Wichtige Werte in der Sozialversicherung von 2011 bis 2013

1. Die Beitragssätze

Nachfolgend werden die Beitragssätze je nach Sozialversicherungszweig separat ausgewiesen. Der Beitragssatz wird mit der Beitragsbemessungsgrundlage (Bruttoverdienst) multipliziert, um die Höhe der monatlichen Beitragszahlung zu ermitteln (§ 223 SGB V, § 157 SGB VI).

Beitragssätze in der Sozialversicherung

2011

2012

2013

Rentenversicherung

19,9 %

19,6 %

18,9 %

knappschaftliche Rentenversicherung

26,4 %

26,0 %

25,1 %

Arbeitslosenversicherung

3,0 %

3,0 %

3,0 %

Krankenversicherung ohne AN-Zusatzbeitrag

14,6 %

14,6 %

14,6 %

Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung

0,9 %

0,9 %

0,9 %

Zuschuss zur Krankenversicherung der Rentner

7,3 %

7,3 %

7,3 %

gesetzliche Pflegeversicherung

1,95 %

1,95 %

2,05 %

Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung für Kinderlose

0,25 %

0,25 %

0,25 %

Die Beitragssätze gelten in der Regel jeweils hälftig für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer mit folgenden Ausnahmen bzw. Besonderheiten:

In der knappschaftlichen Rentenversicherung trägt der Arbeitgeber einen Anteil von 15,65 % und der Arbeitnehmer von 9,45 %. Im Vergleich zur gesetzlichen Rentenversicherung ist der Beitragssatz in der knappschaftlichen Rentenversicherung um etwa ein Drittel höher. Dieser erhöhte Anteil wird ausschließlich von den Arbeitgebern getragen und entspricht einer Art Betriebsrente.

Mit Einführung des Gesundheitsfonds gelten seit dem 1.1.2009 für alle Krankenkassen bundeseinheitlich zwei Beitragssätze:

  • allgemeiner Beitragssatz für Mitglieder mit Anspruch auf mindestens sechs Wochen Entgeltfortzahlung, Krankengeld frühestens ab der siebten Woche, z.B. Arbeitnehmer;

  • ermäßigter Beitragssatz für Mitglieder ohne Anspruch auf Krankengeld, z.B. freiwillig versicherte Selbstständige.

Der Beitragssatz ist Grundlage für die Beitragsberechnung. Der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung dient daneben zur Ermittlung des Arbeitgeberzuschusses, den privat und freiwillig Krankenversicherte von ihrem Arbeitgeber erhalten. Außerdem spielt der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung eine Rolle bei der gesetzlichen Rente:

  • Rentner, die in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR, pflichtversicherte Rentner) versichert sind, erhalten ihre gesetzliche Rente automatisch gekürzt um den Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgezahlt. Der Rentenversicherungsträger zahlt direkt an die jeweilige Krankenkasse monatlich einen Zuschuss zur Krankenversicherung in Höhe von 7,3 % des monatlichen Zahlbetrages der gesetzlichen Rente (für 2013 = die Hälfte von 14,6 %).

  • Freiwillig und privat Krankenversicherte erhalten auf Antrag einen Beitragszuschuss zu ihrer Krankenversicherung. Im Jahr 2013 beträgt dieser 7,3 % des Zahlbetrags der gesetzlichen Rente. Der Beitragszuschuss wird zusammen mit der Rente an den Versicherten ausgezahlt.

Zum 1.7.2005 wurde ein Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von 0,9 % der Beitragsbemessungsgrundlage (bei Arbeitnehmern z.B. der Bruttoverdienst) eingeführt. Dieser Zusatzbeitrag ist von allen Beitragszahlern – Arbeitnehmer, freiwillig Versicherte und Rentner – alleine zu tragen.

Vom Beitragssatz für die Pflegeversicherung zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte – außer in Sachsen: Hier tragen der Arbeitgeber 0,525 % und der Arbeitnehmer 1,525 %. Grund: Bei Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung zum 1.1.1995 wurde zum Ausgleich für die Belastung des Arbeitgebers der Buß- und Bettag abgeschafft, außer in Sachsen. Dafür mussten die Beschäftigten dort den damals gültigen Pflegesatz von 1 % in voller Höhe selbst tragen. Nur die sich daran anschließenden Erhöhungen werden jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernommen.

Der Pflege-Beitragssatz teilt sich je nach Personengruppe wie folgt auf:

Personengruppe

Versicherte

Arbeitgeber/Träger

Arbeitnehmer im Freistaat Sachsen

1,475 %

0,475 %

Arbeitnehmer (restliches Bundesgebiet)

1,025 %

1,025 %

Familienversicherte

0,00 %

0,00 %

Rentner, freiwillig Versicherte u.Ä.

2,05 %

0,00 %

Der Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung von 0,25 % ist seit dem 1.1.2005 von allen Kinderlosen, die älter als 23 Jahre sind, zu zahlen. Diesen Beitrag zahlt der Arbeitnehmer ebenfalls alleine. Versicherte, die Arbeitslosengeld II erhalten oder vor dem 1.1.1940 geboren wurden, sind von der Zahlung des Kinderlosenbeitrags befreit.

2. Die Beitragsbemessungsgrenzen

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) beschreibt die Höhe des Einkommens, bis zu dem Beiträge zur Sozialversicherung erhoben werden. Darüberliegende Verdienstbestandteile bleiben beitragsfrei. Je nach Sozialversicherungszweig gelten unterschiedliche Werte, die jedes Jahr der Lohnentwicklung angepasst werden.

Kranken- und Pflegeversicherung

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind die Beitragsbemessungsgrenzen in Ost- und Westdeutschland gleich hoch:

Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung

2011

2012

2013

monatlich

3.712,50 €

3.825,00 €

3.937,50 €

jährlich

44.550,00 €

45.900,00 €

47.250,00 €

Renten- und Arbeitslosenversicherung

Für die alten und neuen Bundesländer gelten in der Renten- und Arbeitslosenversicherung unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen:

Monatswerte der Beitragsbemessungsgrenzen (alte Bundesländer)

2011

2012

2013

Renten- und Arbeitslosenversicherung

5.500,00 €

5.600,00 €

5.800,00 €

knappschaftliche Rentenversicherung

6.750,00 €

6.900,00 €

7.100,00 €

Jahreswerte der Beitragsbemessungsgrenzen (alte Bundesländer)

2011

2012

2013

Renten- und Arbeitslosenversicherung

66.000,00 €

67.200,00 €

69.600,00 €

knappschaftliche Rentenversicherung

81.000,00 €

82.800,00 €

85.200,00 €

Monatswerte der Beitragsbemessungsgrenzen (neue Bundesländer)

2011

2012

2013

Renten- und Arbeitslosenversicherung

4.800,00 €

4.800,00 €

4.900,00 €

knappschaftliche Rentenversicherung

5.900,00 €

5.900,00 €

6.050,00 €

Jahreswerte der Beitragsbemessungsgrenzen (neue Bundesländer)

2011

2012

2013

Renten- und Arbeitslosenversicherung

57.600,00 €

57.600,00 €

58.800,00 €

knappschaftliche Rentenversicherung

70.800,00 €

70.800,00 €

72.600,00 €

Wenn man den Monatswerten der Beitragsbemessungsgrenzen die genannten Beitragssätze zugrunde legt, erhält man für die alten Bundesländer folgende monatliche Höchstbeiträge zur Sozialversicherung.

Monatliche Höchstbeiträge in der Sozialversicherung (alte Bundesländer)

BBG

Beitragssatz

Arbeitgeber

Arbeitnehmer

2011

Rentenversicherung

5.500,00 €

19,9 %

547,25 €

547,25 €

knappschaftliche
Rentenversicherung

6.750,00 €

16,45 %

9,95 %

1.110,38 €

671,63 €

Arbeitslosenversicherung

5.500,00 €

3,0 %

82,50 €

82,50 €

Krankenversicherung

3.712,50 €

14,6 %

271,01 €

271,01 €

Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung

3.712,50 €

0,9 %

33,41 €

Pflegeversicherung

3.712,50 €

1,95 %

36,20 €

36,20 €

Kinderlosenbeitrag zur Pflegeversicherung

3.712,50 €

0,25 %

9,28 €

2012

Rentenversicherung

5.600,00 €

19,6 %

548,80 €

548,80 €

knappschaftliche
Rentenversicherung

6.900,00 €

16,2 %

9,8 %

1.117,80 €

676,20 €

Arbeitslosenversicherung

5.600,00 €

3,0 %

84,00 €

84,00 €

Krankenversicherung

3.825,00 €

14,6 %

279,22 €

279,23 €

Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung

3.825,00 €

0,9 %

34,43 €

Pflegeversicherung

3.825,00 €

1,95 %

37,29 €

37,30 €

Kinderlosenbeitrag zur Pflegeversicherung

3.825,00 €

0,25 %

9,56 €

2013

Rentenversicherung

5.800,00 €

18,9 %

548,10 €

548,10 €

knappschaftliche
Rentenversicherung

7.100,00 €

15,65 %

9,45 %

1.111,15 €

670,95 €

Arbeitslosenversicherung

5.800,00 €

3,0 %

87,00 €

87,00 €

Krankenversicherung

3.937,50 €

14,6 %

287,43 €

287,44 €

Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung

3.937,50 €

0,9 %

35,44 €

Pflegeversicherung

3.937,50 €

2,05 %

40,35 €

40,36 €

Kinderlosenbeitrag zur Pflegeversicherung

3.937,50 €

0,25 %

9,84 €

Summe 2013

962,88 €

1.008,18 €

Beispiel:

Wenn Ihr Einkommen in den alten Bundesländern im Jahr 2013 5.000,00 € pro Monat beträgt und Sie kinderlos sind, gelten für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge die Werte in folgender Tabelle.

