Mehr Sicherheit beim Motorradfahren

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(verpd) Im Frühjahr zieht es viele Motorradfahrer wieder auf die Straße. Doch gerade zu Beginn einer Motorradsaison ist das Unfallrisiko besonders hoch. Grund dafür sind nicht selten mangelnde Fahrroutine nach der Winterpause und eine unangepasste Geschwindigkeit, aber auch Autofahrer, die nicht damit rechnen, dass vermehrt wieder Motorräder im Straßenverkehr unterwegs sind. Es gibt jedoch Vorsichtsmaßnahmen, die die Unfallgefahr reduzieren.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) werden jedes Jahr über 26.700 Personen als Fahrer oder Mitfahrer von Motorrädern bei Verkehrsunfällen verletzt. Über 560 Biker und Mitfahrer verlieren dabei ihr Leben.

Wie Verkehrsexperten, unter anderem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) betonen, kann der einzelne Motorradfahrer einiges tun, damit sein persönliches Unfallrisiko möglichst klein ist.

Damit die Technik nicht versagt

Bevor man die erste Motorradtour im Jahr startet, sollte das Bike gründlich auf Funktionstüchtigkeit beziehungsweise Verkehrssicherheit geprüft werden. Besonders die sicherheitsrelevanten Funktionen wie Bremsen, Lenkung, Reifen und Licht gilt es zu kontrollieren. So dürfen die Reifen nicht rissig sein oder andere Beschädigungen aufweisen. Zudem muss das Reifenprofil mindestens 1,6 Millimeter betragen, was dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofil entspricht.

Aus Sicherheitsgründen empfehlen Verkehrsexperten jedoch mindestens drei Millimeter oder mehr. Der Reifendruck sollte den Vorgaben der Betriebsanleitung entsprechen. Auch der Scheinwerfer, das Schlusslicht, das Bremslicht und die Blinker gilt es auf Funktionsfähigkeit zu testen. Außerdem muss die Lenkung einwandfrei funktionieren. Bei einer normalen Lenkweise dürfen sich kein zu großes Lenkspiel oder ruckartige Lenkbewegungen zeigen. Außerdem sollte die Kette die nötige Schmierung und Spannung aufweisen.

Zur Sicherheit sollte auch die Gültigkeit der Prüfplakette, auch TÜV-Plakette genannt, überprüft werden. Ein Motorrad muss nämlich alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung (HU) und erhält dann, wenn es verkehrssicher ist, eine neue Prüfplakette. Wer sein Krad nicht rechtzeitig zur HU vorfährt, muss mit einem Bußgeld und, wenn die HU-Untersuchung länger als acht Monate überschritten wurde, auch mit einem Punkt im Flensburger Fahreignungsregister rechnen.

Von Schutzkleidung bis Sicherheitstraining

Für die eigene Sicherheit des Fahrers und Mitfahrers unentbehrlich sind eine gute, funktionale Schutzkleidung in hellen Farben sowie ein Helm, der den Sicherheitsstandards genügt. Eine entsprechende Schutzkleidung kann bei einem Sturz die Schwere der Verletzungen mindern.

Nach einer langen Fahrpause ist es für jeden Biker wichtig, seine eigene Kondition und ein sicheres Fahrverhalten wieder zu trainieren. Dazu sollte er sich wieder an das Fahren mit dem Motorrad gewöhnen. Anfahr-, Brems- und Lenkübungen sowie das mehrmalige Abstellen des Krades beispielsweise auf einem Übungsplatz helfen, das Gefühl für die Maschine wiederaufzubauen. Sicherheitstrainings, bei denen Kradfahrer das sichere Kurven fahren, Überholen und Bremsen ausgiebig üben können, tragen nach Aussagen von Experten zur Minimierung des Unfallrisikos bei.

Solche Trainings werden zum Beispiel von Automobilclubs, von der Deutschen Verkehrswacht, von Fahrschulen, Autoherstellern, Kfz-Versicherern und auch von zahlreichen anderen Stellen angeboten. Eine umfangreiche Zusammenstellung von Anbietern von Fahrsicherheitstrainings kann online beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) abgerufen werden. Manche Kfz-Versicherer gewähren Krad-Fahrern, die ein solches Fahrsicherheitstraining nachweisen können, auch eine vergünstigte Kfz-Prämie.

Die ersten Touren im Jahr

Da sicheres Motorradfahren eine Frage der Kondition und der Übung ist, sollten die ersten Touren relativ kurz sein und Stadtstrecken oder anspruchsvolle Strecken am Anfang vermieden werden. Motorradfahrer sollten zudem daran denken, dass die Autofahrer sich nach dem Winter erst wieder an die schnellen Zweiräder gewöhnen müssen.

Defensives und vorausschauendes Fahren hilft dem Biker rechtzeitig auf Fehler anderer Verkehrsteilnehmer reagieren zu können. Zudem sollten Krad-Fahrer nach Angaben des BMVI bei jedem Wetter, also auch bei Sonnenschein und Regen, immer mit Abblendlicht fahren. Zudem gilt es den toten Winkel anderer Fahrzeuge zu vermeiden. Des Weiteren sollten Motorradfahrer nie Kurven schneiden oder sich zu gefährlichen Überholmanövern hinreisen lassen.

Grundsätzlich sollte man nach dem Genuss von Alkohol kein Fahrzeug, also auch kein Motorrad, selber fahren. Weitere Tipps für ein sicheres Motorradfahren stehen in der kostenlos herunterladbaren Broschüre „Motorradfahren gut und sicher“, das vom DVR und vom Institut für Zweiradsicherheit e.V. herausgebracht wurde.

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