Zu viel Informationen können die Gesundheit beeinträchtigen

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(verpd) Die wachsende Informationsflut im beruflichen Alltag löst nach Angaben des Instituts für Arbeit und Gesundheit bei vielen Arbeitnehmern und Selbstständigen Stress aus. Dies kann auf Dauer zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen führen. Wie man dies vermeiden kann.

Für die meisten Arbeitnehmer und Selbstständige gehören E-Mails, Telefonate und die regelmäßige Präsenz in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Xing, Linkedin und anderen zum beruflichen Alltag. Doch „die Angst, eine Gelegenheit zu verpassen, kann dazu führen, dass man permanent erreichbar ist“, so Professor Dr. phil. Dirk Windemuth, Psychologe und Leiter des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG).

Er warnt diesbezüglich: „Doch die Verfügbarkeit rund um die Uhr hat ihren Preis. Wer dauerhaft unter Stress arbeitet und diesen nicht abbauen kann, läuft Gefahr, die Gesundheit aufs Spiel zu setzen.“ Verspannungen im Nackenbereich, Rückenschmerzen, aber auch Ein- und Durchschlafprobleme können ein Alarmsignal des Körpers sein, dass der Stress durch die ständige Informationsflut überhandnimmt. Häufig führen beispielsweise durch Stress dauerhaft angespannte Muskeln im Rückenbereich zu Rückenschmerzen.

Prioritäten setzen

Laut Windemuth können auch ein gereiztes, aggressives Verhalten einerseits oder eine negative, nahezu teilnahmslose Stimmung andererseits Ausdruck von zu viel Stress sein.

Die ständigen Unterbrechungen der Arbeitstätigkeit durch Telefonate, E-Mails oder sonstige Informationsannahme führen unter Umständen zudem zu einer schlechteren Arbeitsqualität. Windemuth erklärt: „Weil immer weniger Zeit für die eigentliche Arbeit bleibt, kommt es zu vielen Fehlern.“ Jeder, der Gefahr läuft, durch die Informationsflut, die er ausgesetzt ist, gestresst zu sein, kann jedoch etwas dagegen tun, damit es nicht zu den genannten Problemen kommt.

Der Psychologe empfiehlt, Prioritäten zu setzen. Unter anderem sollten Betroffene für sich die Frage klären, auf welche Informationen sie verzichtet können, also beispielsweise welche Newsletter eigentlich überflüssig sind und welches soziale Netzwerk mehr Arbeit als Nutzen bringt. In vielen Fällen reicht es nämlich, die Menge der beachtenswerten Informationen zu verringern, damit man sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann.

Informationsfreie Zeit zum Arbeiten

Windemuth rät zudem, einmal täglich für eine komplette Stunde das Smartphone auszuschalten, Anrufe auf den Anrufbeantworter umzustellen und das Mailprogramm zu schließen, um dann konzentriert an einer zeitintensiven Aufgabe arbeiten zu können. Mit dieser sogenannten stillen Stunde lässt sich verhindern, dass insbesondere die umfangreicheren Aufgaben unerledigt liegenbleiben. Wer nämlich umfassende oder ungeliebte Tätigkeiten vor sich herschiebt, setzt sich letztendlich noch mehr unter Druck.

Idealerweise sollte man mit der stillen Stunde bereits zu Beginn eines Arbeitstages starten, da man danach das Gefühl hat, schon etwas geleistet zu haben. Wichtig sei zudem auch, innerhalb der Arbeitspausen keine Informationen abzurufen, also auch keine privaten E-Mails oder SMS lesen. Windemuth rät dazu, einen Spaziergang zu machen und ungestört etwas zu essen.

Wer sein Smartphone trotzdem nicht aus der Hand legen möchte, kann es laut Windemuth mit einer Ruhe-App probieren, die zum Beispiel zu einer zehnminütigen Meditation anleitet. Solche Apps sind zum Teil kostenlos oder für einen kleinen Preis bei den gängigen App-Stores beispielsweise für Android- oder auch Apple-Endgeräte erhältlich.

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