Das Bruttoeinkommen ist in voller Höhe rentenversicherungspflichtig. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung sowie den Zusatzbeiträgen ist nur der Verdienst bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 3.937,50 € beitragspflichtig. Bei der Beitragsberechnung wurde angenommen, dass die Krankenkasse keinen eigenen Zusatzbeitrag verlangt. Ihre Beitragsbelastung beträgt rund 18,5 % des Bruttoeinkommens.

2013

Beitrag

Bemessungsgrundlage

Beitragssatz

Arbeitgeber

Arbeitnehmer

Rentenversicherung

5.000,00 €

18,9 %

472,50 €

472,50 €

Arbeitslosenversicherung

5.000,00 €

3,0 %

75,00 €

75,00 €

Krankenversicherung

3.937,50 €

14,6 %

287,43 €

287,44 €

Zusatzbeitrag zur
Krankenversicherung

3.937,50 €

0,9 %

35,44 €

Pflegeversicherung

3.937,50 €

2,05 %

40,35 €

40,36 €

Zusatzbeitrag zur
Pflegeversicherung

3.937,50 €

0,25 %

9,84 €

Summe

39,7 %

875,28 €

920,58 €

Seit der Einführung des Gesundheitsfonds zum 1.1.2009 gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung ein einheitlicher Beitragssatz (einschließlich eines Zusatzbeitrags von 0,9 % für alle Krankenversicherten). Wenn eine Kasse mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommt, kann sie zusätzlich einen (kassenindividuellen) Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern verlangen.

Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag wird einkommensunabhängig erhoben. Eine Begrenzung nach oben gibt es nicht (§ 242 SGB V). Wird der Zusatzbeitrag neu eingeführt oder ein bestehender Zusatzbeitrag erhöht, haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht. Für den Fall, dass Kassenmitglieder durch Zusatzbeiträge zu stark belastet werden, sieht § 242b SGB V einen Sozialausgleich vor. Dieser erfolgt, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Krankenkassen den Betrag von 2 % der beitragspflichtigen Einnahmen des Mitglieds übersteigt.

3. Die Versicherungspflichtgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung

Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Arbeitnehmer unterliegen nur dann der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn ihr regelmäßiges Arbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht überschreitet (§ 6 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 6 und 7 SGB V). Bei Überschreitung sind sie versicherungsfrei, d.h., der Arbeitnehmer hat dann die Wahl, sich freiwillig gesetzlich (weiter) zu versichern oder eine private Krankenversicherung abzuschließen.

Bei der Ermittlung des Jahresarbeitsentgelts sind alle krankenversicherungspflichtigen Beschäftigungen einzubeziehen. Berücksichtigt wird immer nur das regelmäßig zu zahlende Arbeitsentgelt. Das Jahresentgelt wird nach folgendem Schema ermittelt:

Voraussichtliches Brutto-Jahreseinkommen aus der Beschäftigung

./.

Einnahmen, die kein Arbeitsentgelt sind (z.B. lohnsteuerfreie Zuwendungen)

./.

Einnahmen, die unregelmäßig (also nicht mindestens einmal jährlich) gezahlt werden

./.

Familienzuschläge (z.B. Kinder- und Verheiratetenzuschläge)

=

regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt

Das Jahresarbeitsentgelt ist bei folgenden Anlässen neu zu berechnen:

  • bei Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses,

  • bei jeder dauerhaften Gehaltsveränderung und

  • zu Beginn eines jeden Kalenderjahrs.

Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze in einem laufenden Arbeitsverhältnis, z.B. anlässlich einer Gehaltserhöhung, überschritten, endet die Versicherungspflicht nicht sofort, sondern erst mit Ablauf des Kalenderjahrs. Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze im Laufe eines Kalenderjahrs unterschritten, tritt die Krankenversicherungspflicht mit dem Zeitpunkt des Unterschreitens ein und nicht erst mit dem Beginn des folgenden Kalenderjahrs.

Versicherungspflichtgrenze

2011

2012

2013

Kranken-/Pflegeversicherung pro Monat

4.125,00 €

4.237,50 €

4.350,00 €

Kranken-/Pflegeversicherung pro Jahr

49.500,00 €

50.850,00 €

52.200,00 €

Für Personen, die schon am 31.12.2002 privat krankenversichert waren, entspricht die Versicherungspflichtgrenze der Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung:

Versicherungspflichtgrenze

2011

2012

2013

Kranken-/Pflegeversicherung pro Monat

3.712,50 €

3.825,00 €

3.937,50 €

Kranken-/Pflegeversicherung pro Jahr

44.550,00 €

45.900,00 €

47.250,00 €

4. Mindestbeitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, einer gesetzlichen Krankenkasse als freiwillig versichertes Mitglied beizutreten. Motiv für diese freiwillige Mitgliedschaft war früher häufig die Aussicht auf einen preiswerten Versicherungsschutz: Da sich in der gesetzlichen Krankenversicherung der Beitrag nach der Höhe des Verdiensts richtet, konnten freiwillig Versicherte mit niedrigem Einkommen den Krankenversicherungsschutz zu einem äußerst günstigen Preis erhalten.

Dem haben die Krankenkassen vor einigen Jahren einen Riegel vorgeschoben. Jetzt gelten für freiwillig versicherte Mitglieder (ohne Krankengeldanspruch) sogenannte Mindestbeitragsbemessungsgrenzen (§ 240 Abs. 4 SGB V). Dabei wird von Gesetzes wegen ein bestimmtes Mindesteinkommen unterstellt, das dann der Beitragsberechnung zugrunde gelegt wird. Für selbst versicherte Kinder, Rentner, Pensionäre und Nichterwerbstätige, die sich freiwillig versichern, gelten folgende Beitragsbemessungsgrenzen:

Freiwillig versicherte Kinder, Rentner usw.

2011

2012

2013

Mindestbeitragsbemessungsgrenze

851,67 €

875,00 €

898,33 €

Regelbeitragsbemessungsgrenze

3.712,50 €

3.825,00 €

3.937,50 €

Diese Mindestbeitragsbemessungsgrenze gilt auch für nebenberuflich Selbstständige mit einer weiteren Einnahmequelle, die weniger als 20 Wochenstunden arbeiten.

Für hauptberuflich Selbstständige, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern wollen, gelten folgende Werte:

Freiwillig versicherte Selbstständige

2011

2012

2013

Mindestbeitragsbemessungsgrenze

1.916,25 €

1.968,75 €

2.021,25 €

Regelbeitragsbemessungsgrenze

3.712,50 €

3.825,00 €

3.937,50 €

Bei der Zahlung eines Gründungszuschusses gelten für Existenzgründer folgende Beitragsbemessungsgrenzen:

Freiwillig versicherte Existenzgründer

2011

2012

2013

Mindestbeitragsbemessungsgrenze

1.277,50 €

1.312,50 €

1.347,50 €

Regelbeitragsbemessungsgrenze

3.712,50 €

3.825,00 €

3.937,50 €

In allen Fällen werden Beiträge höchstens bis zur Regelbeitragsbemessungsgrenze erhoben.

5. Der Arbeitgeberzuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung

Freiwillig versicherte und privat krankenversicherte Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuss (§ 257 Abs. 2 SGB V).

Seit dem 1.1.2010 ist für den Arbeitgeberzuschuss die Hälfte des allgemeinen Beitrags für den Gesundheitsfonds (ohne den Arbeitnehmer-Zusatzbeitrag von 0,9 % und ohne einen eventuellen Zusatzbeitrag der eigenen Krankenkasse) maßgeblich, höchstens jedoch die Hälfte des tatsächlich zu zahlenden Beitrags.

