BAföG-Rückzahlung auf 10.000 Euro begrenzt

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Dass die staatliche Ausbildungsförderung üppig ausfällt, kann niemand behaupten. Doch lohnt es sich in jedem Fall, die Förderung in Anspruch zu nehmen. Immerhin muss maximal die Hälfte der Förderung zurückgezahlt werden. Zudem ist die Rückzahlung auf maximal 10.000 Euro begrenzt.

Diese Grenze gilt übrigens seit 2001. Seitdem ist das BAföG mehrfach erhöht worden. Das bedeutet: Anteilmäßig muss immer weniger zurückgezahlt werden, das können mittlerweile unter Umständen nur noch 25 % sein. Vorteile haben durch diese Regelung natürlich vor allem diejenigen, die eine hohe Förderung erhalten. Folgendes Beispiel zeigt, wie die Rückzahlungsregeln funktionieren.

Beispiel:

Ein Student erhält vier Jahre den vollen BAföG-Satz. Das sind bei einem Förderbetrag in Höhe von 735,00 € insgesamt 35.280,00 €. Die Hälfte davon wären 17.640,00 €. Doch tatsächlich müssen nur 10.000,00 € hiervon zurückgezahlt werden. Zinsen fallen nicht an. Die Tilgung beginnt erst fünf Jahre nach Studienende. Bei geringem Einkommen noch später. Übrigens: Für Studenten mit Kindern sieht die Rechnung noch günstiger aus. Diese haben nämlich Anspruch auf einen Kinderzuschlag. Dieser muss jedoch niemals zurückgezahlt werden. Zudem gilt: Wer sich mit der Rückzahlung beeilt, bekommt einen satten Rabatt. Kurz gefasst: Eine günstigere Studienfinanzierung gibt es in Deutschland nicht.

BAföG: Die wichtigsten Regeln in Kürze

  • Maximal 735,00 €: Wer studiert, aber die für seinen Lebensunterhalt und die Ausbildung erforderlichen Mittel nicht hat, kann Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bekommen. Der Höchstsatz beträgt nun einschließlich aller Zuschläge 735,00 € im Monat. Bisher waren es 670,00 €.

  • Plus für Kinder: Für Studenten mit eigenen Kindern kommt noch ein Kinderbetreuungszuschlag hinzu. Dieser beträgt nun pro Kind einheitlich 130,00 €.

  • Elternfreibeträge: Nach wie vor wird das Einkommen der Eltern auf das BAföG angerechnet. Doch auch die Elternfreibeträge steigen um rund 7 %. Ein Antrag lohnt sich deshalb auch bei höheren Einkommen der Eltern.

    Beispiel:

    Ein Ehepaar hat drei Kinder, zwei davon sind Schüler und leben bei den Eltern, das dritte Kind studiert auswärts. Die Mutter verdient monatlich brutto 5.000,00 €, der Vater ist Hausmann ohne Einkommen. Das studierende Kind kann in diesem Fall monatlich immerhin noch 567,00 € BAföG erhalten. Den Rest müssen die Eltern zuschießen. Nach den bisherigen Regeln hätte das Kind nur 432,00 € bekommen.

  • Vorletztes-Jahr-Falle: Wenn die Ämter errechnen, ob ein Studierender Anspruch auf BAföG hat, legen sie das Eltern-Einkommen im vorletzten Jahr zugrunde. Das ist schlecht für Familien, in denen ein Elternteil vor Kurzem seinen Job verloren hat oder in Rente ging. Denn die Eltern können dann ihr studierendes Kind meist gar nicht unterstützen, obwohl das BAföG-Amt auf Basis des Einkommens von vor zwei Jahren zu einem ganz anderen Ergebnis kommt.

    Doch für solche (Not-)Fälle gibt es Lösungen, beispielsweise den Antrag auf Vorausleistung nach § 36 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes. Kurz gefasst funktioniert das so: Die Eltern stellen die Zahlung an das Kind ein und erklären, dass sie zu einer Unterstützung nicht mehr in der Lage seien. Das BAföG-Amt zahlt auf einen Vorausleistungsantrag des Studenten dann das volle BAföG unter Vorbehalt. Anschließend wird nach den Regeln des Unterhaltsrechts geprüft, ob die Eltern in der Lage sind, ganz oder teilweise für ihr Kind aufzukommen. Bei Eltern, die inzwischen in Rente gegangen sind, ihren Job verloren oder ihre Arbeitszeit verkürzt haben, dürfte dies meist nicht der Fall sein.

  • Vermögen: Für alleinstehende Studenten gilt seit diesem Wintersemester ein Vermögensfreibetrag von 7.500,00 € (bisher: 5.200,00 €). Wer mehr hat, dessen BAföG wird gekürzt. Ein Knackpunkt ist dabei der Besitz eines Autos. Denn schon 2010 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass ein Pkw bei Studenten als Vermögen einzustufen ist. Das bedeutet z. B., ein Student der ein Auto besitzt, das 4.000,00 € wert ist, und dazu noch ein Sparbuch mit 4.000,00 € hat, bekommt deshalb weniger BAföG.

  • Nebenjob: Wer BAföG erhält, darf seit diesem Wintersemester einen vollen 450-Euro-Job ausüben, ohne dass die Förderung gekürzt wird. Wer regelmäßig mehr verdient, hat aber nach wie vor nichts davon, weil das BAföG dann entsprechend gekürzt wird.

Die aktuellen BAföG-Bedarfssätze für Studierende

BAföG-Bedarfssatz für Studierende

mit eigener Wohnung

bei Eltern wohnend

bisher

seit Herbst 2016

bisher

seit Herbst 2016

Grundbedarf

373,00 €

399,00 €

373,00 €

399,00 €

Bedarf für die Unterkunft

224,00 €

250,00 €

49,00 €

52,00 €

Regelbedarf

597,00 €

649,00 €

422,00 €

451,00 €

Durchlaufende Posten:

Krankenversicherungszuschlag

62,00 €

71,00 €

62,00 €

71,00 €

Pflegeversicherungszuschlag

11,00 €

15,00 €

11,00 €

15,00 €

Maximalförderung

670,00 €

735,00 €

495,00 €

537,00 €

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