Ab Juli 2016: 20 € mehr Kinderzuschlag

 - 

Durch den sogenannten Kinderzuschlag soll Arbeitnehmern mit niedrigem Einkommen der Antrag auf ALG II erspart werden.

Die Leistung wurde 2005 eingeführt und wird 2016 erstmals erhöht. Der Kinderzuschlag ist eine Familienleistung, die Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen entlasten soll. Das soll durch die Kombination von Lohn, Kindergeld, Wohngeld und Kinderzuschlag gelingen. Die Leistung wird zum 1.7.2016 um 20,00 € auf maximal 160,00 € pro Kind erhöht.

Der Kinderzuschlag wird an Eltern für das in ihrem Haushalt lebende Kind gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf, nicht aber den ihrer Kinder decken können. Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden.

Weitere Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,

  • das Einkommen der Eltern mindestens 900,00 € brutto monatlich (für Paare) bzw. 600,00 € brutto (für Alleinerziehende) erreicht,

  • die individuell zu berechnende Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und

  • durch das zur Verfügung stehende Einkommen plus Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II (Hartz IV) vermieden wird.

Der Kinderzuschlag deckt zusammen mit dem Kindergeld in Höhe von monatlich 190,00 € (für die ersten beiden Kinder) sowie gegebenenfalls Wohngeld den durchschnittlichen Bedarf von Kindern. Bei einem Einkommen oder Vermögen der Eltern in Höhe ihres eigenen Mindestbedarfs (= Teil der Miete, der den Eltern zuzurechnen ist, plus ALG-II-Regelbedarf) wird der Kinderzuschlag in voller Höhe gezahlt.

Berücksichtigt wird hierbei zum Beispiel auch Einkommen und Vermögen von Partnern, die in eheähnlicher Lebensgemeinschaft leben. Überschreiten Einkommen und Vermögen diese Grenze, wird der Kinderzuschlag gemindert. In welcher Höhe Einkommen beziehungsweise Vermögen zu berücksichtigen sind, richtet sich grundsätzlich nach den beim Arbeitslosengeld II geltenden Regeln.

Kindeseinkommen wird immer als bedarfsmindernd in voller Höhe auf den Kinderzuschlag angerechnet. Zum Kindeseinkommen zählen auch Unterhaltszahlungen und der dem Kind gezahlte Unterhaltsvorschuss. Daher gehen Alleinerziehende beim Kinderzuschlag oft leer aus.

Leistungen für Bildung und Teilhabe

Familien, die den Kinderzuschlag erhalten, stehen zusätzlich auch Leistungen zur Bildung und Teilhabe zu (Bildungspaket). Das Gleiche gilt auch für Wohngeld-Bezieher. Zu den Leistungen zählen:

  • die Übernahme der Kosten für eintägige Schul- und Kitaausflüge sowie für mehrtägige Klassen- und Kitafahrten,

  • 100,00 € jährlich für den persönlichen Schulbedarf,

  • die Übernahme der Kosten für die Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule,

  • Lernförderungen wie zum Beispiel Nachhilfe (tatsächliche Kosten),

  • ein Zuschuss für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtungen,

  • ein Zuschuss von 10,00 € pro Monat für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (wie im Sportverein oder in der Musikschule).

Das Bildungs- und Teilhabepaket besteht aus Geld- und Sachleistungen. Mit den Sachleistungen soll sichergestellt werden, dass diese Leistungen die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer individuellen Förderung auch erreichen.

Weitere News zum Thema

  • Verbesserte Hilfen für Alleinerziehende

    [] (verpd) Für viele Alleinerziehende ist die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kindererziehung oft schwierig, so dass es häufig auch zu finanziellen Problemen kommen kann. Zahlt der unterhaltspflichtige Elternteil zudem den Unterhalt nicht oder nicht rechtzeitig, sind schnell finanzielle Engpässe möglich. Daher gewährt der Gesetzgeber neben den bereits bestehenden finanziellen Hilfen seit dem 1. Juli 2017 eine Ausweitung des sogenannten Unterhaltsvorschusses. mehr

  • Weniger Hartz IV bei Erhalt von Elterngeld

    [] Linke Tasche rein – rechte Tasche raus. Nach diesem Prinzip funktioniert die Zahlung von Elterngeld an Familien, die Arbeitslosengeld II (ALG II) beziehen. Die Betroffenen erhalten zwar Elterngeld, aber entsprechend weniger ALG II. mehr

  • Elternzeit: Verschiebung gefährdet Arbeitslosengeldanspruch

    [] Eltern können einen Teil der insgesamt dreijährigen gesetzlichen Elternzeit auf einen Zeitpunkt nach dem dritten Lebensjahr des Kindes verschieben. Inzwischen ist das sogar für zwei Jahre möglich. Doch damit riskieren sie ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.