Damit ergeben sich für den maximalen Arbeitgeberzuschuss folgende Werte:

Maximaler Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung

Jahr

Beitragssatz in der
Krankenversicherung

Arbeitslohn, höchstens Beitragsbemessungsgrenze

Höchstbeitrag

Maximaler
Arbeitgeberzuschuss

2011

15,5 %

3.712,50 €

575,44 €

271,01 €

2012

15,5 %

3.825,00 €

592,88 €

279,23 €

2013

15,5 %

3.937,50 €

610,31 €

287,44 €

Auch für die private Pflegepflichtversicherung hat der Arbeitgeber einen Beitragszuschuss nach § 61 Abs. 2 SGB XI zu leisten. Dieser entspricht dem Arbeitgeberzuschuss in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung, höchstens jedoch der Hälfte des tatsächlich zu zahlenden Beitrages:

Maximaler Arbeitgeberzuschuss zur privaten Pflegepflichtversicherung

Jahr

Beitragssatz in der Pflegeversicherung

Arbeitslohn, höchstens Beitragsbemessungsgrenze

Höchstbeitrag

Maximaler Arbeitgeberzuschuss

2011

1,95 %

3.712,50 €

81,68 €

36,20 €

2012

1,95 %

3.825,00 €

84,15 €

37,29 €

2013

2,05 %

3.937,50 €

86,83 €

40,36 €

In Sachsen beträgt der Arbeitgeberanteil lediglich 0,525 % des Arbeitsentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze:

Maximaler Arbeitgeberzuschuss zur privaten Pflegepflichtversicherung in Sachsen

Jahr

Arbeitgeber-Beitragssatz in der Pflegeversicherung

Arbeitslohn, höchstens Beitragsbemessungsgrenze

Maximaler Arbeitgeberzuschuss

2011

0,475 %

3.712,50 €

17,63 €

2012

0,475 %

3.825,00 €

18,17 €

2013

0,525 %

3.937,50 €

20,67 €

6. Das Durchschnittseinkommen

Das Durchschnittseinkommen ist ein wichtiger Wert für die Ermittlung der Rentenhöhe. Bei der Rentenberechnung werden für die einzelnen Kalenderjahre des Versicherungsverlaufs Entgeltpunkte bestimmt. Dazu wird der vom Versicherten erzielte Bruttoarbeitsverdienst durch das jeweilige Durchschnittsentgelt aller Versicherten geteilt. Entspricht der rentenversicherungspflichtige Bruttoverdienst des Versicherten exakt dem Durchschnittseinkommen des betreffenden Jahres, erhält der Versicherte genau einen Entgeltpunkt gutgeschrieben.

Zuletzt wurde für das Kalenderjahr 2011 ein endgültiges Durchschnittseinkommen bestimmt. Da für 2012 und 2013 noch keine statistischen Daten für die Bestimmung des Durchschnittsentgelts vorliegen, wird hierfür ein vorläufiger Wert durch Rechtsverordnung festgelegt. Für das Kalenderjahr des Rentenbeginns und für das davorliegende Kalenderjahr werden die Entgeltpunkte unter Zugrundelegung des vorläufigen Durchschnittsentgelts bestimmt.

Das Durchschnittseinkommen in den alten Bundesländern (§ 70 Abs. 1 SGB VI sowie Anlage 1 zum SGB VI)

Durchschnittliches Bruttojahresarbeitsentgelt

Jahr

ArV+AnV

KnV

in DM

in €

in DM

in €

1930

RM 2.074,00

RM 2.110,00

1931

RM 1.924,00

RM 1.949,00

1932

RM 1.651,00

RM 1.673,00

1933

RM 1.583,00

RM 1.604,00

1934

RM 1.605,00

RM 1.627,00

1935

RM 1.692,00

RM 1.719,00

1936

RM 1.783,00

RM 1.811,00

1937

RM 1.856,00

RM 1.884,00

1938

RM 1.947,00

RM 1.972,00

1939

RM 2.092,00

RM 2.114,00

1940

RM 2.156,00

RM 2.179,00

1941

RM 2.297,00

RM 2.321,00

1942

RM 2.310,00

RM 2.335,00

1943

RM 2.324,00

RM 2.349,00

1944

RM 2.292,00

RM 2.316,00

1945

RM 1.778,00

RM 1.797,00

1946

RM 1.778,00

RM 1.797,00

1947

RM 1.833,00

RM 1.852,00

1948

2.219,00 DM

1.135,00 €

2.243,00 DM

1.147,00 €

1949

2.838,00 DM

1.451,00 €

2.868,00 DM

1.466,00 €

1950

3.161,00 DM

1.616,00 €

3.194,00 DM

1.633,00 €

1951

3.579,00 DM

1.830,00 €

3.617,00 DM

1.849,00 €

1952

3.852,00 DM

1.969,00 €

3.893,00 DM

1.990,00 €

1953

4.061,00 DM

2.076,00 €

4.104,00 DM

2.098,00 €

1954

4.234,00 DM

2.165,00 €

4.279,00 DM

2.188,00 €

1955

4.548,00 DM

2.325,00 €

4.596,00 DM

2.350,00 €

1956

4.844,00 DM

2.477,00 €

4.895,00 DM

2.503,00 €

1957

5.043,00 DM

2.578,00 €

5.096,00 DM

2.606,00 €

1958

5.330,00 DM

2.725,00 €

5.386,00 DM

2.754,00 €

1959

5.602,00 DM

2.864,00 €

5.661,00 DM

2.894,00 €

1960

6.101,00 DM

3.119,00 €

6.165,00 DM

3.152,00 €

1961

6.723,00 DM

3.437,00 €

6.794,00 DM

3.474,00 €

1962

7.328,00 DM

3.747,00 €

7.405,00 DM

3.786,00 €

1963

7.775,00 DM

3.975,00 €

7.857,00 DM

4.017,00 €

1964

8.467,00 DM

4.329,00 €

8.556,00 DM

4.375,00 €

1965

9.229,00 DM

4.719,00 €

9.326,00 DM

4.768,00 €

1966

9.893,00 DM

5.058,00 €

9.997,00 DM

5.111,00 €

1967

10.219,00 DM

5.225,00 €

10.327,00 DM

5.280,00 €

1968

10.842,00 DM

5.543,00 €

10.957,00 DM

5.602,00 €

1969

11.839,00 DM

6.053,00 €

11.965,00 DM

6.118,00 €

1970

13.343,00 DM

6.822,00 €

13.485,00 DM

6.895,00 €

1971

14.931,00 DM

7.634,00 €

15.090,00 DM

7.715,00 €

1972

16.335,00 DM

8.352,00 €

16.508,00 DM

8.440,00 €

1973

18.295,00 DM

9.354,00 €

18.489,00 DM

9.453,00 €

1974

20.381,00 DM

10.421,00 €

20.597,00 DM

10.531,00 €

1975

21.808,00 DM

11.150,00 €

22.039,00 DM

11.268,00 €

1976

23.335,00 DM

11.931,00 €

23.582,00 DM

12.057,00 €

1977

24.945,00 DM

12.754,00 €

25.209,00 DM

12.889,00 €

1978

26.242,00 DM

13.417,00 €

26.520,00 DM

13.559,00 €

1979

27.685,00 DM

14.155,00 €

27.979,00 DM

14.305,00 €

1980

29.485,00 DM

15.075,00 €

29.798,00 DM

15.235,00 €

1981

30.900,00 DM

15.799,00 €

31.228,00 DM

15.967,00 €

1982

32.198,00 DM

16.463,00 €

32.540,00 DM

16.637,00 €

1983

33.293,00 DM

17.022,00 €

33.646,00 DM

17.203,00 €

1984

34.292,00 DM

17.533,00 €

34.655,00 DM

17.719,00 €

1985

35.286,00 DM

18.041,00 €

35.660,00 DM

18.233,00 €

1986

36.627,00 DM

18.727,00 €

37.015,00 DM

18.925,00 €

1987

37.726,00 DM

19.289,00 €

38.125,00 DM

19.493,00 €

1988

38.896,00 DM

19.887,00 €

39.307,00 DM

20.097,00 €

1989

40.063,00 DM

20.484,00 €

40.486,00 DM

20.700,00 €

1990

41.946,00 DM

21.447,00 €

1991

44.421,00 DM

22.712,00 €

1992

46.820,00 DM

23.939,00 €

1993

48.178,00 DM

24.633,00 €

1994

49.142,00 DM

25.126,00 €

1995

50.665,00 DM

25.905,00 €

1996

51.678,00 DM

26.423,00 €

1997

52.143,00 DM

26.660,00 €

1998

52.925,00 DM

27.060,00 €

1999

53.507,00 DM

27.358,00 €

2000

54.256,00 DM

27.741,00 €

2001

55.216,00 DM

28.231,00 €

2002

28.626,00 €

2003

28.938,00 €

2004

29.060,00 €

2005

29.202,00 €

2006

29.494,00 €

2007

29.951,00 €

2008

30.625,00 €

2009

30.506,00 €

2010

31.144,00 €

2011

32.100,00 €

2012 vorl.

32.446,00 €

2013 vorl.

34.071,00 €

Das Durchschnittseinkommen in den neuen Bundesländern (§ 256a Abs. 1 SGB VI sowie Anlage 10 SGB VI)

