Altersdiskriminierung: Kündigung von älteren Arbeitnehmern kann unwirksam sein

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Wer in einem Kleinbetrieb mit zehn oder weniger Beschäftigten tätig ist, hat nur wenige Chancen, sich gegen eine Kündigung zu wehren. Es sei denn, es liegt nahe, dass es sich um einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz handelt.

Genau das nahm das Bundearbeitsgericht (BAG) in seinem Urteil vom 23.7.2015 im Falle einer Arzthelferin an, die nach 13 Beschäftigungsjahren von ihrem Arbeitgeber im Alter von 63 Jahren entlassen wurde.

Im Urteil ging es um eine urologische Gemeinschaftspraxis in Leipzig. Diese hatte Ende 2013 einer damals 63 Jahre alten Arzthelferin mit der Begründung gekündigt, die Arbeit im Labor müsse umstrukturiert werden und sie sei inzwischen pensionsberechtigt. Im Betrieb waren vier weitere Arzthelferinnen beschäftigt – jüngere. Diese durften bleiben.

Zudem wurde eine weitere jüngere Kollegin eingestellt. Die Betroffene klagte gegen ihre Kündigung und bekam nun vor dem Bundesarbeitsgericht recht. Die Kündigung verstoße gegen das Benachteiligungsverbot des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und sei deswegen unwirksam (Az. 6 AZR 457/14).

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