Im Ausland arbeiten

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(verpd) Wenn es um die persönliche Absicherung bei berufsbedingten Auslandseinsätzen geht, denken viele in erster Linie an die gesetzliche Krankenversicherung sowie die übrigen Sozialversicherungen. Zudem sollte man jedoch auch die in Deutschland abgeschlossenen Privatversicherungen im Blick haben, da viele dieser Policen entweder schon im Ausland Schutz bieten oder sich dies optional vereinbaren lässt.

Wer von seinem Arbeitgeber ins Ausland geschickt wird, um dort zu arbeiten, sollte einige Wochen vor der Abreise mit einem Versicherungsexperten klären, ob und inwieweit er dort durch seine privaten Versicherungspolicen abgesichert ist.

Manche Versicherungspolicen wie die private Unfall- oder Lebensversicherung gelten beispielsweise weltweit. Andere wiederum sind nur auf Deutschland oder auf Europa begrenzt. Eine Kfz-Haftpflicht- und Kasko-Versicherung bietet üblicherweise nur Versicherungsschutz innerhalb der geografischen Grenzen Europas beziehungsweise der Länder, die auf der Internationalen Versicherungskarte (Grüne Karte) aufgeführt sind. Gleiches gilt für viele Rechtsschutz-Versicherungen.

Der passende Geltungsbereich

Zudem gibt es Versicherungsverträge, die nur für einen bestimmten Zeitraum Versicherungsschutz im Ausland gewähren und/oder nur, wenn der Aufenthalt nicht beruflich bedingt ist. So sind in einigen Privat-Rechtsschutzpolicen nur Reisen, die nicht beruflich bedingt sind und maximal sechs Wochen dauern, weltweit bis zu einem vereinbarten Höchstbetrag versichert. Ähnliche Regelungen gibt es auch bei manchen Auslandsreise-Krankenversicherungs-Policen.

Bei einigen Privathaftpflicht-Policen beschränkt sich der Versicherungsschutz im außereuropäischen Ausland auf eine maximale Aufenthaltsdauer von ein oder zwei Jahren.

Zudem ist es bei einigen Versicherungsverträgen wichtig, ob der Lebensmittelpunkt weiter in Deutschland liegt oder nicht. So sind in einer Auslandsreise-Krankenversicherung häufig nur Personen versicherbar, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt, also ihren ständigen Wohnsitz, in Deutschland haben und nur vorübergehend im Ausland sind.

Mögliche Absicherungslücken vermeiden

Für eine ausreichende Absicherung im Ausland ist auch der Versicherungsumfang einer Police, also beispielsweise die Höhe der vereinbarten Versicherungssumme und/oder die versicherte Risiken von großer Bedeutung. In den angloamerikanischen Staaten ist zum Beispiel der Schadenersatzanspruch, den ein Geschädigter an den Schädiger stellen kann, oft höher als in Deutschland. Besteht eine Privathaftpflicht-Versicherung, die weltweit gilt, zahlt der Versicherer auch Schäden, die ein deutscher Bürger beispielsweise als Fußgänger in den USA versehentlich verursacht.

Allerdings können das dort vom Unfallverursacher zu zahlende Schmerzensgeld und die sonstige Schadensleistung weitaus höher sein, als wenn sich der gleiche Unfall in Deutschland ereignet hätte. Wenn die in der Privathaftpflicht-Police vereinbarte Versicherungssumme nicht ausreicht, um den Schaden zu begleichen, müsste die fehlende Summe vom Unfallverursacher selbst übernommen werden. Daher sollte eine möglichst hohe Versicherungssumme vereinbart sein.

Zudem können in Deutschland völlig legale Sachverhalte in einem anderen Kulturkreis rechtswidrig sein. Hier empfiehlt sich eine spezielle Auslands-Strafrechtsschutz-Versicherung. Prinzipiell ist es wichtig sicherzustellen, dass die Prämien für bestehende Policen auch während eines Auslandsaufenthaltes pünktlich beim Versicherer eingehen. Anderenfalls kann dies den Versicherungsschutz kosten.

Absicherung über gesetzliche Sozialversicherungen

Fragen, ob und in welchem Umfang Arbeitnehmer bei einem beruflichen Auslandsaufenthalt durch die deutschen Sozialversicherungen, wie gesetzliche Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung abgesichert sind, können beim jeweiligen Sozialversicherungs-Träger gestellt werden.

Im Einzelnen hängt dies von verschiedenen Kriterien, zum Beispiel von der Länge der Tätigkeit im Ausland und ob mit dem betreffenden Land ein Sozialversicherungs-Abkommens mit Deutschland besteht, ab. Informationen dazu finden sich auch im Webportal der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA), der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Unter anderem gibt es beim DVKA zu zahlreichen Ländern herunterladbare Merkblätter mit Hintergrundwissen und Formularen zu sozialversicherungs-rechtlichen Themen. Auch die Industrie- und Handelskammern (IHK) bieten oftmals ausführliche Informationen zum Thema Sozialversicherungs-, Steuer- und Arbeitsrecht für Arbeitnehmer, die vorübergehend im Ausland tätig sind.

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