Durchschnittliches Bruttojahresarbeitsentgelt

Jahr

Umrechnungswerte

ArV+AnV

KnV

in DM

in €

in DM

in €

1945

1,0000

RM 1.778,00

RM 1.797,00

1946

1,0000

RM 1.778,00

RM 1.797,00

1947

1,0000

RM 1.833,00

RM 1.852,00

1948

1,0000

2.219,00 DM

1.135,00 €

2.243,00 DM

1.147,00 €

1949

1,0000

2.838,00 DM

1.451,00 €

2.868,00 DM

1.466,00 €

1950

0,9931

3.183,00 DM

1.627,00 €

3.216,00 DM

1.644,00 €

1951

1,0502

3.408,00 DM

1.742,00 €

3.444,00 DM

1.761,00 €

1952

1,0617

3.628,00 DM

1.855,00 €

3.667,00 DM

1.875,00 €

1953

1,0458

3.883,00 DM

1.985,00 €

3.924,00 DM

2.006,00 €

1954

1,0185

4.157,00 DM

2.125,00 €

4.201,00 DM

2.148,00 €

1955

1,0656

4.268,00 DM

2.182,00 €

4.313,00 DM

2.205,00 €

1956

1,1029

4.392,00 DM

2.246,00 €

4.438,00 DM

2.269,00 €

1957

1,1081

4.551,00 DM

2.327,00 €

4.599,00 DM

2.351,00 €

1958

1,0992

4.849,00 DM

2.479,00 €

4.900,00 DM

2.505,00 €

1959

1,0838

5.169,00 DM

2.643,00 €

5.223,00 DM

2.671,00 €

1960

1,1451

5.328,00 DM

2.724,00 €

5.384,00 DM

2.753,00 €

1961

1,2374

5.433,00 DM

2.778,00 €

5.491,00 DM

2.807,00 €

1962

1,3156

5.570,00 DM

2.848,00 €

5.629,00 DM

2.878,00 €

1963

1,3667

5.689,00 DM

2.909,00 €

5.749,00 DM

2.939,00 €

1964

1,4568

5.812,00 DM

2.972,00 €

5.873,00 DM

3.003,00 €

1965

1,5462

5.969,00 DM

3.052,00 €

6.032,00 DM

3.084,00 €

1966

1,6018

6.176,00 DM

3.158,00 €

6.241,00 DM

3.191,00 €

1967

1,5927

6.416,00 DM

3.281,00 €

6.484,00 DM

3.315,00 €

1968

1,6405

6.609,00 DM

3.379,00 €

6.679,00 DM

3.415,00 €

1969

1,7321

6.835,00 DM

3.495,00 €

6.908,00 DM

3.532,00 €

1970

1,8875

7.069,00 DM

3.614,00 €

7.144,00 DM

3.653,00 €

1971

2,0490

7.287,00 DM

3.726,00 €

7.365,00 DM

3.765,00 €

1972

2,1705

7.526,00 DM

3.848,00 €

7.606,00 DM

3.889,00 €

1973

2,3637

7.640,00 DM

3.906,00 €

7.822,00 DM

3.999,00 €

1974

2,5451

8.008,00 DM

4.094,00 €

8.093,00 DM

4.138,00 €

1975

2,6272

8.301,00 DM

4.244,00 €

8.389,00 DM

4.289,00 €

1976

2,7344

8.534,00 DM

4.363,00 €

8.624,00 DM

4.409,00 €

1977

2,8343

8.801,00 DM

4.500,00 €

8.894,00 DM

4.548,00 €

1978

2,8923

9.073,00 DM

4.639,00 €

9.169,00 DM

4.688,00 €

1979

2,9734

9.311,00 DM

4.761,00 €

9.410,00 DM

4.811,00 €

1980

3,1208

9.448,00 DM

4.831,00 €

9.548,00 DM

4.882,00 €

1981

3,1634

9.768,00 DM

4.994,00 €

9.872,00 DM

5.047,00 €

1982

3,2147

10.016,00 DM

5.121,00 €

10.122,00 DM

5.175,00 €

1983

3,2627

10.204,00 DM

5.217,00 €

10.312,00 DM

5.273,00 €

1984

3,2885

10.428,00 DM

5.332,00 €

10.538,00 DM

5.388,00 €

1985

3,3129

10.651,00 DM

5.446,00 €

10.764,00 DM

5.504,00 €

1986

3,2968

11.110,00 DM

5.680,00 €

11.228,00 DM

5.741,00 €

1987

3,2548

11.591,00 DM

5.926,00 €

11.713,00 DM

5.989,00 €

1988

3,2381

12.012,00 DM

6.142,00 €

12.139,00 DM

6.207,00 €

1989

3,2330

12.392,00 DM

6.336,00 €

12.523,00 DM

6.403,00 €

1990 1. Hj.

3,0707

13.660,00 DM

6.984,00 €

1990 2. Hj.

2,3473

17.870,00 DM

9.137,00 €

1991

1,7235

25.774,00 DM

13.178,00 €

1992

1,4393

32.530,00 DM

16.632,00 €

1993

1,3197

36.507,00 DM

18.666,00 €

1994

1,2687

38.734,00 DM

19.804,00 €

1995

1,2317

41.134,00 DM

21.032,00 €

1996

1,2209

42.328,00 DM

21.642,00 €

1997

1,2089

43.133,00 DM

22.053,00 €

1998

1,2113

43.693,00 DM

22.340,00 €

1999

1,2054

44.389,00 DM

22.696,00 €

2000

1,2030

45.101,00 DM

23.060,00 €

2001

1,2003

46.002,00 DM

23.520,00 €

2002

1,1972

23.911,00 €

2003

1,1943

24.230,00 €

2004

1,1932

24.355,00 €

2005

1,1827

24.691,00 €

2006

1,1827

24.938,00 €

2007

1,1841

25.295,00 €

2008

1,1857

25.829,00 €

2009

1,1712

26.047,00 €

2010

1,1726

26.560,00 €

2011

1,1740

27.342,00 €

2012 vorl.

1,1754

27.605,00 €

2013 vorl.

1,1767

28.955,00 €

7. Die Bezugsgröße nach § 18 SGB IV

Die Bezugsgröße wird aus dem Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung des vorvergangenen Jahres (für 2013 also aus 2011) ermittelt. Aus der Bezugsgröße werden Werte abgeleitet, die in den einzelnen Sozialversicherungszweigen bedeutsam sind, z.B. bei der Festlegung der Einkommensgrenze, bis zu der kostenlose Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich ist. Die Bezugsgröße gilt bundeseinheitlich in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie in den alten Bundesländern für die Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Die Bezugsgröße nach § 18 SGB IV für die alten Bundesländer

Bezugsgröße (alte Bundesländer)

2011

2012

2013

Jahreswert

30.660,00 €

31.500,00 €

32.340,00 €

Monatswert

2.555,00 €

2.625,00 €

2.695,00 €

40 %

1.022,00 €

1.050,00 €

1.078,00 €

15 %

383,25 €

393,75 €

404,25 €

10 %

255,50 €

262,50 €

269,50 €

1/7

365,00 €

375,00 €

385,00 €

Die Bezugsgröße nach § 18 SGB IV für die neuen Bundesländer

Bezugsgröße (neue Bundesländer)

2011

2012

2013

Jahreswert

26.880,00 €

26.880,00 €

27.300,00 €

Monatswert

2.240,00 €

2.240,00 €

2.275,00 €

40 %

896,00 €

896,00 €

910,00 €

15 %

336,00 €

336,00 €

341,25 €

10 %

224,00 €

224,00 €

227,50 €

1/7

320,00 €

320,00 €

325,00 €

Die angegebenen Grenzen von 40 %, 15 % und 10 % der Bezugsgröße sind bei der Versorgung mit Zahnersatz relevant. Wenn die monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt des Versicherten 40 % der Bezugsgröße nicht überschreiten, liegt eine unzumutbare Belastung vor. Dann erfolgt eine volle Kostenübernahme bei der medizinisch notwendigen Versorgung mit Zahnersatz durch die Krankenkasse. Diese Einkommensgrenze erhöht sich für den ersten im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen um 15 % der monatlichen Bezugsgröße sowie für jeden weiteren Angehörigen um 10 % (§ 55 Abs. 2 SGB V).

8. Die Einkommensgrenze bei der Familienversicherung

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind der Ehegatte, der Lebenspartner, die Kinder von Mitgliedern sowie die Kinder von familienversicherten Kindern nach § 10 Abs. 1 SGB V und § 25 Abs. 1 SGB XI beitragsfrei mitversichert, wenn diese Familienangehörigen

  • ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben,

  • nicht pflichtversichert oder nicht freiwillig versichert sind,

  • nicht versicherungsfrei oder nicht von der Versicherungspflicht befreit sind,

  • nicht hauptberuflich selbstständig erwerbstätig sind und

  • kein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der Bezugsgröße nach § 18 SGB IV überschreitet; bei Renten wird der Zahlbetrag ohne den auf Entgeltpunkte für Kindererziehungszeiten entfallenden Teil berücksichtigt; für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1, § 8a SGB IV beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450,00 €.

Die Anhebung der Grenze von 400,00 € auf 450,00 € eröffnet zahlreichen bislang freiwillig versicherten geringfügig Beschäftigten die Möglichkeit, in die kostenlose Familienversicherung zu wechseln, was pro Monat rund 130,00 € Krankenversicherungsbeitrag spart!

Einkommensgrenze bei der Familienversicherung

2011

2012

2013

1/7 der Bezugsgröße nach § 18 SGB IV

365,00 €

375,00 €

385,00 €

Diese Einkommensgrenze gilt bundeseinheitlich und betrifft alle Einkommen, die nicht aus geringfügiger Beschäftigung stammen, z.B. Kapitalerträge und Mieteinnahmen. Ist ein Elternteil privat versichert und überschreitet sein Bruttoeinkommen regelmäßig im Monat sowohl ein Zwölftel der Jahresversicherungspflichtgrenze (2013:4.350,00 €) als auch das Einkommen des gesetzlich versicherten Ehegatten, ist eine Familienversicherung der Kinder ausgeschlossen (§ 10 Abs. 3 SGB V). Für Kinder gelten bestimmte Altersgrenzen, die sich z.B. durch Schul- oder Hochschulausbildung verlängern können (§ 10 Abs. 2 SGB V). Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch Stiefkinder, Enkel und Pflegekinder familienversichert (§ 10 Abs. 4 SGB V).

