Scheidungskosten nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen absetzbar?

 - 

Das Niedersächsische Finanzgericht hat entschieden, dass Scheidungskosten im Streitjahr 2013 nicht mehr als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden können. Argument: Scheidungen sind nicht mehr außergewöhnlich.

Die Scheidung stelle nach den gesellschaftlichen Verhältnissen des Streitjahrs kein außergewöhnliches Ereignis mehr dar, erklärten die Richter und beriefen sich dabei auf Daten des Statistischen Bundesamts. Danach stehen zurzeit jährlich rund 380.000 Eheschließungen rund 190.000 Ehescheidungen pro Jahr gegenüber – es gibt also nur doppelt so viele Eheschließungen wie Scheidungen.

Zudem haben die Richter die Neufassung des § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG so ausgelegt, dass der Gesetzgeber mit Wirkung ab dem Jahr 2013 die Abzugsfähigkeit der Scheidungskosten als Prozesskosten generell abgeschafft hat (Niedersächsisches FG vom 18.2.2015, 3 K 297/14 ).

So urteilen andere Gerichte

Das Sächsische Finanzgericht hat zur Neufassung von § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG die gleiche Auffassung wie das Niedersächsische FG (Urteil vom 13.11.2014, Az. 2 K 1399/14).

Anders urteilten die Finanzgerichte Rheinland-Pfalz (Urteil vom 16.10.2014, Az. 4 K 1976/14; Az. der Revision beim BFH: VI R 66/14) und Münster (Urteil vom 21.11.2014, Az. 4 K 1829/14 E; Az. der Revision beim BFH: VI R 81/14) ab.

Das Niedersächsische FG ließ die Revision zum Bundesfinanzhof zu. Das Aktenzeichen des BFH liegt noch nicht vor.

Weitere News zum Thema

  • Wenns ums Erben geht: Arbeitsverhältnis nicht vergessen

    [] Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über. Wer das liest, wird beim Vermögen in erster Linie an Geldanlagen oder Immobilien denken. Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis hat man hierbei nicht im Blick. Zu Unrecht. mehr

  • Wie der Trauschein das Haushaltsbudget entlastet

    [] (verpd) Es gibt neben den emotionalen Gründen auch einige wirtschaftliche Vorteile, die für eine Eheschließung sprechen. Neben den staatlich eingeräumten Vergünstigungen bei der Einkommen-, Schenkungs und Erbschaftsteuer profitieren Ehepaare finanziell auch bei der gesetzlichen Sozialabsicherung sowie bei den privaten Versicherungen. mehr

  • Über 400 Wohnungseinbrüche pro Tag

    [] (verpd) Insgesamt ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche im letzten Jahr um fast zehn Prozent gegenüber 2015 gesunken, wie aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Dennoch erreichte die Zahl der Delikte in 2016 immer noch den dritthöchsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Dass das Einbruchsrisiko nicht überall in Deutschland gleich hoch ist, zeigen die unterschiedlichen Einbruchraten je 100.000 Einwohner der Bundesländer. mehr

  • Wie es um die Zahlungsmoral von Firmenkunden steht

    [] (verpd) Die eher ungewisse politische Entwicklung Europas könnte zahlreiche Unternehmensinsolvenzen auslösen. Das geht aus dem kürzlich erschienenen Zahlungsmoralbarometer eines Kreditversicherers hervor. Erfreulich ist jedoch, dass aktuell trotz häufigem Zahlungsverzug nur ein Bruchteil aller gestellten Rechnungen nicht beglichen wird. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.