Soll man einen Bausparvertrag übersparen?

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Anspruch auf Zuteilung eines Bauspardarlehens hat ein Sparer erst, wenn er das vertraglich vorgesehene Mindestguthaben angespart hat. Nun kommt es vor, dass das Mindestguthaben zwar erreicht ist, der Bausparvertrag aber noch nicht zuteilungsreif ist. In diesen Fällen stellt sich die Frage, ob man weiter Beiträge in den Bausparvertrag einzahlen soll.

Für eine Beantwortung dieser Frage sollte man sich zunächst den Zweck des Bausparvertrags vor Augen führen. In erster Linie dient das Bausparen der Finanzierung von Wohneigentum, erst in zweiter Linie der Geldanlage. Da Bausparkassen an den renditeinteressierten Sparern weniger Geld verdienen als an Finanzierern, ist das Tarifangebot für Sparer geringer. Dementsprechend sind viele Tarife auch so kalkuliert, dass Baufinanzierer bevorzugt werden und die Sparer lediglich von den guten Zinsen profitieren können.

Deshalb: Möchte man den Vertrag zur Renovierung der eigenen vier Wände einsetzen oder ihn an Verwandte verschenken, damit diese sich eine Immobilie kaufen oder bauen können, so ist dringend davon abzuraten, einen Bausparvertrag zu übersparen. Durch das Übersparen der Mindestsparsumme wird das zinsgünstige Darlehen vermindert, da das Gesamtvolumen durch die Bausparsumme festgelegt wird. Steht noch kein Termin fest, an dem der Vertrag benötigt wird, ist es besser, die Zuteilung des Vertrags hinauszuzögern, indem noch keine Zuteilung beantragt wird. Das ist jedes Quartal möglich.

Sieht man hingegen den Bausparvertrag als Geldanlage, so ist die Frage nicht mehr ganz so eindeutig zu beantworten. Hier kommt es auf die Vertragsgestaltung an. Bei den meisten Tarifen mit Bonuszinsen ist das Übersparen jedoch ebenfalls nicht zu empfehlen. Denn sonst wird der Bonuszins gefährdet. Genaueres steht in den Tarifbedingungen, die zum Vertrag ausgehändigt wurden. Ist der Zinsbonus beim Überschreiten der Mindestsparsumme nicht ausgeschlossen, lohnt sich das Weiterbesparen des Vertrags, wenn dadurch ein gutes Zinsniveau garantiert wird. Ist ein Vertrag ausnahmsweise ohne Mindestsparsumme vereinbart worden, so kann dieser ohne negative Folgen weiterbespart werden, sofern kein Bonuszins vereinbart wurde. Der Sparer sollte dann allerdings darauf achten, dass sich die Verzinsung des Vertrags auch für ein Weitersparen lohnt. Außerdem sollte hierbei auch nicht die Vertragslaufzeit aus dem Auge verloren werden. Sie ist meist auf sieben bis zwölf Jahre begrenzt. Nur in dieser Zeit ist überhaupt ein Übersparen möglich.

Unser Geldtipp
Letztlich entscheiden die Vertragsbedingungen, ob sich ein Weitersparen auch lohnt. Meist ist das nicht der Fall.

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