9. Der aktuelle Rentenwert

Der aktuelle Rentenwert ist ein Bestandteil der Rentenformel und wird jährlich zum 1. Juli festgelegt. Dieser Wert ist der Monatsbetrag, der sich nach einem Jahr rentenversicherungspflichtigem Durchschnittsverdienst als monatliche Altersrente ergibt. Die Rentenformel wird gemäß § 64 SGB VI durch folgende vier Faktoren bestimmt:

Monatsrente =

Zugangsfaktor × Summe der persönlichen Entgeltpunkte
× Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert

Seit dem 1.7.2005 werden bei der Berechnung des Rentenwerts zusätzlich ein Faktor für die Riester-Rente und ein Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt, der sich aus dem Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern ergibt. Dieser dämpft die jährliche Rentenanpassung und soll mögliche Steigerungen des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung begrenzen.

Gemäß der Rentenwertbestimmungsverordnung 2012 beträgt der aktuelle Rentenwert in den alten Bundesländern seit dem 1.7.2012 28,07 €.

In den neuen Bundesländern liegt dieser Wert seit dem 1.7.2012 bei 24,92 €.

10. Die Hinzuverdienstgrenzen

In den folgenden Übersichten finden Sie die Hinzuverdienstgrenzen zu den einzelnen Rentenarten für vorgezogene Altersrenten bis zur Regelaltersgrenze (65 Jahre + x Monate). Bis zu diesen Verdienstgrenzen darf ein Rentenbezieher im Rahmen einer Berufstätigkeit Einkommen erzielen.

Nach Erreichen der Regelaltersgrenze können Sie unbeschränkt hinzuverdienen (§ 34 Abs. 2 SGB VI).

Grundsätzlich ist es ratsam, die genauen Einkommensgrenzen für die jeweilige Rentenart beim Rentenversicherungsträger, z.B. Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV), zu erfragen. Die Hinzuverdienstgrenzen sind teilweise individuell und richten sich dann nach der Höhe der erreichten persönlichen Entgeltpunkte (diese können Sie Ihrer Renteninformation entnehmen). Für die Berechnung der Hinzuverdienstgrenzen werden dazu die letzten drei Kalenderjahre vor dem Rentenbeginn herangezogen. Werden die Hinzuverdienstgrenzen überschritten,

  • ruht eine Erwerbsminderungsrente und wird bei Einhaltung dieser Grenzen sofort wieder gezahlt;

  • fallen Altersrenten vollständig weg und müssen neu beantragt werden.

Die Hinzuverdienstgrenze für die Altersrente als Vollrente

Ein Anspruch auf eine Rente wegen Alters besteht vor Erreichen der Regelaltersgrenze nur, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird (§ 34 Abs. 2 SGB VI).

Hinzuverdienstgrenze für die Altersrente als Vollrente

2011

2012

2013

monatlich

400,00 €

400,00 €

450,00 €

Diese Hinzuverdienstgrenze darf zweimal im Jahr um einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze überschritten werden (§ 34 Abs. 2 SGB VI). Für das Jahr 2013 bedeutet dies, dass bei einer Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze höchstens 12 × 450,00 € + 2 × 450,00 € = 6.300,00 € hinzuverdient werden dürfen, sonst wird der darüber hinausgehende Teil des Hinzuverdiensts auf die Rente angerechnet und diese nur noch als Teilrente ausgezahlt.

Weitere Hinzuverdienstgrenzen

Die Hinzuverdienstgrenzen sind an die Bezugsgröße gekoppelt, da dieser Wert unmittelbar an die Lohnentwicklung gebunden ist. Dabei gibt es für Geringverdiener eine Mindesthinzuverdienstgrenze, deren Basis bei jeweils 0,5 Entgeltpunkten in den letzten drei Jahren vor Rentenbeginn liegt. Darüber hinaus gelten individuelle Hinzuverdienstgrenzen, die vom Gehalt der letzten drei Kalenderjahre abhängen.

Die Hinzuverdienstgrenze für die Altersrente als Teilrente

Teilrenten kommen für Versicherte in Betracht, die eine vorzeitige Altersrente, d.h. Rente vor Erreichen des Regelrentenalters (65 Jahre + × Monate), beziehen möchten. Beispielsweise ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, ein Drittel der erworbenen Rentenanwartschaft als Teilrente zu beziehen und im Übrigen als Teilzeit-Arbeitnehmer weiterzuarbeiten.

Hinzuverdienstgrenzen für die Altersrente als Teilrente (alte Bundesländer)
bei Rentenbeginn ab dem 1.1.2001

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

Rente von 1/3 der Vollrente

1.010,63 €

2.021,25 €

Rente von 1/2 der Vollrente

768,08 €

1.536,15 €

Rente von 2/3 der Vollrente

525,53 €

1.051,05 €

Hinzuverdienstgrenzen für die Altersrente als Teilrente (neue Bundesländer)
bei Rentenbeginn ab dem 1.1.2001

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

Rente von 1/3 der Vollrente

897,23 €

1.794,46 €

Rente von 1/2 der Vollrente

681,90 €

1.363,80 €

Rente von 2/3 der Vollrente

466,56 €

933,12 €

Für diejenigen Altersrentner, deren Einkommen zuletzt genau dem Durchschnittsverdienst entsprochen hat, gelten die Hinzuverdienstgrenzen bei Durchschnittsverdienst. War Ihr Einkommen höher, so gelten für Sie auch höhere Hinzuverdienstgrenzen; war es niedriger, so dürfen Sie nur weniger hinzuverdienen. Wer zuletzt ein sehr niedriges Einkommen hatte, der profitiert von Mindesthinzuverdienstgrenzen. Wenn Sie z.B. aus den alten Bundesländern kommen und zu den Niedrigverdienern gehören, dürfen Sie monatlich zu einer 1/2-Teilrente in jedem Fall noch 768,08 € hinzuverdienen.

Die Hinzuverdienstgrenzen dürfen zweimal im Jahr um einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze überschritten werden (§ 34 Abs. 2 SGB VI).

Die Hinzuverdienstgrenze für die Berufsunfähigkeitsrente

Hinzuverdienstgrenzen
bei Berufsunfähigkeitsrente
(alte Bundesländer)
bis 31.12.2000

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

volle Berufsunfähigkeitsrente

768,08 €

1.536,15 €

Rente von 2/3

1.024,10 €

2.048,20 €

Rente von 1/3

1.266,65 €

2.533,30 €

Hinzuverdienstgrenzen
bei Berufsunfähigkeitsrente
(neue Bundesländer)
bis 31.12.2000

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

volle Berufsunfähigkeitsrente

654,15 €

1.308,30 €

Rente von 2/3

872,20 €

1.744,40 €

Rente von 1/3

1.090,25 €

2.180,50 €

Diese Hinzuverdienstgrenzen dürfen zweimal im Jahr um einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze überschritten werden (§ 313 Abs. 1 i.V.m. § 96a Abs. 1 SGB VI).

Die Hinzuverdienstgrenze für Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung

Hinzuverdienstgrenzen bei
teilweiser Erwerbsminderung
(alte Bundesländer) ab 1.1.2001

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

Rente in voller Höhe

929,78 €

1.859,55 €

Teilrente von 1/2

1.131,90 €

2.263,80 €

Hinzuverdienstgrenzen bei
teilweiser Erwerbsminderung
(neue Bundesländer) ab 1.1.2001

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

Rente in voller Höhe

822,14 €

1.644,28 €

Teilrente von 1/2

1.000,86 €

2.001,73 €

Diese Hinzuverdienstgrenzen dürfen zweimal im Jahr um einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze überschritten werden (§ 96a Abs. 1 SGB VI).

Die Hinzuverdienstgrenze für Renten wegen voller Erwerbsminderung

Bei einer Rente in voller Höhe gilt bundeseinheitlich eine Hinzuverdienstgrenze von 450,00 €.

Hinzuverdienstgrenze bei
voller Erwerbsminderung (alte Bundesländer) ab 1.1.2001

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

Rente von 3/4

687,23 €

1.374,45 €

Rente von 1/2

929,78 €

1.859,55 €

Rente von 1/4

1.131,90 €

2.263,80 €

Hinzuverdienstgrenze bei
voller Erwerbsminderung (neue Bundesländer) ab 1.1.2001

2013

Mindesthinzuverdienstgrenze

bei Durchschnittsverdienst

Rente von 3/4

607,67 €

1.215,33 €

Rente von 1/2

822,14 €

1.644,28 €

Rente von 1/4

1.000,86 €

2.001,73 €

Diese Hinzuverdienstgrenzen dürfen zweimal im Jahr um einen Betrag bis zur Höhe der Hinzuverdienstgrenze überschritten werden (§ 96a Abs. 1 SGB VI).

11. Die Einkommensanrechnung für die Hinterbliebenenrenten

Einkommen von Personen, die

  • Witwen- oder Witwerrente,

  • Erziehungsrente oder

  • Waisenrente für ein über 18 Jahre altes Kind

erhalten, wird auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Dies gilt nicht bei Witwenrenten oder Witwerrenten, solange deren Rentenartfaktor mindestens 1,0 beträgt (§ 97 SGB VI).

