Achtung bei Hinzuverdienst zum BAföG

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Mieten steigen, Mensa-Preise vielfach ebenfalls – aber die staatliche Ausbildungsförderung wurde seit 2010 nicht mehr erhöht. Mehr denn je sind Studenten daher zur Finanzierung ihres Studiums auf einen Zusatzverdienst angewiesen, z.B. in Form eines Mini-Jobs. Ein solcher Zusatzverdienst ist auch für BAföG-Empfänger erlaubt, allerdings müssen BAföG-Bezieher aufpassen: Ein Verdienst von mehr als 407 € pro Monat lohnt sich für die meisten Studenten nicht.

Mini-Jobber dürfen zwar seit Anfang 2013 steuer- und kranken-/pflegeversicherungsfrei monatlich bis zu 450,00 € verdienen (statt vorher 400 €). Die Hinzuverdienst-Regeln bei der staatlichen Ausbildungsförderung wurden jedoch nicht angepasst. Das bedeutet: In einem dauerhaften Nebenjob dürfen Studis nach wie vor monatlich nur 407 € hinzuverdienen. Verdienen sie mehr, so gilt das Prinzip: Linke Tasche rein, rechte Tasche raus – der Hinzuverdienst wird fast vollständig auf das BAföG angerechnet.

Das Jahreseinkommen entscheidet

Für BAföG-Bezieher kommt es dabei nicht auf die Einkünfte in den einzelnen Monaten an. Entscheidend ist vielmehr, was die Betroffenen innerhalb eines Bewilligungszeitraums im Schnitt pro Monat verdienen. BAföG wird in der Regel für 12 Monate, meist von Oktober eines Jahres bis zum September des nächsten Jahres bewilligt. In dieser Zeit dürfen die Betroffenen im Standardfall brutto genau 4.888 € (= im Schnitt 407 € brutto pro Monat) verdienen. Es spielt keine Rolle, ob das Einkommen in zwei Monaten erzielt wird oder über das ganze Jahr verteilt. Beispielsweise dürfen Studenten zehn Monate innerhalb eines Bewilligungszeitraums einen 450-Euro-Job ausüben. Insgesamt kommen damit 4.500 € zusammen. Es bleiben also noch 388,00 € Luft für weitere Brutto-Einkünfte.

So wird gerechnet

Angenommen, die Jahreseinkünfte eines Studenten sind zu hoch und betragen brutto 6.000 €. Das BAföG-Amt rechnet dann folgendermaßen: Von den 6.000 € gehen 1.000 € Werbungskostenfreibetrag ab, es bleiben 5.000 €. Davon wird eine Sozialversicherungspauschale von 21,3 % abgezogen, es bleiben 3.935 €. Auf 12 Monate verteilt sind das 328,00 € pro Monat. Der (Netto-)Freibetrag für eigenes Einkommen beträgt 255,00 €. Das durchschnittliche Monatseinkommen übersteigt den Freibetrag um 73 €. Um diesen Betrag mindert sich die monatliche Ausbildungsförderung.

Sind Studenten verheiratet oder haben sie Kinder, so erhöhen sich die Freibeträge für Einkünfte noch deutlich. Zudem gibt es eine Härtefallregelung. Diese greift, wenn höheres Einkommen zur Deckung besonderer Kosten der Ausbildung erforderlich ist – etwa für Schulgeld an privaten Einrichtungen.

Steuerfreie Extras sind erlaubt

Wenn die Ämter prüfen, ob die Einkünfte innerhalb der Grenzen des Erlaubten liegen, berücksichtigen sie nur die steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitseinkommen der Betroffenen. Steuerfreie Extras, die der Arbeitgeber zusätzlich zum normalen Lohn gewährt, werden dabei nicht berücksichtigt.

Bevor Studenten einen Nebenjob aufnehmen, sollten sie sich vom zuständigen BAföG-Amt ausrechnen lassen, welches Einkommen anrechnungsfrei ist. Für den Fall, dass im Nebenjob ein Verdienst möglich ist, der die engen Grenzen des BAföG sprengt, lohnt es sich, den Arbeitgeber nach steuerfreien Extras zu fragen. Möglich sind dabei etwa Waren- oder Benzingutscheine im Wert von 44 € im Monat. Bei solchen Leistungen spart auch der Arbeitgeber, weil hierfür keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Schließlich: Wenn BAföG beantragt wird, fragen die Ämter nach den voraussichtlichen Einkünften im Bewilligungszeitraum. Es lohnt sich nicht, diese zu niedrig anzusetzen. Denn am Ende des Zahljahrs wird Spitz auf Knopf abgerechnet. Wer zu viel verdient hat, muss dann später BAföG zurückzahlen.

Quelle: Der GeldBerater, August 2013

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