Schwarze Null: Im nächsten Jahr möchte der Bund keine neuen Schulden machen

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Die Verschuldung des deutschen Staates beträgt derzeit rund 2.273 Milliarden Euro. Das sind knapp 80 % des jährlichen Bruttoinlandsprodukts.

Doch die stetig steigende Verschuldung gehört der Vergangenheit an. Im Jahr 2013 sanken erstmals seit 1950 die Staatsschulden in Deutschland, und zwar um 28 Milliarden auf damals rund 2.044 Milliarden Euro. Das entsprach einem Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Jahr 2014 soll die Nettoneuverschuldung auf 6,5 Milliarden Euro begrenzt werden (2013: 22,1 Milliarden Euro). Und für das Jahr 2015 sind derzeit keine weiteren Kreditaufnahmen geplant.

Die Staatsverschuldung Deutschlands besteht aus den zusammengefassten Schulden von Bund, Ländern, Gemeinden, gesetzlicher Sozialversicherung und Sondervermögen des Bundes bei inländischen und ausländischen Kreditgebern.

Staatsschulden und Staatsvermögen

Den Staatsschulden in Deutschland stehen beträchtliche Staatsvermögen gegenüber. Die Staatsvermögen bestehen in Sachvermögen (Gebäude, Bauland etc.) und Geldvermögen. Nach Berechnungen des DIW auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Bundesbank ergibt sich folgende Bilanz: Wenn man die staatlichen Vermögenswerte berücksichtigt, beträgt die Nettobelastung künftiger Generationen durch den Staatssektor in Deutschland aktuell nur etwas über null Prozent des BIP, und nicht 80 Prozent der aktuellen Staatsschuldenquote. Allerdings gilt auch, dass vor 20 Jahren das staatliche Nettovermögen noch höher lag, nämlich bei 52 Prozent des BIP.

Während sich das private Gesamtvermögen in Deutschland von 1992 bis 2012 mehr als verdoppelte (von 4,6 auf 10 Billionen Euro), ist das Staatsvermögen im gleichen Zeitraum um 800 Milliarden Euro gesunken.

Öffentliche Schulden im Vergleich mit privatem Vermögen

Den öffentlichen Schulden steht in Deutschland ein weitaus größeres privates Nettovermögen gegenüber, so dass die Staatsverschuldung aus makroökonomischer Sicht durchaus entspannt ist, allerdings besitzen die reichsten 10 % der Bevölkerung fast zwei Drittel dieses Vermögens. Nach Berechnungen des DIW bestand das private Nettovermögen im engeren Sinne 2009 aus 7.370 Milliarden Euro, was 307 % des BIP entspricht. Zusammen mit dem übrigen Nettovermögen beträgt das gesamte Nettovermögen der privaten Haushalte 9.700 Milliarden Euro, 405 % des BIP.

Demgegenüber nimmt sich die Staatsschuldenquote in Höhe von 80 Prozent des BIP (1.760 Milliarden Euro) relativ moderat aus. Allerdings sind die Betroffenheit von künftigen Steuererhöhungen oder Kürzungen von Staatsleistungen einerseits und der Nettovermögensbesitz andererseits deutlich unterschiedlich verteilt.

Das private Nettovermögen im engeren Sinne ist sehr stark konzentriert. Die reichsten zehn Prozent besitzen über 60 Prozent des Vermögens. Das Vermögen der reichsten 10 % ist demnach mehr als dreimal größer als die gesamte Staatsverschuldung.

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Quellen: Deutsche Bundesbank, DIW, Statistisches Bundesamt

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