Reiserecht: Teile von Flugscheinen dürfen nicht verfallen

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Ein Rückflugticket verliert nicht seine Gültigkeit, auch wenn der Fluggast nicht alle Flüge in der auf dem Ticket angegebenen Reihenfolge genutzt hat, er beispielsweise den Hinflug verfallen lässt. Eine entsprechende Klausel im Kleingedruckten einer Fluggesellschaft ist unwirksam.

Die Fluggesellschaft British Airways bietet unter anderem preiswerte Zubringerflüge nach London an. Dort starten Langstreckenflüge. "Schnäppchenjäger" buchen deshalb dieses Angebot, denn es ist in der Regel preiswerter als der Direktflug. Der Zubringerflug bleibt dabei häufig ungenutzt. Um diese Buchungspraxis zu unterbinden, regelt die Airline in ihren AGB, dass der Rückflug verfällt, wenn der Hinflug nicht genutzt wird (sogenanntes Cross-Border-Selling). Gegen diese Klausel hatten Verbraucherverbände geklagt. Die Klausel benachteilige Fluggäste unangemessen.

Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main bestätigte diese Rechtsauffassung: Die Klausel, wonach der Flugschein seine Gültigkeit verliert, sofern nicht alle Flüge in der angegebenen Reihenfolge genutzt werden, ist unwirksam.

Ein gebuchter und bezahlter Rückflug darf nicht verfallen, auch wenn der Reisende seinen Hinflug nicht antritt. Damit wäre die Fluggesellschaft in der Lage, freiwerdende, bereits bezahlte Sitzplätze doppelt zu verkaufen. Hierdurch wird der Verbraucher unangemessen benachteiligt.

Folge: Die Fluggesellschaft British Airways darf die entsprechende Klausel nicht mehr verwenden. Das Urteil gilt allerdings nur für Vertragspartner mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland (OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 18. 12. 2008, Az. 16 U 76/08).

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