Wann gilt ein Testament als gefälscht?

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Ein im Jahr 2003 verstorbener Erblasser hatte ein handschriftliches Testament hinterlassen. Hierin hatte er angeordnet, dass sein Sohn nichts erben solle. Stattdessen setzte er seine Lebensgefährtin und deren Tochter je zur Hälfte als Erben ein, sofern diese bis zu seinem Tod bei ihm blieben.

Nach dem Tod des Erblassers beantragte seine Lebensgefährtin einen entsprechenden Erbschein. Dieser wurde ihr auch erteilt.

Über sechs Jahre später beantragte der Sohn den Erlass eines neuen Erbscheins zu seinen Gunsten, da das Testament eine Fälschung sei. Teile des Testaments ähnelten der Schrift der Lebensgefährtin.

Daraufhin wurde ein Schriftsachverständiger hinzugezogen, der zunächst zu dem Ergebnis kam, dass das Testament wahrscheinlich vom Erblasser verfasst worden sei.

Erst in einem zweiten Gutachten, nachdem er weitere Schriftproben erhalten hatte, konnte er feststellen, dass das Testament mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eigenhändig geschrieben und die Unterschrift unter dem Testament mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Erblasser stammt.

Das Brandenburgische Oberlandesgericht gelangte zu der Überzeugung, dass das Testament tatsächlich vom Erblasser stammt. Das Gericht stellte in diesem Zusammenhang klar, dass es so gut wie nie eine absolute Gewissheit im naturwissenschaftlichen Sinne darüber gibt, ob ein Testament wirklich vom Erblasser stammt.

Das ist für die gerichtliche Feststellung der Urheberschaft eines Testaments aber auch nicht nötig. Hier ist es ausreichend, dass sich beim Gericht ein für das praktische Leben brauchbarer Grad von Gewissheit gebildet hat, der vernünftige Zweifel ausschließt.(OLG Brandenburg, Urteil vom 19.12.2013, 3 Wx 5/12 )

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