Stromtarife: Worauf Verbraucher beim Wechsel achten sollten

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Seit der Liberalisierung des deutschen Strommarkts im Jahr 1998 ist das Preisgefüge für elektrische Energie kräftig in Bewegung gekommen: Derzeit werben fast 1000 Stromanbieter mit mehr als 10.000 Stromtarifen um die Gunst der Verbraucher.

Und diese machen von den Möglichkeiten des Markts immer häufiger Gebrauch. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben bereits 61 Prozent aller Haushalte zu einem alternativen Anbieter oder einem neuen Tarif ihres Versorgers gewechselt. 

Häufigster Grund für den Wechsel sind niedrigere Energiekosten. So gaben laut der Studie "Strommarkt 2009" von TNS Infratest 63 Prozent der Stromkunden den Preis als entscheidendes Kriterium für einen Wechsel an. Bei einem Wechsel von einem besonders teuren Anbieter zu einem besonders billigen lassen sich die jährlichen Stromkosten um rund 15-20 Prozent verringern.

Der ausschließliche Blick auf den Endpreis kann aber das Auge für wichtige Tarifdetails trüben. Jeder Verbraucher sollte sich bei einem Vergleich genau über Konditionen wie Vertragslaufzeit, Zahlungsweise und Preisgarantien informieren. Anders als in der Grundversorgung durch die Stadtwerke, bei der in der Regel monatliche Zahlungsweise und vierwöchige Kündigungsfrist gelten, gibt es bei alternativen Stromanbietern verschiedenartige Vertragsmodelle. Bei der Wahl eines neuen Tarifs ist es daher wichtig, einige zentrale Punkte zu beachten, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.

Kurze Vertragslaufzeit

Empfehlenswert ist eine möglichst kurze Vertragslaufzeit, um auf Entwicklungen am Strommarkt gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Wer dennoch bereit ist, sich für ein Jahr oder länger an einen Versorger zu binden, sollte in jedem Fall auf eine Preisgarantie für die gesamte Vertragslaufzeit achten.

Möglichst vierwöchige Kündigungsfrist

Bei einer langen Kündigungsfrist von mehreren Monaten besteht eine größere Gefahr, den Vertrag nicht rechtzeitig zu kündigen und dadurch eine Verlängerung um die gesamte Vertragslaufzeit zu riskieren. Zu empfehlen ist daher eine kurze Kündigungsfrist von vier Wochen.

Lange und umfangreiche Preisgarantie

Eine Preisgarantie schützt vor Strompreiserhöhungen und gewährleistet einen dauerhaft günstigen Abnahmepreis für den Endverbraucher. Die Preisgarantie kann für unterschiedliche Teile des Strompreises gelten. Optimal ist eine Preisgarantie, wenn sie für mindestens 12 Monate und sämtliche Preisbestandteile gilt (Beschaffungskosten, Netzentgelte und staatliche Abgaben). Die Umsatzsteuer ist in der Regel nicht Bestandteil der Preisgarantie. Eine solch umfangreiche Absicherung gegen steigende Strompreise bieten rund 110 Unternehmen am Markt.

Vorsicht bei Vorauskasse und Sonderabschlag

Tarifmodelle mit Vorauskasse gehören zu den günstigsten Angeboten am Markt. Allerdings muss hier der Strom bis zu zwölf Monate im Voraus bezahlt werden. In diesem Zusammenhang verweisen zahlreiche Verbraucherschützer auf bestimmte Risiken, z.B. eine mögliche Insolvenz des Stromversorgers. Auch bei Tarifen mit Vorauszahlung sollte eine Preisgarantie die gesamte Vertragslaufzeit abdecken.

Ein größerer Einmalbetrag im Vorfeld der Strombelieferung muss auch bei Tarifmodellen mit Sonderabschlag oder Kaution entrichtet werden. In der Regel werden diese Beiträge erst am Vertragsende wiedererstattet. Somit handelt es sich letztlich um ein zinsloses Darlehen des Kunden an den Versorger.

Zusätzlicher Umweltnutzen durch Ökostrom-Produkte

Die Entscheidung für einen umweltfreundlichen Tarif ist für die Verbraucher – nach dem Preis – der zweitwichtigste Grund für den Stromanbieterwechsel. Auch bei der Umstellung auf erneuerbare Energien lässt sich bares Geld sparen. Zahlreiche Ökostromtarife sind günstiger als der örtliche Grundversorger. Gerade beim Wechsel zu Ökostrom sollte man neben dem Preis vor allem auf die Gütesiegel und Zertifikate des Produkts achten. Die strengsten Kriterien, die neben der Herkunft auch den aktiven Ausbau der erneuerbaren Energien belegen, bieten das "Grüner Strom"-Label sowie das "ok-power"- Label.

Rabatte und Boni nur im ersten Vertragsjahr

Für den Wechsel gewähren viele Stromanbieter einen einmaligen Wechsel-Bonus. Dieser wird in der Regel nur Neukunden gewährt und sollte spätestens zum Ende des ersten Vertragsjahrs verrechnet werden. Auch andere Vergünstigungen, wie z.B. freie Kilowattstunden oder Gutscheine, sind je nach Tarif möglich.

Tipp
Einen Überblick mit verschiedenen Suchfunktionen bietet das Internetportal www.toptarif.de.

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