Anrechenbar ist gemäß § 97 Abs. 2 SGB VI das Einkommen, das monatlich

  • bei Witwenrenten, Witwerrenten oder Erziehungsrenten das 26,4-Fache und

  • bei Waisenrenten das 17,6-Fache

des aktuellen Rentenwerts übersteigt. Das nicht anrechenbare Einkommen erhöht sich um das 5,6-Fache des aktuellen Rentenwerts für jedes Kind des Berechtigten, das Anspruch auf Waisenrente hat oder nur deshalb nicht hat, weil es nicht ein Kind des Verstorbenen ist. Von dem danach verbleibenden anrechenbaren Einkommen werden 40 % angerechnet (§ 97 SGB VI). Daraus lässt sich die folgende Formel ableiten:

Einkommensanrechnung bei einer Witwen-, Witwer- oder Erziehungsrente
Freibetrag =
(26,4 × aktueller Rentenwert) + (5,6 × aktueller Rentenwert für jedes Kind)

40 % des über dem Freibetrag liegenden Nettoeinkommens werden von der Rente abgezogen.

Einkommensanrechnung bei einer Waisenrente
Freibetrag =
(17,6 × aktueller Rentenwert) + (5,6 × aktueller Rentenwert für jedes Kind)

40 % des über dem Freibetrag liegenden Nettoeinkommens werden von der Rente abgezogen.

Freibeträge in den alten Bundesländern

Freibeträge für die Witwen-, Witwer- und Erziehungsrenten

1.7.2012 – 30.6.2013

26,4 × aktueller Rentenwert (28,07 €)

741,05 €

5,6 × aktueller Rentenwert für ein Kind (28,07 €)

157,19 €

Freibeträge für die Waisenrente

1.7.2012 – 30.6.2013

17,6 × aktueller Rentenwert (28,07 €)

494,03 €

5,6 × aktueller Rentenwert für ein Kind (28,07 €)

157,19 €

Freibeträge in den neuen Bundesländern

Freibeträge für die Witwen-, Witwer- und Erziehungsrenten

1.7.2012 – 30.6.2013

26,4 × aktueller Rentenwert (24,92 €)

657,89 €

5,6 × aktueller Rentenwert für ein Kind (24,92 €)

139,55 €

Freibeträge für die Waisenrente

1.7.2012 – 30.6.2013

17,6 × aktueller Rentenwert (24,92 €)

438,59 €

5,6 × aktueller Rentenwert für ein Kind (24,92 €)

139,55 €

12. Das fiktive Einkommen und die Entgeltpunkte für Pflegepersonen

In der gesetzlichen Rentenversicherung werden Personen, die ehrenamtlich (unentgeltlich) Pflegedienst leisten, für diese Pflege Entgeltpunkte gutgeschrieben. Das bedeutet: Zeiten der Pflegetätigkeit werden wie Beitragszeiten eines Arbeitnehmers, der Beiträge zur Rentenversicherung entrichtet, behandelt. Vorteil für die Betroffenen: Die Rentenansprüche steigen oder sie werden sogar erst durch diese Entgeltpunkte begründet. Damit sollen z.B. Familienangehörige belohnt werden, die Angehörige oder Nachbarn zu Hause versorgen.

Weil die pflegenden Personen jedoch kein echtes Einkommen beziehen, liegt der Berechnung der Entgeltpunkte ein fiktives Einkommen zugrunde. Die persönlichen Entgeltpunkte für Pflegepersonen werden nach folgender Formel berechnet:

Persönliche Entgeltpunkte = fiktives monatliches Einkommen × 12 : jährliches Durchschnittseinkommen

Fiktives monatliches Einkommen = Multiplikator × monatliche Bezugsgröße

Der Multiplikator nach § 166 SGB VI

Je nach Aufwand pro Woche und Pflegestufe sind unterschiedliche Multiplikatoren gültig:

Multiplikatoren

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

40 %

35,5555 %

26,6667 %

mindestens 21 Stunden

60 %

53,3333 %

mindestens 28 Stunden

80 %

Die Bezugsgröße nach § 18 SGB IV

Für die Bezugsgröße gelten die folgenden Werte:

Bezugsgröße (alte Bundesländer)

Jahr

Monatsbetrag

Jahresbetrag

2011

2.555,00 €

30.660,00 €

2012

2.625,00 €

31.500,00 €

2013

2.695,00 €

32.340,00 €

Bezugsgröße (neue Bundesländer)

Jahr

Monatsbetrag

Jahresbetrag

2011

2.240,00 €

26.880,00 €

2012

2.240,00 €

26.880,00 €

2013

2.275,00 €

27.300,00 €

Das fiktive Einkommen

Wird der Multiplikator mit der Bezugsgröße vervielfältigt, ergeben sich folgende fiktive Einkommen:

Fiktives Einkommen 2011 (alte Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

1.022,00 €

908,44 €

681,33 €

mindestens 21 Stunden

1.533,00 €

1.362,67 €

mindestens 28 Stunden

2.044,00 €

Fiktives Einkommen 2012 (alte Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

1.050,00 €

933,33 €

700,00 €

mindestens 21 Stunden

1.575,00 €

1.400,00 €

mindestens 28 Stunden

2.100,00 €

Fiktives Einkommen 2013 (alte Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

1.078,00 €

958,22 €

718,67 €

mindestens 21 Stunden

1.617,00 €

1.437,32 €

mindestens 28 Stunden

2.156,00 €

Fiktives Einkommen 2011 (neue Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

896,00 €

796,44 €

597,33 €

mindestens 21 Stunden

1.344,00 €

1.194,67 €

mindestens 28 Stunden

1.792,00 €

Fiktives Einkommen 2012 (neue Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

896,00 €

796,44 €

597,33 €

mindestens 21 Stunden

1.344,00 €

1.194,67 €

mindestens 28 Stunden

1.792,00 €

Fiktives Einkommen 2013 (neue Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

910,00 €

808,89 €

606,67 €

mindestens 21 Stunden

1.365,00 €

1.213,33 €

mindestens 28 Stunden

1.820,00 €

Beispiel:

Frau H. aus Stuttgart hat während des ganzen Jahres 2012 ihre Mutter gepflegt. Die Mutter war in Pflegestufe II eingestuft. Der Umfang der Pflege betrug 22 Stunden pro Woche. Daraus ergibt sich für Frau H. ein fiktives Einkommen von 1.400,00 € monatlich. Auf das Jahr bezogen sind das 16.800,00 €. Das (vorläufige) Durchschnittseinkommen im Jahr 2012 beträgt 32.446,00 €. Daraus ergeben sich 0,5178 Entgeltpunkte. Multipliziert mit dem allgemeinen Rentenwert in Höhe von 27,47 € (alte Bundesländer) ergibt sich für ein Pflegejahr ein Rentenanspruch von 14,22 € monatlich.

Frau K. aus Leipzig hat während des ganzen Jahres 2012 ihre Mutter gepflegt. Die Mutter war in Pflegestufe II eingestuft. Der Umfang der Pflege betrug 22 Stunden pro Woche. Daraus ergibt sich für Frau K. ein fiktives Einkommen von 1.194,67 € monatlich. Auf das Jahr bezogen sind das 14.336,04 €. Dieses fiktive Jahresentgelt ist mit dem Wert zur Umrechnung der Beitragsbemessungsgrundlage der neuen Bundesländer zu multiplizieren. Der für 2012 geltende vorläufige Umrechnungswert beträgt 1,1754. Damit ergibt sich ein hochgewertetes Fiktiventgelt in Höhe von 16.850,58 €. Bezogen auf das vorläufige Durchschnittseinkommen im Jahr 2012 ergeben sich 0,5193 Entgeltpunkte. Multipliziert mit dem allgemeinen Rentenwert in Höhe von 24,37 € (neue Bundesländer) ergibt sich für ein Pflegejahr ein Rentenanspruch von 12,66 € monatlich.

Das Durchschnittseinkommen

Die Durchschnittseinkommen für die alten Bundesländer nach § 70 Abs. 1 SGB VI sowie der Anlage 1 zum SGB VI zeigen folgende Entwicklung:

Jahr

Durchschnittseinkommen

Feststellung

2011

32.100,00 €

endgültig

2012

32.446,00 €

vorläufig

2013

34.071,00 €

vorläufig

Für die neuen Bundesländer gelten nach § 256a Abs. 1 SGB VI sowie Anlage 10 zum SGB VI die folgenden Werte:

Jahr

Durchschnittseinkommen

Feststellung

2011

27.342,00 €

endgültig

2012

27.604,00 €

vorläufig

2013

28.955,00 €

vorläufig

Die persönlichen Entgeltpunkte für Pflegepersonen

Wird das fiktive Einkommen mit 12 vervielfältigt und durch das Durchschnittseinkommen geteilt, ergeben sich für die alten Bundesländer folgende persönliche Entgeltpunkte:

Persönliche Entgeltpunkte 2011 (alte Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

0,3821

0,3396

0,2547

mindestens 21 Stunden

0,5731

0,5094

mindestens 28 Stunden

0,7641

Persönliche Entgeltpunkte 2012 (vorläufig, alte Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

0,3883

0,2946

0,2209

mindestens 21 Stunden

0,4971

0,4418

mindestens 28 Stunden

0,6628

Persönliche Entgeltpunkte 2013 (vorläufig, alte Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

0,3797

0,3375

0,2531

mindestens 21 Stunden

0,5695

0,5062

mindestens 28 Stunden

0,7594

Für die neuen Bundesländer ergeben sich folgende Werte:

Persönliche Entgeltpunkte 2011 (neue Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

0,3932

0,3495

0,2622

mindestens 21 Stunden

0,5899

0,5243

mindestens 28 Stunden

0,7865

Persönliche Entgeltpunkte 2012 (vorläufig, neue Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

0,3895

0,3462

0,2597

mindestens 21 Stunden

0,5843

0,5193

mindestens 28 Stunden

0,7790

Persönliche Entgeltpunkte 2013 (vorläufig, neue Bundesländer)

Aufwand pro Woche

Pflegestufe

III

II

I

mindestens 14 Stunden

0,3771

0,3352

0,2514

mindestens 21 Stunden

0,5657

0,5028

mindestens 28 Stunden

0,7543

13. Die Beiträge für geringfügige Beschäftigungen (Mini-Job)

Bei der geringfügigen Beschäftigung ist zu unterscheiden, ob es sich um eine Tätigkeit in einem Unternehmen oder in einem Privathaushalt handelt. Daraus leiten sich unterschiedliche Beitragssätze zur Sozialversicherung ab.

