So macht man es Langfingern schwer

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(verpd) In großen Menschenansammlungen ist es für Taschendiebe ein Leichtes, unbemerkt Wertsachen und Geld aus Handtaschen und Bekleidung zu klauen. Zum einen merkt man im Gedränge oftmals nicht, wenn einem in die Taschen gelangt wird, zum anderen ist es für den Dieb aufgrund der unübersichtlichen Lage einfach, in der Menschenmenge unerkannt unterzutauchen. Doch es gibt einige Verhaltensregeln, die das Risiko mindern, Opfer eines Diebes zu werden.

Seit rund fünf Jahren steigt die Anzahl der bei der Polizei angezeigten Taschendiebstähle fast kontinuierlich an. Laut Kriminalstatistik wurden 2014 hierzulande über 157.000 Taschendiebstähle polizeilich registriert, der höchste Stand seit der Wiedervereinigung. Im Vergleich zu den entsprechenden Anzeigen in 2013 beträgt die Steigerung fast 16 Prozent.

Schon von 2012 auf 2013 stieg die Anzahl der Anzeigen um 15 Prozent. Auch die Schadensumme hat 2014 eine Rekordhöhe von 45,9 Millionen Euro erreicht, ebenfalls 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote betrug 2014 nur 5,9 Prozent. Mit ein Grund ist, dass viele Opfer die Tat nicht gleich bemerken.

Die Anzahl der Taschendiebstähle steigt weiter

Tatsächlich dürfte die Anzahl der Taschendiebstähle sowie die Schadensumme um einiges höher sein, da viele Opfer die Straftat nicht anzeigen. Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät jedoch, dass ein Taschendiebstahl auf jeden Fall der Polizei gemeldet werden sollte.

Es gibt aber auch Präventionsmaßnahmen, um nicht Opfer eines Langfingers zu werden. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention nutzen die Diebe insbesondere Menschenansammlungen bei Veranstaltungen wie Festen und Messen sowie in Fußgängerzonen, Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln für ihre Taten.

Die Taschendiebe sind in öffentlichen Nahverkehrsmitteln vermehrt in der abendlichen Rushhour sowie auf Bahnhöfen, in Fernzügen und in Flughäfen zur Urlaubs- oder Hauptreisezeit aktiv. In Geschäften und Einkaufszentren ist das Diebstahlrisiko unter anderem in den Stunden vor dem Ladenschluss hoch.

Mit Verhaltensregeln das Eigentum sichern

Die Polizei rät bei Veranstaltungen und in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Kaufhäusern und Einkaufszentren, möglichst wenige Wertgegenstände wie Schmuck und nur so viel Geld wie nötig mitzunehmen. Geld, Kredit- und Zahlungskarten und Handys sind möglichst getrennt sowie dicht am Körper und immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung wie in einem Brustbeutel, einer Gürteltasche oder einer am Gürtel angekettete Geldbörse aufzubewahren. Die Taschen sollten dabei immer mit der Verschlussseite zum Körper getragen werden.

Grundsätzlich sollten Hand- und Umhängetaschen immer verschlossen auf der Körpervorderseite gehalten oder unter den Arm geklemmt werden. Mitgeführte Rucksäcke sind stets verschlossen zu halten. Besonders leichtsinnig ist es, Geldbörsen oder Handys für jeden sichtbar in die Einkaufstasche, den Einkaufskorb oder Einkaufswagen zu legen oder die Handtasche im Restaurant oder während der Kleideranprobe nur an eine Stuhllehne zu hängen oder sonst irgendwo unbeaufsichtigt abzustellen

Prinzipiell ist darauf zu achten, dass man nicht auf diverse Tricks und Ablenkungsmanöver von Dieben reinfällt. Beim Rempel-Trick wird beispielsweise das Opfer von den Dieben im Gedränge angerempelt oder beim Einsteigen in ein öffentliches Verkehrsmittel stolpert der Dieb vermeintlich, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer mit ihm zusammenstößt oder abgelenkt ist, beklaut es ein Komplize des Diebes.

Weitere Tipps von der Polizei

Selbst in Kaufhäusern sind Trickdiebe anzutreffen. Sie fragen zum Beispiel das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während der Hilfsbereite danach sucht, räumen die Diebe seine Tasche am Einkaufswagen aus. Weitere Tricks der Diebe sind online im Webauftritt der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes beschrieben.

Auf dem Webportal stehen zudem diverse kostenlos herunterladbare Broschüren der Polizei mit Präventionsmaßnahmen gegen Diebe, wie die aktualisierten Ratgeber „Langfinger machen niemals Urlaub“ und „Schlauer gegen Klauer!“ zur Verfügung. Hinweise, was zu tun ist, wenn man trotz Vorsicht Opfer eines Diebes geworden ist, bietet eine eigene Website der Polizei.

Aufgeführt sind hier die verschiedenen Notrufnummern, um eine geklaute Kreditkarte – Sperrnotrufnummer dafür zum Beispiel 116116 – oder eine gestohlene Handykarte sperren zu lassen sowie einen entwendeten Personalausweis zu melden.

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