Sonne genießen – ohne Krebsrisiko

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(verpd) Aktuell erkranken nach den Angaben der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) jedes Jahr bundesweit 234.000 Menschen an Hautkrebs. Das sind doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. 28.000 davon an dem besonders gefährlichen malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs). UV-bedingte Hautschäden, insbesondere auch im Kinder- und Jugendalter, sehen Gesundheitsexperten als Hauptursache für derartige Krebsfälle an. Es gibt daher Verhaltensregeln, die Erwachsene, aber vor allem auch Eltern bei ihren Kindern beachten sollten.

Nach Angaben der Weltgesundheits-Organisation (WHO) sind UV-Strahlen, wie sie im Sonnenlicht enthalten ist, krebserregend und der größte Risikofaktor für das Entstehen von Hautkrebs. Bereits bevor ein Sonnenbrand die Schädigung der Haut durch zu starke Sonneneinstrahlung anzeigt, können ultraviolette Strahlen der Sonne das Erbgut der Hautzellen schädigen, wie die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) erklärt.

Während normalerweise die körpereigenen Abwehrkräfte diese Schäden beseitigen, kann es bei einer Überlastung des Immunsystems dazu kommen, dass das Erbgut und die Zelle entarten, was letztendlich Hautkrebs zur Folge hat.

Schwerwiegende Nachlässigkeit bei Kindern

Besonders gefährlich sind UV-Strahlen für Kinder. Laut APD zeigen epidemiologische Studien, dass Menschen, die in ihrer Kindheit häufig Sonnenstrahlen ausgesetzt waren und Sonnenbrände erlitten hatten, ein deutlich erhöhtes Risiko haben an Hautkrebs, insbesondere am malignen Melanom, zu erkranken, als Personen, die nicht so häufig an der Sonne waren. Schuld daran ist nach Expertenaussagen die spezifische Struktur der Kinderhaut.

„Die UV-empfindlichen Stammzellen liegen bei Kindern sehr viel dichter unter der Hautoberfläche als bei Erwachsenen und sind UV-Strahlen somit stärker ausgesetzt“, betont Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft ADP.

Was viele nicht wissen, ein Sonnenbrand – das „Alarmsignal“ des Körpers, dass es bereits zu Hautschäden durch die UV-Einstrahlung gekommen ist – tritt bei Kindern zeitverzögert auf. Doch bereits bevor der Sonnenbrand sichtbar ist, wird die Kinderhaut bereits erheblich geschädigt. „Kinderhaut muss daher ganz besonders vor krebserregenden UV-Strahlen geschützt werden“, unterstreicht Dr. Herbert Grundhewer vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Doch auch für Erwachsene ist es wichtig, UV-Schäden zu vermeiden, um das Krebsrisiko zu minimieren.

Sonnenschutzmittel und Kleidung

Prinzipiell sollten Babys im ersten Lebensjahr nie direkt der Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist es wichtig, alle unbedeckten Körperstellen mit einem Sonnenschutzmittel einzucremen.

Dabei sollte der Lichtschutzfaktor bei Erwachsenen mindestens 20 und bei Kleinkindern ab 30 betragen, um ausreichend gegen gefährliche UV-Strahlung geschützt zu sein. Es gilt, je sonnenempfindlicher der Hauttyp, desto höher ist der Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels zu wählen. Die Sonnencreme sollte 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen und mehrmals täglich erneuert werden. Beim Baden sollte das Sonnenschutzmittel wasserfest sein.

Auch die richtige Kleidung sorgt für einen guten Sonnenschutz. Sinnvoll sind Kopfschutz, T-Shirt oder Hemd sowie Bermudas aus leichtem, sonnendichtem Gewebe. Der ADP rät zudem, beim Baden ein T-Shirt zu tragen. Vorteilhaft sind auch Schuhe, die den Fußrücken bedecken, sowie eine gute Sonnenbrille mit UV-Filter und möglichst geschlossenen Seiten.

Gefährliche UV-Strahlung im Blick

Übrigens: Je höher die ultraviolette Strahlung – diese wird gemessen am UV-Index (UVI) mit einem Wert auf einer Skala von eins bis elf –, desto größer ist das Sonnenbrandrisiko. Wie hoch der tagesaktuelle UVI-Wert ist, darüber informiert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im Internet unter www.bfs.de.

Der BfS empfiehlt bereits bei einem mittleren UV-Wert von drei UVI Sonnenschutzmaßnahmen zu ergreifen. Außerdem sollte nach Angaben des BfS beachtet werden, dass Wasser, Sand oder auch Schnee die UV-Strahlung reflektieren und eine leichte Bewölkung die Intensität der UV-Strahlung eventuell auch verstärken kann. Insbesondere am Meer und beim Wintersport ist daher besondere Vorsicht geboten.

Weitere Informationen zum Thema Sonnenschutz gibt es online bei der Deutschen Krebshilfe e.V. unter www.krebshilfe.de, beim ADP unter www.unserehaut.de, beim BfS sowie bei der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. unter www.krebsgesellschaft.de.

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