Psycho-Tricks unseriöser Anlageverkäufer

Mancher Anleger vertraut auf seinen gesunden Menschenverstand – und hat doch eines Tages die Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt, den er so eigentlich überhaupt nicht unterzeichnen wollte.

Das ist dann der Verdienst eines perfekt geschulten Beraters, der berechtigte Einwände mit Scheinargumenten entkräftet oder das Gespräch geschickt in die von ihm gewünschte Richtung steuert.

Auf diese Tricks sollten Sie vorbereitet sein

  • Der Anbieter gibt sich als Vertreter einer Behörde oder amtlichen Organisation aus, um damit einen Vertrauensvorsprung zu erzielen.

  • Der Anbieter nennt bekannte Banken, Versicherungsgesellschaften oder Bausparkassen, mit denen er angeblich kooperiert. Oft wird sogar behauptet, dass diese Firmen die Sicherheit der Anlage garantieren. In den Vertragsunterlagen finden Sie jedoch hierzu nichts. Kein Wunder, denn die Namensnennung von Banken und Versicherungsgesellschaften erfolgt meist ohne deren Einverständnis.

  • Es werden angebliche Referenzgeber benannt, die Ihnen gegenüber die Vorteilhaftigkeit der Anlage bestätigen. In Wahrheit stecken die Referenzgeber mit dem Anbieter unter einer Decke.

  • Es werden Ihnen Informationen gegeben, die nicht mit den Vertragsunterlagen übereinstimmen bzw. auf diesen überhaupt nicht auffindbar sind. In Ihrer Wahrnehmung dominiert während der Entscheidungsphase das, was besprochen und vielleicht anhand von ausführlichen Musterrechnungen und Prospekten demonstriert wurde. Ihre Rechte und Pflichten richten sich jedoch ausschließlich nach dem, was im eigentlichen Vertrag steht.

  • Der Anbieter stellt Sie durch die Gesprächsführung (insbesondere vor anwesenden Familienmitgliedern) so hin, als ob Sie in finanziellen Dingen sehr unerfahren seien, weil Sie den Vorteil des Vertragsabschlusses nicht verstanden hätten.

  • Der Anbieter interpretiert Ihre Ablehnung seines Vertragsangebotes bewusst so um, als ob er an Ihrer Finanzkraft (oder der Bereitschaft zu Sparen und Vorsorge) Zweifel hätte. Er tut so (wiederum vor Dritten), als ob Sie unbefangen in den Tag hinein lebten. Ergebnis: Um Ihre Finanzkraft und Ihre Spar- und Vorsorgebereitschaft zu demonstrieren, schließen Sie ab.

  • Der Anbieter stellt Ihnen eine Reihe von Fragen, die allesamt ganz eindeutig mit Ja zu beantworten sind (z.B. Wollen Sie im Alter möglichst frei von finanziellen Sorgen leben? Wollen Sie völlig legal Steuern sparen? Möchten Sie überdurchschnittlich hohe Anlagezinsen erzielen? usw.). Auch auf die letzte Frage, mit der Sie den entscheidenden Schritt zum Vertragsabschluss setzen, werden Sie dann kaum mit einem Nein antworten. Und schon haben Sie den Kugelschreiber zur Unterschrift vor der Nase.

Die Aneinanderreihung von Ja-Fragen ist übrigens ein besonders wirksamer Psychotrick: Eine solche Folge von Fragen wird in der Verkaufspsychologie auch als Ja-Straße bezeichnet. Die letzte Frage der Ja-Straße heißt dann unweigerlich, ob Sie das Angebot nutzen wollen. Wissenschaftliche Tests haben ergeben, dass nur wenige Leute hartnäckig Nein sagen, wenn Sie gerade über die Ja-Straße gegangen sind.

Weitere News zum Thema

  • Karneval zwischen Toleranz und Recht

    [] (verpd) Bis zum Aschermittwoch, am 1. März, vergnügen sich wieder zahlreiche Jecken auf Umzügen und Feiern. Doch auch wenn so manches bis dahin toleranter gesehen wird als außerhalb der Karnevalszeit, gibt es auch hier für vieles Grenzen, da die geltenden Gesetze weiter gelten. Dies belegen auch diverse Gerichtsurteile. mehr

  • Sofortige Hilfe für Verzweifelte

    [] (verpd) Diverse Gründe wie Partnerschafts- und Familienprobleme, Nöte durch Sucht und Erkrankung bis hin zu Versagensängsten und Schwierigkeiten in der Schule oder im Beruf führen dazu, dass so mancher nicht mehr weiterweiß. Diverse Beratungsstellen sind darauf spezialisiert, verzweifelte Personen, egal welchen Alters, kostenlos und anonym zu beraten und gegebenenfalls die passende Hilfe vorzuschlagen. mehr

  • Betrunkener Fußgänger randaliert: Führerschein weg

    [] Die Fahrerlaubnisbehörde erfuhr durch ein polizeiliches Einsatzprotokoll von einem Vorfall, bei dem ein betrunkener Mann ein äußerst aggressives Verhalten an den Tag legte. Sie entzog ihm deshalb den Führerschein. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.