (gültig für Geburten ab dem 1.1.2013) abrufbar.

Den aktualisierten und erweiterten Elterngeldrechner mit Planer finden Sie im Serviceportal für Familien: www.familien-wegweiser.de.

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