Armutsrisiko in Deutschland steigt

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(verpd) Die Armutsgefährdung in Deutschland hat im Zeitraum 2005 bis 2014 insgesamt leicht zugenommen. Besonders negativ verlief allerdings die Entwicklung bei den Geringqualifizierten, hier gilt fast jeder Dritte mittlerweile als armutsgefährdet. Was Eltern, aber auch Großeltern tun können, damit ihre Kinder oder Enkelkinder später nicht davon betroffen sind.

Das Armutsrisiko in Deutschland hat sich zwischen 2005 und 2014 insgesamt leicht erhöht. Die Quote nahm nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) von 14,7 Prozent auf 15,4 Prozent zu. Damit war knapp jeder Sechste in Deutschland von Armut bedroht. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens (Median) der Bevölkerung in Privathaushalten auskommen müssen.

Für einen Ein-Personen-Haushalt liegt dieser Grenzwert bei 917 € im Monat, das heißt, wer weniger pro Monat zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Destatis wies darauf hin, dass man die Ergebnisse nur über einen längeren Zeitraum betrachten sollte, da kurzfristig bereits geringe zufällige Schwankungen des mittleren Einkommens zu deutlichen Veränderungen bei der Armutsgefährdungsquote sorgen könnten.

Geringe Qualifikation erhöht das Armutsrisiko

Von der schulischen und beruflichen Ausbildung hängt ganz wesentlich ab, ob ein hohes Armutsrisiko besteht oder nicht. In den knapp zehn Jahren ist hier in Deutschland insgesamt und insbesondere in den neuen Bundesländern ein starker Anstieg bei den Geringqualifizierten im Alter ab 25 Jahren zu verzeichnen.

Waren im Jahr 2005 unter den Geringqualifizierten noch insgesamt 23,1 Prozent von Armut bedroht, so waren es im vergangenen Jahr bereits 30,8 Prozent. Als gering qualifiziert werden dabei Personen bezeichnet, die keinen Schulabschluss absolviert oder einen Haupt- oder Realschulabschluss erreicht haben und zudem keine Berufsausbildung vorweisen können.

In den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) stieg die Quote unter den Geringqualifizierten auf 37,5 Prozent in 2014 an, nachdem diese Quote 2005 noch bei 28,6 Prozent gelegen hatte. In den alten Bundesländern (ohne Berlin) nahm die Quote von 22,3 Prozent in 2005 auf 29,8 Prozent in 2014 ebenfalls deutlich zu. Angaben zur Anzahl der betroffenen Geringqualifizierten wurden nicht gemacht.

Neue Bundesländer schneiden insgesamt etwas besser ab

In der Gesamtbetrachtung konnten die Menschen in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) ihr Armutsrisiko im Beobachtungszeitraum etwas verringern.

Die Armutsgefährdungsquote ging auf 19,2 Prozent von noch 20,4 Prozent im Jahr 2005 zurück. In den alten Bundesländern wuchs dagegen das Armutsrisiko um 1,3 Prozentpunkte an. Die Quote erreichte im vergangenen Jahr 14,5 Prozent.

Angesichts der deutlichen Zunahme des Armutsrisikos unter den Geringqualifizierten, die über ein entsprechend geringes Einkommen verfügen dürften, ist davon auszugehen, dass auch das Altersarmutsrisiko deutlich zunehmen wird.

Zukunftssicherung für die Kinder und Enkelkinder

Die Fakten zeigen, wie wichtig es ist, dass Kinder eine gute Ausbildung bekommen, denn je besser die Schul- und Berufsausbildung, desto geringer ist das Risiko der Kinder, später von Armut betroffen zu sein.

Doch eine gute Schul- und Berufsausbildung ist häufig auch eine Geldfrage, denn je länger ein Kind in die Schule geht und eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, desto länger müssen in der Regel die Eltern für die anfallenden Lebensunterhalts- und Ausbildungskosten des Kindes aufkommen.

Die Versicherungswirtschaft bietet hierzu Eltern, aber auch Großeltern diverse Lösungen wie zum Beispiel eine Ausbildungsversicherung an, damit sie ihren Kindern oder Enkeln auch in finanzieller Hinsicht eine vernünftige Schul- und Berufsausbildung ermöglichen können.

Weitere geldwerte Ratschläge erhalten Sie in unserem Dossier Elterngeld und Elternzeit: Finanzielle Hilfe für die ersten Lebensjahre .

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