Steuerreform: Freuen Sie sich nicht zu früh

 - 

Die finanzielle Entlastung durch die jüngst beschlossene Steuerreform bewegt sich im kaum spürbaren Bereich. Zudem geht für Gutverdiener die komplette Ersparnis für höhere Beiträge an die Sozialkassen drauf.

Die Steuerreform 2017 beinhaltet die Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergelds sowie des Kinderzuschlags. Der Bund der Steuerzahler hat ausgerechnet, dass dadurch Singles nur in geringem Maße finanziell entlastet werden. Mit einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro brutto haben sie im kommenden Jahr 45 Euro mehr in der Tasche (+1,1% Steuerersparnis).

Grundsätzlich gilt: Je höher das Jahreseinkommen, desto geringer fällt die Steuerersparnis prozentual gesehen aus. Wer 60.000 Euro brutto verdient, spart zwar 79 Euro, das sind aber nur noch 0,6% der Steuerlast.

Familien mit zwei Kindern mit einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro brutto sparen im kommenden Jahr 114 Euro Steuern (+9,5%). Auch in höheren Gehaltsklassen sparen Familien im kommenden Jahr mehr Geld als Singles. Bei einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro sind es noch 3,9% (126 Euro), bei 60.000 Euro immerhin noch 1,7 Prozent mehr (143 Euro).

Auch bei Familien fällt prozentual gesehen die Steuerersparnis desto geringer aus, je höher ihr Jahreseinkommen ist.

Weitere Informationen zur Steuerreform 2017 lesen Sie hier: Entlastung für Steuerzahler und Familien.

Höhere Sozialabgaben fressen die Steuerersparnis komplett auf

Für Gutverdiener steigt andererseits die Belastung durch höhere Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung. Sie müssen im Jahr 2017 nicht mehr nur auf 50.850 Euro Krankenversicherungsbeiträge bezahlen, sondern auf 52.200 Euro (bundesweit). In der Rentenversicherung steigt der beitragspflichtige Gehaltsanteil in den alten Bundesländern von 74.400 Euro auf 76.200 Euro und in den neuen Bundesländern von 64.800 Euro auf 68.400 Euro.

Das wirkt sich in den neuen Bundesländern besonders kostensteigernd aus: Ein kinderloser Besserverdiener mit 68.400 Euro Bruttojahresverdienst muss im Jahr 2017 4,8% mehr Sozialabgaben leisten als im Jahr 2016. Die Erhöhung beträgt 47,73 Euro im Monat bzw. 572,76 Euro im Jahr. Insgesamt erhalten die Sozialversicherungen 12.497,77 Euro im Jahr (12 x 1.041,49 Euro).

In den alten Bundesländern steigen die Sozialbeiträge im Jahr 2017 für kinderlose Besserverdiener mit 76.200 Euro Bruttojahresverdienst um monatlich 31,46 Euro (+2,91%) gegenüber 2016. Das sind 377,52 Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt erhalten die Sozialversicherungen 13.344,24 Euro im Jahr (12 x 1.112,02 Euro).

Weitere Informationen zu den Sozialversicherungswerten 2017.
Geldwerte Tipps zur Altersvorsorge lesen Sie in unserem Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Weitere News zum Thema

  • Gegen eine überhöhte Stromrechnung

    [] (verpd) Erhöht sich der Stromverbrauch eines Konsumenten ohne ersichtlichen Grund in erheblichem Umfang, so ist es Sache des Stromversorgers zu beweisen, dass kein Fehler bei der Abrechnung vorliegt. Das hat das Landgericht Magdeburg entschieden (Az. 11 O 405/16). mehr

  • Nicht jedes Geschenk gefällt

    [] (verpd) Wer als Schenker und Beschenkter Wert darauf legt, ein Geschenk auch nach Weihnachten umtauschen zu können, sollte auf bestimmte Kriterien achten. In Deutschland gibt es nämlich kein generelles Umtauschrecht für eine an sich fehlerfreie Ware. Eine neu gekaufte Ware kann rein rechtlich nur in bestimmten Fällen umgetauscht werden. Und selbst wenn ein Händler ein Umtauschrecht einräumt, ist dies meist nur für einen gewissen Zeitraum und unter bestimmten weiteren Bedingungen möglich. mehr

  • Damit Weihnachten und Silvester in guter Erinnerung bleiben

    [] (verpd) Gerade in der Weihnachtszeit und insbesondere auch an Silvester ist das Brand- und Verletzungsrisiko signifikant höher. Diverse Versicherungspolicen schützen zumindest vor den finanziellen Schäden, die durch solche Brände und Schadensereignisse verursacht werden können. mehr

  • Die größten Sorgen der Deutschen

    [] (verpd) Die Furcht vor einer schweren Krankheit führt das Sorgen-Ranking der Bundesbürger an. Dies zeigt eine Umfrage, die ein Marktforschungs-Institut im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) durchgeführt hat. Demnach sind die wirtschaftlichen Ängste zwar in den letzten Jahren insgesamt rückläufig, haben aber in der Altersgruppe der 30- und 59-Jährigen zum Teil deutlich zugenommen. mehr

  • Gericht entscheidet, ob Gewaltopfer glaubhaft erscheinen

    [] Nur das Gericht selbst und nicht ein von ihm gehörter aussagepsychologischer Sachverständiger entscheidet, ob Angaben eines Gewaltopfers zur Tat relativ wahrscheinlicher sind als die Annahme, das von ihm Geschilderte habe so nicht stattgefunden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.