Schufa: Einmal im Jahr das Recht auf kostenlose Auskunft

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Seit dem 1. April 2010 ist endlich Schluss mit der jahrelangen Geheimniskrämerei von Auskunfteien, wie z.B. Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) oder Creditreform. Denn seit diesem Datum müssen Auskunfteien auf Anfrage hin einmal im Jahr Verbraucher kostenlos über ihre gespeicherten Verbraucherdaten informieren. So können Sie erfahren, warum beispielsweise Ihr Handy-Vertrag aus heiterem Himmel abgelehnt wurde, obwohl Sie schuldenfrei sind.


Ermöglicht wird dies durch eine Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes, die im Frühjahr 2009 vom Bundestag und Bundesrat beschlossen wurde. Die Regelung gilt für alle Auskunfteien. Den Auskunftsantrag können Sie beispielsweise schriftlich (Schufa Verbraucherservice-Zentrum, Postfach 102166, 44721 Bochum) oder über das Internet (www.schufa.de) stellen. Sie erhalten die Übersicht über Ihre gespeicherten Daten dann direkt online oder per Post. Auskunft über Ihre gespeicherten Daten erhalten Sie in den zahlreichen Schufa-Büros direkt vor Ort nur bei persönlichem Erscheinen, nicht aber auf dem Postweg.


Die Schufa, Deutschlands mit Abstand bekannteste Auskunftei, sammelt bei ihren rund 4500 Vertragspartnern Daten von Verbrauchern. Vertragspartner sind unter anderem Banken, Versandhandel und Telekommunikationsanbieter. Diesen gibt die Schufa Auskunft darüber, ob Kunden beispielsweise ein Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Handy-Vertrag haben, wie sie in der Vergangenheit mit Krediten umgegangen sind, oder ob schon einmal ein Kredit nicht zurückgezahlt wurde. Laut Schufa sind bei ihr Daten von 65 Millionen Bundesbürgern gespeichert.


Aus den gespeicherten Daten der Verbraucher errechnet die Schufa einen sogenannten "Score" (englisch für Zahlenwert), der Auskunft über die Zahlungsmoral und damit über die Kreditwürdigkeit eines Kunden geben soll. Schon eine Wohngegend mit schlechtem Ruf kann den eigenen Score drücken. Schlechte Scores haben für Verbraucher, die einen Kredit aufnehmen oder einen Miet- oder Handy-Vertrag abschließen wollen, negative Konsequenzen.Bei schlechten Werten verlangen Banken höhere Zinsen oder verweigern Kredite sogar komplett. Verbraucherschützer kritisieren das Verfahren schon lange als häufig willkürlich. Eine Studie im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums belegte zudem, dass die gespeicherten Daten der Schufa und anderer Auskunfteien oft falsch sind.

Tipp
Seit dem 1. April 2010 haben Sie auch Anspruch darauf, zu wissen, welche Scorewerte Ihnen die Auskunftei in den letzten sechs Monaten berechnet hat und welche Daten diese dafür benutzt hat. Die Auskunftei muss Ihnen die Bedeutung des Scores verständlich erklären.

Neue Pflichten auch für die Vertragspartner von Auskunfteien


Das neue Gesetz nimmt auch die Banken und andere Vertragspartner von Auskunfteien in die Pflicht. Es gibt nun erstmals Regeln, wann diese Meldungen rund um Zahlungsausfälle vornehmen dürfen. So genügt nicht die bloße Befürchtung, dass der Betroffene trotz Fälligkeit eine Zahlung verweigern wird. Es muss tatsächlich schon so weit sein. Außerdem ist zumindest einer der folgenden Punkte verpflichtend:


  • Die Forderung ist offiziell festgestellt, etwa durch Urteil oder Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

  • Der Betroffene hat die Forderung ausdrücklich anerkannt.

  • Der Betroffene wurde bereits zweimal schriftlich angemahnt; zwischen den Mahnungen liegen mindestens vier Wochen; der Betroffene wurde über die Weiterleitung an die Auskunftei unterrichtet und hat die Forderung nicht bestritten.

  • Es liegen die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung wegen des Zahlungsverzuges vor und der Betroffene wurde über das Weiterleiten an die Auskunftei unterrichtet.


Tipp
Offiziell verboten ist nun die Praxis, dass eine Meldung ("Kreditanfrage") an Auskunfteien erfolgt, wenn sich ein Verbraucher lediglich nach Konditionen erkundigt hat.

Solche Anfragen führten in der Vergangenheit des Öfteren dazu, dass sich das persönliche Scoring verschlechterte. Ebenso zukünftig verboten: Der Wohnsitz darf nicht mehr als alleiniges Kriterium für ein Scoring dienen.

Tipp
Wenn Sie der Auffassung sind, dass eine Rechnung/Zahlungsaufforderung unberechtigt ist, sollten Sie dies dem Absender unverzüglich mitteilen und die Forderung bestreiten. Andernfalls riskieren Sie (s.o.), dass die Forderung an die Schufa gemeldet wird. Das kann sich zu einem späteren Zeitpunkt für Sie nachteilig auswirken, wenn Sie z.B. im Versandhandel einkaufen möchten, einen Handy-Vertrag abschließen wollen oder für einen neuen Vermieter eine "saubere" Schufa-Auskunft brauchen.

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