Die Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft ist seit dem 1.4.2003 zentrale Einzugs- und Meldestelle für geringfügige Beschäftigungen. Meldungen, Beitragsnachweise und Pauschalabgaben laufen seitdem ausschließlich über diese Stelle. Daher sind Mini-Jobs auch so beliebt: Sie sind leicht zu verwalten und der Arbeitgeber kann dem Mini-Jobber zudem in der Regel aufgrund der Pauschalabgaben ein höheres Nettogehalt als in einem regulären Beschäftigungsverhältnis zahlen.

13.1 Geringfügige Beschäftigung im Unternehmen

Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn der Arbeitslohn nicht mehr als 450,00 € im Monat beträgt (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV).

Gewerbliche Arbeitgeber müssen auf den Arbeitslohn eine Pauschalabgabe von 30,84 % entrichten, und zwar

  • 15 % für die gesetzliche Rentenversicherung (§ 172 Abs. 3 SGB VI),

  • 13 % für die gesetzliche Krankenversicherung, falls Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind (§ 249b SGB V),

  • 2 % für die Einkommensteuer (§ 40a Abs. 2 EStG),

  • 0,7 % Umlage U1 für Krankheitsaufwendungen und

  • 0,14 % Umlage U2 für Mutterschaftsaufwendungen.

Den Pauschalbeitrag von 13 % zur Krankenversicherung braucht der Arbeitgeber nicht zu zahlen, wenn der Arbeitnehmer privat krankenversichert ist. Außerdem kann die Pauschalsteuer für den Arbeitgeber entfallen, wenn über die elektronische Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers (ELStAM) abgerechnet wird. Das ist vor allem in den Steuerklassen I bis IV für den Arbeitnehmer von Vorteil, da hier zunächst keine Lohnsteuer anfällt. Ob und in welcher Höhe Steuern zu zahlen sind, wird bei der Einkommensteuerveranlagung unter Berücksichtigung der insgesamt erzielten Einkünfte ermittelt.

Wer mit seinem zu versteuernden Einkommen über dem steuerlichen Grundfreibetrag (2009 7.834,00 €, 2010 bis 2012 8.004,00 €, 2013 8.130,00 €) liegt und deshalb Einkommensteuer zahlt, sollte prüfen, ob die Pauschalversteuerung mit 2 % günstiger ist als eine Versteuerung über die elektronische Lohnsteuerkarte, selbst dann, wenn der Arbeitgeber die Steuer auf den Arbeitnehmer abwälzt.

Wenn man der Einkommensgrenze von 450,00 € die jeweils gültigen Beitragssätze der Sozialversicherung zugrunde legt, muss der Arbeitgeber folgende Lohnnebenkosten tragen:

Mini-Job im Unternehmen

Monatslohn

Beitragssatz

Arbeitgeber

Rentenversicherung

450,00 €

15 %

67,50 €

Krankenversicherung

450,00 €

13 %

58,50 €

Pauschalsteuer

450,00 €

2 %

9,00 €

Umlage U1 für Krankheitsaufwendungen

450,00 €

0,7 %

3,15 €

Umlage U2 bei Schwangerschaft/Mutterschaft

450,00 €

0,14 %

0,63 €

Insolvenzgeldumlage

450,00 €

0,15 %

0,675

Summe der Abgaben

30,99 %

139,46 €

Die Unfallversicherung (für Mini-Jobs in Unternehmen) wurde in den oben abgebildeten Tabellen nicht aufgenommen, da je nach Branche und Unfallrisiko unterschiedliche Beiträge von den Arbeitgebern zu zahlen sind.

Seit dem 1.1.2013 gelten neue Regelungen für Mini-Jobs insbesondere hinsichtlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Für vor dem 1.1.2013 abgeschlossene Verträge über geringfügige Beschäftigungen besteht noch für eine Übergangszeit die Möglichkeit, durch Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung wahrzunehmen, wie z.B. die Anrechnung von zusätzlichen Wartezeit-Monaten, Anspruch auf Kur- und Reha-Maßnahmen sowie den Anspruch auf Riester-Förderung.

Das Ausgleichsverfahren für Krankheitsaufwendungen (U1) ist für alle Arbeitgeber vorgesehen, die im Vorjahr des zu beurteilenden Kalenderjahrs für mindestens acht Kalendermonate nicht mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt hatten. Die Berechnung der Mitarbeiteranzahl unterliegt einem besonderen Verfahren.

Für geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse in Unternehmen und Privathaushalten gilt, dass alle Arbeitgeber seit dem 1.1.2006 am Ausgleichsverfahren für Mutterschaftsaufwendungen (U2) unabhängig von ihrer Betriebsgröße teilnehmen. Für dieses Ausgleichsverfahren werden im Jahr 2013 0,14 % des Arbeitsentgelts erhoben.

13.2 Geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt

Kennzeichen einer Beschäftigung im Privathaushalt ist, dass sie sonst gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt wird (§ 8a SGB IV). Auch hier gelten die Vorschriften zur geringfügigen Beschäftigung.

Der Arbeitgeber muss auf den Arbeitslohn eine Pauschalabgabe von 14,44 % entrichten, und zwar

  • 5 % für die gesetzliche Rentenversicherung (§ 172 Abs. 3a SGB VI),

  • 5 % für die gesetzliche Krankenversicherung, falls Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind (§ 249b SGB V),

  • 2 % für die Einkommensteuer (§ 40a Abs. 2 EStG),

  • 0,7 % Umlage U 1 für Krankheitsaufwendungen,

  • 0,14 % Umlage U 2 bei Schwangerschaft/Mutterschaft und

  • 1,6 % für die gesetzliche Unfallversicherung.

Den Pauschalbeitrag von 5 % zur Krankenversicherung braucht der Arbeitgeber nicht zu zahlen, wenn der Arbeitnehmer privat krankenversichert ist. Außerdem kann die Pauschalsteuer für den Arbeitgeber entfallen, wenn der Lohn des Arbeitnehmers über eine elektronische Lohnsteuerkarte (ELStAM) abgerechnet wird. Dies ist vor allem in den Steuerklassen I bis IV für den Arbeitnehmer von Vorteil, da hier zunächst keine Lohnsteuer anfällt. Ob und in welcher Höhe Steuern zu zahlen sind, wird bei der Einkommensteuerveranlagung unter Berücksichtigung der insgesamt erzielten Einkünfte ermittelt.

Wer mit seinem zu versteuernden Einkommen über dem steuerlichen Grundfreibetrag (2009 7.834,00 €, 2010 bis 2012 8.004,00 €, 2013 8.130,00 €) liegt und deshalb Einkommensteuer zahlt, sollte prüfen, ob die Pauschalversteuerung mit 2 % günstiger ist als eine Versteuerung über die Lohnsteuerkarte, selbst dann, wenn der Arbeitgeber die Steuer auf den Arbeitnehmer abwälzt.

Wenn man der Einkommensgrenze von 450,00 € die gültigen Beitragssätze zugrunde legt, muss der Arbeitgeber folgende Lohnnebenkosten tragen:

Mini-Job im Privathaushalt

Monatslohn

Beitragssatz

Arbeitgeber

Rentenversicherung

450,00 €

5 %

22,50 €

Krankenversicherung

450,00 €

5 %

22,50 €

Pauschalsteuer

450,00 €

2 %

9,00 €

Umlage U1 für Krankheitsaufwendungen

450,00 €

0,7 %

3,15 €

Umlage U2 bei Schwangerschaft/Mutterschaft

450,00 €

0,14 %

0,63 €

Unfallversicherung

450,00 €

1,6 %

7,20 €

Summe der Abgaben

14,44 %

64,98 €

Seit dem 1.1.2006 übernimmt die Minijob-Zentrale bei Mini-Jobs in Privathaushalten die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung und zusätzlich den Einzug der Unfallversicherungsbeiträge. Der Beitrag zur Unfallversicherung wird zusammen mit den anderen Abgaben von der Minijob-Zentrale eingezogen. Dieser Beitrag beläuft sich bundeseinheitlich auf 1,6 % des Arbeitsentgelts.

Seit dem 1.1.2013 gelten neue Regelungen für Mini-Jobs insbesondere hinsichtlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Für vor dem 1.1.2013 abgeschlossene Verträge über geringfügige Beschäftigungen besteht noch für eine Übergangszeit die Möglichkeit, durch Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung wahrzunehmen, wie z.B. die Anrechnung von zusätzlichen Wartezeit-Monaten, Anspruch auf Kur- und Reha-Maßnahmen sowie den Anspruch auf Riester-Förderung.

