Täglich rund 97 alkoholbedingte Verkehrsunfälle

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(verpd) Trotz der hohen Gefahr, die das Fahren unter Alkoholeinfluss darstellt, halten sich immer noch viele nicht an die geltende Promillegrenze. Letztes Jahr wurden bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen pro Tag rund 47 Personen getötet oder verletzt. Der Anteil der Personenschäden bei einem alkoholbedingten Unfall war im Vergleich zu Verkehrsunfällen ohne Alkoholeinfluss erheblich höher. Ab wann man den Wagen lieber stehen lassen sollte.

Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gab es letztes Jahr rund 2,4 Millionen Verkehrsunfälle in Deutschland. Davon waren rund 302.300 Unfälle mit Personenschäden. Das sind rund 12,6 Prozent der Gesamtunfälle.

Bei insgesamt rund 35.300 Verkehrsunfällen war mindestens ein Unfallbeteiligter alkoholisiert – das sind fast 97 Unfälle pro Tag. Mehr als 38,5 Prozent aller Unfälle unter Alkoholeinfluss waren Unfälle mit Personenschäden. Konkret kamen bei 13.600 alkoholbedingten Unfällen 260 Menschen ums Leben und fast 16.850 wurden verletzt. Im Vergleich war bei den alkoholbedingten Unfällen der Anteil an Unfällen mit Personenschäden damit fast dreimal so hoch wie bei allen Unfällen insgesamt.

Schon 0,3 Promille sind zu viel

Hat ein Autofahrer eine Blutalkohol-Konzentration (BAK) von 0,3 Promille und fällt er durch Fahrunsicherheiten wie Schlangenlinienfahren auf oder verursacht einen Unfall, hat er mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Es drohen bis zu sieben Punkte im Flensburger Fahreignungsregister (FAER) sowie eine Geld- oder Freiheitsstrafe – und auch der Führerscheinentzug.

Seit dem 1.4.2001 gilt gemäß Paragraf 24a Absatz 1 StVG (Straßenverkehrsgesetz), dass das Fahren ab 0,5 Promille Blutalkohol-Konzentration (BAK) bereits eine Ordnungswidrigkeit darstellt, auch wenn noch kein Anzeichen einer Fahrunsicherheit vorhanden ist. In diesem Fall drohen der Führerscheinentzug, der Eintrag von zwei Punkten im FAER und ein Bußgeld.

Absolute Fahruntüchtigkeit besteht bei einer Promillegrenze von 1,1 BAK. Grundsätzlich macht sich jeder, der mit einem solch hohen Alkoholspiegel ein Kraftfahrzeug bewegt, strafbar. Es können Geldstrafen oder Freiheitsentzug, sieben Punkte FAER und sechs Monate bis fünf Jahre Entzug der Fahrerlaubnis verhängt werden.

Fahranfänger und Radfahrer

Fahranfänger in der Probezeit und junge Fahrer unter 21 Jahren müssen sich an die Null-Promille-Grenze halten. Verstöße werden mit mindestens 250 € Bußgeld und zwei Punkten im FAER geahndet. Während der Probezeit kommen zudem ein verpflichtendes Aufbauseminar und eine Probezeitverlängerung hinzu.

Hat ein Fahranfänger Alkohol getrunken und zeigt er deswegen Fahrunsicherheiten oder kommt es alkoholisiert zum Unfall, drohen weit höhere Strafen.

Nicht nur Kraftfahrer, auch Radler müssen auf ihren Alkoholkonsum achten. Ein Fahrradfahrer mit 1,6 Promille gilt als absolut fahruntüchtig. Ihm können ein Bußgeld, die Auferlegung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zur Fahreignung sowie nach nicht bestandener MPU der Entzug der Fahrerlaubnis drohen. Verursacht ein Radler mit 0,3 Promille oder mehr einen Unfall oder zeigt er Fahrunsicherheiten, muss er auch bereits ab diesem Alkoholgehalt mit empfindlichen Strafen rechnen.

Der Morgen danach

Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. muss bereits mit der Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit ab einem Blutalkoholspiegel von 0,2 Promille gerechnet werden. Experten empfehlen daher, beim Führen eines Fahrzeuges komplett auf Alkohol zu verzichten. Hat man am Vortag getrunken, ist auch der Morgen danach nicht ungefährlich. Der Körper baut nämlich pro Stunde durchschnittlich nur 0,15 Promille Alkohol im Blut ab.

Ein verbleibender Restalkohol kann also immer noch eine Fahruntüchtigkeit mit sich bringen. Der DVR betont, dass vermeintliche Wundermittel wie Kaffee oder Tabletten, die angeblich den Alkoholabbau im Körper beschleunigen sollen, keine Lösung sind. Nur wer sich sicher ist, keinen Alkohol (mehr) im Blut zu haben, sollte sich hinter das Steuer setzen. Anderenfalls sind Bus, Bahn oder Taxi eine sinnvolle Alternative.

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