Nach Reform: Bei Weihnachtsfeier jetzt noch mehr an die Steuer denken

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Zuwendungen des Chefs an seine Mitarbeiter im Rahmen einer betrieblichen Feier oder eines Betriebsausflugs sind lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei – in immer engeren Grenzen.

Bei Betriebsveranstaltungen gilt in diesem Jahr noch eine steuerliche Freigrenze von 110 € inklusive Umsatzsteuer pro teilnehmender Person. Dieser Betrag darf nicht überschritten werden, sonst muss die Zuwendung vom Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil versteuert werden. Dabei handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Das bedeutet: Sobald die Grenze überschritten ist, muss der komplette Betrag versteuert werden – und nicht nur der Anteil, der über 110 € liegt.

Deshalb sind die Arbeitgeber in der Regel bemüht, die Grenze einzuhalten, denn wenn die Mitarbeiter plötzlich Steuern zahlen sollen für Weihnachtsfeier und Sommerfest, trägt das nicht unbedingt zur Arbeitsmotivation bei. Unternehmen können bis zu zwei Firmenfeiern im Jahr, z.B. Sommerfest und Weihnachtsfeier, mit jeweils 110 € pro Mitarbeiter steuerlich geltend machen.

Diese Grenze wurde seit Jahrzehnten nicht mehr angehoben – die Preise sind natürlich trotzdem gestiegen. Eine Anhebung der Freigrenze wäre also längst fällig gewesen. Doch künftig müssen die Unternehmen bei Firmenfesten die Kosten pro Mitarbeiter anders berechnen. Wird es zu teuer, müssen die Arbeitnehmer künftig Steuern auf die Mehrausgaben bezahlen.

Aus Freigrenze wird Freibetrag

Der Bundestag will die steuerliche Absetzbarkeit von Betriebsfeiern reformieren. Ursprünglich war geplant, dass Unternehmen künftig 150 € Kosten pro Mitarbeiter für eine Betriebsfeier steuerlich geltend machen können. Doch nun hat sich der Bundestag dafür ausgesprochen, dass es bei 110 € pro Person bleibt.

Vorteilhaft: Anders als bisher gelten die 110 € nicht als Freigrenze, sondern als Freibetrag. Überschreitet der Arbeitgeber diese Summe, müssen nur für den Mehrbetrag Steuern und Sozialabgaben bezahlt werden. Doch dieser neue Freibetrag ist nicht so leicht einzuhalten wie die frühere Freigrenze.

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Alle Kosten zählen mit

Nachteilig: Künftig müssen die 110 € alle Kosten für die Firmenfeier enthalten. Vorher galt der Betrag nur für die unmittelbaren Aufwendungen wie etwa die Verpflegung bei der Weihnachtsfeier.

Reise- und Übernachtungskosten, Miete, Unterhaltungsprogramm oder auch Geschenke mussten nicht von der Freigrenze abgedeckt sein. Somit steht pro Mitarbeiter künftig deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Alle müssen zusammen feiern

Nachteilig: Künftig sollen auch nicht mehr einzelne Betriebsteile oder kleine Abteilungen und Teams eine Feier steuerlich begünstigt abhalten dürfen. Den Steuervorteil erhalten Firmen nur noch dann, wenn der gesamte Betrieb zusammen feiert.

Laut Gesetz hat nur eine betriebliche Organisationseinheit von einiger Bedeutung und Größe Anspruch auf den Rabatt. Das ist bei einzelnen Abteilungen in der Regel nicht der Fall.

Allein die Mitarbeiter zählen

Nachteilig: Zudem sollen künftig Aufwendungen für Familienangehörige und Partner, die bei manchen Weihnachtsfeiern mitfeiern dürfen, nicht mehr mitangerechnet werden. Allein die Anzahl der tatsächlich teilnehmenden Mitarbeiter soll berücksichtigt werden.

Damit fällt die Möglichkeit weg, die durchschnittlichen Kosten pro Person zu senken, indem die Anzahl der Personen durch externe Teilnehmer erhöht wurde.

Nachbesteuerung droht

Wird die 110 €-Freigrenze überschritten, kommt es zu einer Lohnsteuernachforderung durch das Finanzamt, und zwar zuzüglich 25 % (plus Soli und Kirchensteuer), die pauschal auf den überschrittenen Betrag erhoben werden.

Das geplante Gesetz tritt jedoch nicht mehr in diesem Jahr in Kraft. Der Bundesrat soll am 19.12.2014 dazu sein Votum abgeben. Doch einige Neuregelungen entsprechen nicht der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Dieser hatte im Jahr 2013 entschieden, dass in der 110 €-Freigrenze lediglich solche Leistungen mitgerechnet werden dürfen, die die Teilnehmer direkt konsumieren, also nur die Kosten für die Verpflegung, aber nicht die für Dekoration und Organisation (Az. VI R 94/10).

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