Poker: 100.000 € gewonnen, Finanzamt freut sich mit

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Ein Pokerspieler, der sich von der Arbeit hatte freistellen lassen, gewann hohe Summen und konnte davon einen großen Teil seines Lebensunterhalts bestreiten. Sein Pech: Er berichtete im Internet darüber. Das Finanzamt wurde hellhörig und verlangte von ihm Umsatzsteuer und Einkommensteuer.

In den Jahren 2004 bis 2006 erzielte ein Mann beim Pokern und anderen Glücksspielen gemäß Schätzungen seines Finanzamts insgesamt 117.763,05 € umsatzsteuerpflichtige Einnahmen und 108.874,54 € einkommensteuerpflichtige Gewinne.

Gegen die Steuerbescheide klagte der Mann vor dem Finanzgericht Münster. Seine Klage wurde am 15.7.2014 abgewiesen (Az. 15 K 798/11 U). Begründung: Wegen der Aufgabe seiner nichtselbstständigen Tätigkeit habe der Mann nicht nur hobbymäßig gepokert. Er sei Berufspokerspieler und erziele Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Insbesondere wurde dem Mann zum Verhängnis, dass er im Jahr 2008 einem Poker-Forum im Internet ein Interview gab, in dem er von seinen Gewinnen und seinen Absichten mit dem Pokerspiel berichtete.

Noch im gleichen Jahr begann das Finanzamt eine Außenprüfung und kam aufgrund der Kontobewegungen zur oben genannten Schätzung seiner Einnahmen, Ausgaben und Gewinne.

Merke: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Um zu belegen, dass es sich um ein Hobby handelt und nicht um eine gewerbliche Tätigkeit, bleibt Spielern, die regelmäßig an Gewinnspielen teilnehmen, nichts anderes übrig, als genaue Aufzeichnungen über alle Einnahmen und Ausgaben zu führen. Nur so lassen sich überhöhte Steuernforderungen vermeiden.

Weniger erfolgreiche Pokerspieler könnten auf die Idee kommen, ihre Verluste aus Gewerbebetrieb mit positiven Einkünften verrechnen zu lassen – etwa mit Einkünften aus Vermietung oder mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit der Ehefrau. Dann müssten sie freilich plausibel darlegen, dass sie Berufspokerspieler sind und dass sie in absehbarer Zeit Gewinne erzielen werden.

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