Mit variabel verzinsten Anleihen ohne Kursverluste von steigenden Zinsen profitieren

Seit Anfang Dezember 2005 hat Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), den Euro-Leitzins auf drei Prozent nach oben geschraubt. Weitere Zinserhöhungsschritte sind nicht auszuschließen. Wie können Sie als sicherheitsbewusster Anleger davon profitieren?

Für Rentenfonds waren die Zinssteigerungen pures Gift. Viele Besitzer von Anteilen an Rentenfonds klagen über die schlechte Wertentwicklung ihrer Anteile. Kein Wunder, denn in Phasen steigender Zinsen erleiden gewöhnliche festverzinsliche Wertpapiere Kursverluste. Diese fallen umso kräftiger aus, je länger die Restlaufzeit dieser Anleihen ist.

Variabel verzinste Anleihen (Floater) dagegen sind gegen Kursverluste durch Zinssteigerungen immun. Mit diesen Papieren profitieren Sie zeitnah von steigenden Geldmarktzinsen. Bei Floatern handelt es sich um gewöhnliche Anleihen mit fester Laufzeit, die allerdings mit einem variablen Zinskupon ausgestattet sind, Drei-Monats-Euribor plus 20 Basispunkte beispielsweise. Der Zinskupon von Euro-Papieren orientiert sich am Referenzsatz Euribor, zu dem sich Banken im Euro-Raum gegenseitig Geld leihen. Meist wird der Drei-Monats-Euribor als Referenzwert verwendet, seltener der Sechs-Monats-Euribor.

Je nach Referenzsatz wird alle drei oder sechs Monate der Zinskupon an den dann aktuellen Euribor-Satz angepasst und die Zinszahlung ausgeschüttet. Der Zusatz – etwa „plus 20 Basispunkte“ – steht für den bonitätsabhängigen Zuschlag, den der Emittent auf den Euribor zahlt. Bei einem Drei-Monats-Euribor von beispielsweise 3,25 Prozent und einem Zuschlag von 20 Basispunkten wird das Papier mit 3,45 Prozent verzinst.

Durch den Anpassungsmechanismus folgt der Zinssatz der Anleihe zeitnah dem Marktniveau. Das hat den Vorteil, dass Besitzer dieser Papiere schnell von steigenden Kurzfristzinsen profitieren. Ein weiterer Pluspunkt: Der Anleihekurs pendelt meist in engen Grenzen um die 100-Prozent-Marke. Ausnahme: Der Schuldner droht in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Der Risikoaufschlag des Papiers weitet sich dann aus und der Kurs sinkt.

Geldtipp
Achten Sie beim Kauf von Floatern auf das Rating. Bonitätsstufen unterhalb von BBB sollten Sie meiden. Die Laufzeit der meisten aktuellen Floater endet spätestens 2010. Bis dahin dürfte die EZB den Zinszyklus längst abgeschlossen haben. Spätestens dann ist es sowieso Zeit, sich von den Floatern zu trennen. Denn auch bei Zinssenkungen werden die Konditionen zügig angepasst – dann allerdings nach unten.

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