Wohnungseigentum: Wann darf Fassadengrün entfernt werden?

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In Wohnungseigentumsanlagen ist Fassadengrün ein häufiger Zankapfel. Im vorliegenden Fall hatte ein Miteigentümer ohne ausdrückliche Zustimmung seiner Nachbarn an der Rückseite des Hauses wilden Wein gepflanzt. Jahrelang duldete die Eigentümergemeinschaft den »Wildwuchs« und beschloss dann mit absoluter Mehrheit, das Grün müsse weg und künftig dürfe auch nichts Neues mehr angepflanzt werden. Der überstimmte Miteigentümer zog vor Gericht und argumentierte: Der Beschluss beinhalte eine so genannte »bauliche Veränderung«, die nur einstimmig beschlossen werden könne.
Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab dem Mann Recht: Die Entfernung von Fassadengrün stellt eine bauliche Veränderung dar. Die Ästhetik der Fassade wird durch den Eingriff wesentlich verändert. Deshalb habe der Beschluss einstimmig gefasst werden müssen. Dass der wilde Wein ursprünglich ohne Genehmigung angepflanzt worden sei, ändert nichts am Ergebnis. Durch die jahrelange Duldung des Grünzeugs an der Außenfassade hat die Eigentümergemeinschaft es akzeptiert und gleichsam dem Gemeinschaftseigentum »einverleibt« (OLG Düsseldorf, Beschluss v. 17.12.2004, Az.: I-3 Wx 298/04).

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