Über 400 Wohnungseinbrüche pro Tag

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(verpd) Insgesamt ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche im letzten Jahr um fast zehn Prozent gegenüber 2015 gesunken, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Dennoch erreichte die Zahl der Delikte in 2016 immer noch den dritthöchsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Dass das Einbruchsrisiko nicht überall in Deutschland gleich hoch ist, zeigen die unterschiedlichen Einbruchraten je 100.000 Einwohner der Bundesländer.

Laut der vor Kurzem veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 (PKS 2016) des Bundeskriminalamtes ist die Zahl der Wohnungs-Einbruchdiebstähle mit 151.265 derartigen Delikten in 2016 gegenüber 2015 um 9,5 Prozent zurückgegangen.

Die Anzahl der Wohnungs-Einbruchdiebstähle war damit der PKS 2016 zufolge nach sieben Anstiegen in Folge erstmals wieder rückläufig. Die aktuelle Zahl ist aber immer noch die dritthöchste in den zurückliegenden zehn Jahren und liegt um rund 50 Prozent höher als 2006.

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184 Wohnungs-Einbruchdiebstähle pro 100.000 Einwohner

Die meisten Wohnungs-Einbruchdiebstähle der Anzahl nach wurden in Nordrhein-Westfalen mit fast 52.600 registriert. Dahinter folgt Niedersachsen mit über 16.400 Delikten dieser Art. Ebenfalls auf fünfstellige Werte, nämlich zwischen rund 10.400 und 11.500 Wohnungs-Einbruchdiebstähle, kamen Hessen, Baden-Württemberg und Berlin.

Im Saarland waren zahlenmäßig mit knapp 2.000 vergleichsweise wenige Wohnungseinbrüche zu verzeichnen. Die wenigsten polizeilich erfassten Taten gab es in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, nämlich jeweils zwischen 1.400 und 1.500.

Setzt man die Zahl der Wohnungs-Einbruchdiebstähle in Relation zur Einwohnerzahl, so liegt die durchschnittliche Einbruchsrate in Deutschland nach den Daten der PKS 2016 bei 184 solcher Taten pro 100.000 Einwohner. Im Vergleich dazu: 2015 waren es noch 206 Wohnungs-Einbruchdiebstähle pro 100.000 Einwohner.

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Die Hochburgen der Wohnungseinbrecher

Einbruchshochburgen sind demnach die beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg mit 459 und 420 polizeilich erfassten Delikten pro 100.000 Einwohner. Dahinter folgen Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit rund 327, 294 und 270 Wohnungs-Einbruchdiebstählen pro 100.000 Einwohner. Über dem Bundesdurchschnitt bei der Einbruchsrate liegen zudem noch Niedersachsen mit 207 und das Saarland mit knapp 196 derartigen Taten pro 100.000 Einwohner.

Unter der gesamtdeutschen durchschnittlichen Einbruchsrate liegen Hessen und Brandenburg mit jeweils rund 168 und Rheinland-Pfalz mit 166 Wohnungs-Einbruchdiebstählen pro 100.000 Einwohner. Dahinter folgen Sachsen-Anhalt mit 136, Sachsen mit fast 115 und Baden-Württemberg mit 102 derartigen Delikten je 100.000 Einwohner. „Nur“ zweistellige Einbruchsraten haben Mecklenburg-Vorpommern mit nicht ganz 92 und Thüringen mit fast 65 derartigen Taten pro 100.000 Einwohner. Die niedrigste Einbruchsrate mit 58 solcher Delikte pro 100.000 Einwohner gab es im vergangenen Jahr in Bayern.

Übrigens liegt die Zahl der polizeilich erfassten Delikte weit über der kürzlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) veröffentlichten Zahl der versicherten Einbrüche – konkret waren es 140.000 derartiger Taten, die den Hausratversicherern gemeldet wurden.

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Finanzielle Einbruchsschäden absichern

Das ist ein Hinweis darauf, dass viele Einbruchsopfer noch keine Hausratversicherung hatten beziehungsweise nicht jeder Haushalt über einen derartigen Versicherungsschutz verfügt. Dabei ersetzt eine bestehende Hausrat-Police nicht nur bei Brand, Blitzschlag, Explosion, Raub, ungewollt austretendem Leitungswasser, Sturm und Hagel, sondern auch bei Einbruch-Diebstahl den gestohlenen oder beschädigten Hausrat wie Möbel, Elektrogeräte oder Kleidung.

Prinzipiell sind Bargeld, Schmuck, Wertpapiere, Sparbücher sowie Münzsammlungen in der Regel bis zu einer im Versicherungsvertrag genannten Summe versichert, die optional erhöht werden kann. Je nach Vereinbarung in der Police werden auch Folgekosten, beispielsweise für den nach einem Einbruch oft notwendigen Austausch von Schlössern oder für die Wiederbeschaffung von Dokumenten übernommen. Selbst Vandalismusschäden, also Schäden durch mut- oder böswillige Zerstörung des Wohnungsinhalts im Zuge eines Einbruch-Diebstahls, können mitversichert werden.

Bei älteren Policen sollte regelmäßig überprüft werden, ob die vereinbarten Versicherungssummen den aktuellen tatsächlichen Werten entsprechen, damit man im Schadenfall auch Anspruch auf den Ersatz der kompletten Schadensumme hat. Wer sehr teure Wertsachen wie Schmuck, Antiquitäten, echte Teppiche oder Kunstgegenstände besitzt, sollte sich beraten lassen, inwieweit es sinnvoll ist, für diese einen eigenen Versicherungsvertrag, zum Beispiel eine Schmuck- oder Kunstversicherung abzuschließen.

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