Das Ausgleichsverfahren für Krankheitsaufwendungen (U1) ist für alle Arbeitgeber vorgesehen, die im Vorjahr des zu beurteilenden Kalenderjahrs für mindestens acht Kalendermonate nicht mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt hatten. Die Berechnung der Mitarbeiteranzahl unterliegt einem besonderen Verfahren.

14. Die Beiträge für niedrig entlohnte Beschäftigungen in der Gleitzone (Midi-Jobs)

Die Gleitzonenregelung wurde zum 1.4.2003 eingeführt, um die sogenannte Niedriglohnschwelle zu beseitigen. Wenn nämlich die Einkommensgrenze für Mini-Jobs überschritten wurde, kam es für den Arbeitnehmer zu einem sprunghaften Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge, die sofort gezahlt werden mussten. Der stufenweise Anstieg der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung in der Gleitzone erleichtert den Übergang von einer geringfügig entlohnten Beschäftigung ohne Sozialabgaben in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Steuerrechtlich gibt es keine Besonderheiten.

In der Gleitzone liegt das erzielte Arbeitsentgelt regelmäßig zwischen 450,01 € und 850,00 € im Monat. Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen ist das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt maßgeblich (§ 20 Abs. 2 SGB IV).

Für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge gilt Folgendes:

  • Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag wird in der Gleitzone von einer ermäßigten Bemessungsgrundlage berechnet. Diese wird nach einer besonderen Berechnungsformel ermittelt.

  • Vom Gesamtsozialversicherungsbeitrag muss der Arbeitgeber den regulären Beitragsanteil zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von rund 20 % der Bruttoeinnahmen tragen, der vom Bruttomonatsverdienst berechnet wird.

  • Der verbleibende Teil des Gesamtsozialversicherungsbeitrages ist der Arbeitnehmeranteil (§ 346 Abs. 1a SGB III; § 249 Abs. 4 SGB V; § 168 Abs. 1 Nr. 1 d SGB VI; § 58 Abs. 5 SGB XI). Dieser steigt stufenweise von nur 4 % der ermäßigten Beitragsbemessungsgrundlage bei 450,01 € auf die normale Beitragslast von ca. 20 % bei 850,00 € an.

Die ermäßigte Bemessungsgrundlage wird gemäß § 226 Abs. 4 SGB V nach folgender Formel berechnet:

Faktor F × 450 + (2 ./. Faktor) × (Arbeitsentgelt ./. 450)

Dieser Faktor F errechnet sich, indem der Wert von 30 % (seit dem 1.7.2006) durch den durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungs-Beitragssatz geteilt und dann auf vier Dezimalstellen gerundet wird.

Gleitzone

2011

2012

2013

Beitragssatz

40,35 %

40,05 %

39,45 %

Formel

0,3 : 0,4035

0,3 : 0,4005

0,3 : 0,3945

Faktor

0,7435

0,7491

0,7605

Der für die Berechnung des Faktors F maßgebende Gesamtsozialversicherungs-Beitragssatz ergibt sich aus der Summe der Beitragssätze zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Dabei werden für die Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung die Sätze zum 1.1. desselben Jahres und für die Krankenversicherung seit dem 1.1.2010 der allgemeine Beitragssatz des Vorjahrs sowie der zum 1.7.2005 eingeführte Zusatzbeitrag von 0,9 % in der Krankenversicherung zugrunde gelegt. Der zum 1.1.2005 eingeführte Zusatzbeitrag von 0,25 % für Kinderlose in der Pflegeversicherung hat auf die Ermittlung des Faktors keinen Einfluss.

Für die Höhe des Arbeitnehmeranteils an den Sozialversicherungsbeiträgen ist vorwiegend der Beitragssatz zur Krankenversicherung maßgebend.

Beispiel:

Je höher das Bruttoeinkommen in der Gleitzone steigt, umso geringer werden die Ersparnisse an Sozialversicherungsbeiträgen für den Arbeitnehmer. Unter der Annahme, dass Sie kinderlos sind, Ihre Beschäftigungsstätte nicht in Sachsen liegt und der Beitragssatz zur Krankenkasse 14,6 % beträgt, lassen sich folgende Werte ermitteln:

Bruttoeinkommen in der Gleitzone 2013

460,00 €

650,00 €

850,00 €

Arbeitnehmer-Anteil an der Sozialversicherung

beitragspflichtiges Arbeitsentgelt

354,92 €

608,81 €

850,00 €

Rentenversicherung

23,61 €

52,69 €

80,33 €

Arbeitslosenversicherung

3,74 €

8,36 €

12,75 €

Krankenversicherung einschließlich Zusatzbeitrag

21,43 €

46,18 €

69,70 €

Pflegeversicherung

3,45 €

7,23 €

10,84 €

Gesamtbeitrag Sozialversicherung

52,23 €

114,46 €

173,62 €

Arbeitgeber-Anteil an der Sozialversicherung

beitragspflichtiges Arbeitsentgelt

460,00 €

660,00 €

850,00 €

Rentenversicherung

43,47 €

62,37 €

80,33 €

Arbeitslosenversicherung

6,90 €

9,90 €

12,75 €

Krankenversicherung

33,58 €

48,18 €

62,05 €

Pflegeversicherung

4,72 €

6,77 €

8,71 €

Insolvenzumlage

0,53 €

0,91 €

1,27 €

Gesamtbeitrag Sozialversicherung

89,20 €

128,13 €

165,11 €

Für die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlt der Arbeitnehmer unterhalb eines Bruttoeinkommens von 850,00 € zwar einen ermäßigten Beitragsanteil, den Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung von 0,9 % sowie den Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung von 0,25 % bei Kinderlosigkeit zahlt er jedoch alleine.

Die Sonderregelung zur Gleitzone gilt nicht für

  • Arbeitnehmer, die einen Midi-Job neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ausüben;

  • Auszubildende mit einer Ausbildungsvergütung bis zu 850,00 € (Beträgt die Ausbildungsvergütung weniger als 325,00 €, trägt der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge in voller Höhe allein. Dasselbe gilt für ein vorgeschriebenes Praktikum gegen Entgelt, das vor oder nach Abschluss eines Studiums absolviert wird.);

  • Personen, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr ableisten;

  • Umschüler, denn diese sind Auszubildenden gleichgestellt, wenn die Umschulung zu einem anerkannten Ausbildungsberuf erfolgt;

  • Arbeitnehmer, die in Altersteilzeit sind und deren reduziertes Arbeitsentgelt unter 850,00 € liegt;

  • Arbeitnehmer, deren Monatsverdienst aufgrund von Kurzarbeitergeld oder Winterausfallgeld zeitweise weniger als 850,00 € beträgt, und

  • Personen, bei denen ein fiktives Arbeitsentgelt zugrunde gelegt wird, zum Beispiel bei Behinderten, die in Behinderten-Werkstätten beschäftigt sind, sowie bei Mitgliedern geistlicher Genossenschaften.

Wichtig: Die Gleitzone hat für den Arbeitnehmer nicht nur Vorteile. Denn nicht nur die Beiträge, sondern auch die späteren Leistungen aus der Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie das Krankengeld werden nach einer niedrigeren Bemessungsgrundlage als dem tatsächlichen Arbeitslohn berechnet. Der Arbeitnehmer kann beim Arbeitgeber schriftlich beantragen, dass bei der Rentenversicherung die normalen Arbeitnehmerbeiträge entrichtet werden und damit auf die Vorteile der Gleitzone verzichtet wird.

Einzelheiten enthält das Rundschreiben der Sozialversicherungsträger zu den Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen (Geringfügigkeits-Richtlinien) vom 14.10.2009. Das Rundschreiben lässt sich z.B. unter www.aok-business.de beziehen.

Sehr interessant ist die Gleitzone für Personen, die sich bisher teuer in der privaten Krankenversicherung versichern müssen, zum Beispiel, weil ihnen die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlen. Gelingt es ihnen, beispielsweise ein Arbeitsverhältnis mit einem monatlichen Arbeitslohn von 455,00 € abzuschließen, so haben sie für rund 40,00 € monatlichen Arbeitnehmeranteil für die Sozialversicherungsbeiträge den kompletten Schutz der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung erwerben sie bereits mit der Zahlung von einem Monatsbeitrag.

Wermutstropfen: Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung über die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung steht Interessenten nur bis zum 55. Lebensjahr offen.

seit dem 1.1.2009 für alle Krankenkassen einheitlich; AN = Arbeitnehmer

voll vom Arbeitnehmer zu tragen

ab dem 23. Lebensjahr

BBG = Beitragsbemessungsgrenze

für nicht knappschaftlich Rentenversicherte, mit Kinderlosenbeitrag

Zuschlag für Kinderlose über 23 Jahre: 0,25 %

Zuschlag für Kinderlose über 23 Jahre: 0,25 %

Zuschlag für Kinderlose über 23 Jahre: 0,25 %

ArV = Arbeiterrentenversicherung
AnV = Angestelltenrentenversicherung

KnV = Knappschaftliche Rentenversicherung

vorl. = vorläufig

vorl. = vorläufig

ArV = Arbeiterrentenversicherung
AnV = Angestelltenrentenversicherung

KnV = Knappschaftliche Rentenversicherung

vorl. = vorläufig

vorl. = vorläufig

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